Freitag, 16.04.2021

|

Pegnitzer Dianafelsen frisch herausgeputzt

In den vergangenen beiden Wochen wurden unter anderem Wege freigelegt und Bäume zurückgeschnitten - 03.03.2021 05:55 Uhr

Sind mit der Entbuschungsaktion am Dianafelsen zufrieden: Bürgermeister Wolfgang Nierhoff, Bauhofmitarbeiter Julian Budek, Bauhofleiter Florian Halbleib und Kompensationsmanager Daniel Jentsch (von links).

02.03.2021 © Foto: Klaus Trenz


"Das war hier alles richtig zugewuchert, ein totaler Trampelpfad", sagt Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (PEG). Ihm habe die Maßnahme sehr am Herzen gelegen, um das Wegenetz rund um dieses Naturdenkmal wieder freizulegen. Gerade in der Corona-Zeit habe er festgestellt, dass die Leute wieder vermehrt raus und wandern gehen. Darum habe er auch Druck gemacht, dass alles bis Ende Februar und damit vor der Vogelbrutzeit, die am 1. März gesetzlich geschützt begonnen hat, fertig war.

Insgesamt fallen für die Maßnahme 10 000 Euro an, die von der Regierung gefördert werden. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf 2500 Euro. "Da war ein großer Trupp Arbeiter dran", berichtet Bauhofleiter Florian Halbleib. Ganz einfach seien die Arbeiten nicht immer gewesen, ergänzt Julian Budek, einer seiner Leute.

Alles zweimal angefasst

Durch das hügelige Gelände konnten sie nicht mit Fahrzeugen dicht ranfahren, um die abgesägten Äste und Zweige gleich aufzuladen. "Wir mussten alles zweimal anfassen", sagt er, "mussten es über zwei Ebenen nach unten werfen." Gut einen Hektar groß war die gesamte Fläche, die sie bearbeitet haben.

Hinweisschilder weisen die Richtung entlang des Eichblattweges. „Der Weg wird von den Einheimischen gut genutzt“, berichtet Kompensationsmanager Daniel Jentsch vom Wirtschaftsband A 9-Fränkische Schweiz.

02.03.2021 © Foto: Klaus Trenz


 Der Dianafelsen ist eines der Naturdenkmäler entlang des rund 3,5 Kilometer langen Eichblattweges, ein Rundweg um die gesamte Stadt, erklärt Kompensationsmanager Daniel Jentsch vom Wirtschaftsband A 9-Fränkische Schweiz. "Der Weg wird von den Einheimischen gut genutzt", hat er beobachtet. Und die Aussicht in Richtung Stadt lohnt sich auch. Noch kann man ungehindert durch die Zweige schauen. "In zwei, drei Wochen, wenn die Bäume austreiben, ist alles zu und man kann nichts mehr sehen." Einst stand am Dianafelsen das Schützenhaus der Königlich privilegierten Scharfschützengesellschaft Pegnitz. "Deshalb erhielt dieses Felsgebilde wohl auch den Namen Dianafelsen", erklärt Nierhoff. "Diana, die Göttin der Jagd." An einem der Felsen sieht man noch Reste von Dachpappe, Eisenhaken ragen aus dem massiven Gestein. Die Anlage wurde 1903 gebaut, 1918 wurde der Unterstand abgerissen, weil er morsch war. Vom Schießstand wurde bis zum gegenüberliegenden Hügel geschossen. Bei Schießbetrieb wurde eine rote Fahne gehisst, um Wanderer zu warnen. Die Linden, die damals frisch gepflanzt worden waren, stehen noch heute und bilden eine Allee.

Tierische Rasenmäher?

In den 60er Jahren wurde der Dianafelsen dann zu einem Landschaftsschutzgebiet erklärt und das Häuschen selbst entfernt. Die Standorte von Schießhaus und -stand sind heute aber immer noch zu sehen. Künftig soll die Anlage regelmäßig einmal im Jahr hergerichtet und ausgeschnitten werden. "Sonst ist das alles schnell wieder zugewachsen", sagt Jentsch. Ihm schwebt es vor, die Anlage von einer Ziegenherde beweiden zu lassen. Das wäre dann eine natürliche Pflege der gesamten Anlage.

Bilderstrecke zum Thema

Atemberaubende Schönheiten: Die Fränkische Schweiz von oben

Aus bis zu 2.500 Metern Höhe blickte Tom Schneider, Fotograf aus Ebermannstadt, bei einer Fahrt mit einem Heißluftballon auf Dörfer, Natur und wunderschöne Ecken der Fränkischen Schweiz und des Landkreises Forchheim.


 Zeitnah sollen jetzt noch mehr Naturdenkmäler hergerichtet werden, etwa das Finken- und das Haldenbrünnlein in Rosenhof, skizziert Nierhoff. Und oberhalb der Verbindungsstraße von Pegnitz nach Zips soll ein Wanderparkplatz entstehen.

Das Schießhaus war Treffpunkt bei Schützenfesten und Vereinsabenden. "Wir waren als Jugendliche auch hier oben", erzählt der Bürgermeister und betont: "Wir haben aber unseren Müll hinterher immer mit nach Hause genommen." Außer Wanderziel war der Dianafelsen auch Treffpunkt anderer Pegnitzer Vereine, wie der Ortsgruppe des Deutschen Metallarbeiter Verbandes, ein Vorläufer der Gewerkschaft. Damals führte auch der Panoramaweg hier entlang, der ähnlich verlief wie der als "Grüner Ring" markierte Rundwanderweg um Pegnitz.

FRAUKE ENGELBRECHT

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz