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Pegnitzer Hobby-Meteorologe: "Es ist zu kalt für den April"

Der Schnee ist aber nicht allzu ungewöhnlich - 13.04.2021 13:37 Uhr

Ähnlich wie beispielsweise 2017 ist der Schnee dieses Jahr im April etwas liegen geblieben. 2018 und 2019 hat es im April nur je einen Tag lang geschneit, liegen geblieben ist der Schnee aber nicht.

13.04.2021 © Foto: Kerstin Goetzke


"Es ist zu kalt für den April. Das, was es die vergangenen Jahre zu warm war, ist es dieses Jahr zu kalt", sagt er. Auf der Internet-Seite, auf der er die Daten seiner Messstation in der Lohesiedlung einträgt – www.wetter-pegnitz.de –, erkennt man, dass der Temperatur-Unterschied verglichen mit dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre um 3,7 Grad kälter ist. Die heftigen Einbrüche seien zwar ungewohnt, aber kein Rekord. Blickt man auf die Temperatur-Kurve seit Jahresbeginn und vergleicht die mit dem Mittelwert seit 1991, erkennt man, dass die Werte dieses Jahr fast deckungsgleich sind. Ähnlich ist es bei den Niederschlägen: Der Januar lag über dem Durchschnitt, Februar und März etwas darunter. "Insgesamt ist der Niederschlag ausgeglichen", erklärt Strobel. Insgesamt bräuchte es aber eigentlich langanhaltende Niederschläge, damit die Grundwasserspiegel wieder steigen könnten.

Viel Sonnenschein

Der Hobby-Meteorologe hat auch die Sonnenscheinstunden im Blick: Im Januar gab es zu wenig Sonnenstunden, dafür war es im Februar und März viel mehr als im Durchschnitt, was zu einer überdurchschnittlichen Sonnenscheindauer führt.

Zurück zum Schnee: Dass die sogenannten Schneedeckentage allgemein weniger geworden sind, sei bekannt, so Strobel. Im April gab es bislang drei Schneedeckentage. "Das ist bedingt durch die Kälte, da bleibt der Schnee liegen", kommentiert er. Ähnlich war es 2017, als – ebenfalls am Ostermontag – Schneefall einsetzte. Damals blieb der Schnee aber nur für einen Tag liegen, obwohl es, wie dieses Jahr, insgesamt vier Tage lang geschneit hatte. Geschneit hat es diesen März so häufig wie zuletzt 2018: An neun Tagen waren Flocken erkennbar. Das führte vor drei Jahren zu fünf Tagen mit Schneedecke, dieses Jahr zu drei. Im März und April 2019 und 2020 blieb der Schnee an insgesamt sechs Tagen kein Mal liegen, weiß Strobel aus seinen Aufzeichnungen.

An Ostern 2012 war es laut Strobels Aufzeichnungen kälter als an Weihnachten ein paar Wochen vorher: die Tiefsttemperatur am 8. April lag bei minus 4,6 Grad. Und drei Jahre vorher, am Ostersonntag, 24. April, wurde es bis zu 23,4 Grad warm. Mit 24,0 Grad war es nur an Ostern 2009 (12. April) wärmer.

Zehn Prozent der Reifen gewechselt

Weil das Wetter vor zwei Jahren auch früh schon sonnig und warm war, hatten sich einige Kunden von Reifen Arnold in Kalthental schon die Sommerreifen montieren lassen. "Als dann der Winter zurückkehrte, haben wir auch viele Reifen wieder getauscht und wieder die Winterräder aufgezogen", erinnert sich Christiane Arnold. Dieses Jahr seien erst rund zehn Prozent der Reifen gewechselt worden. Viele Kunden wollten noch abwarten, für diese Woche seien kaum Termine vereinbart, nächste und übernächste Woche gehe es dann los, verrät ihr der Blick in das Terminbuch. Sie vermutet, dass viele Kunden durch die Arbeit von zu Hause aus das Auto ohnehin weniger brauchen und deswegen mit dem Reifenwechsel warten. "Das dürfte ein Vorteil von Corona sein", meint sie.

Obwohl man zum Einkaufen derzeit einen negativen Corona-Test brauche, könne man zum Reifenwechsel ohne Test kommen. "Ich gehe davon aus, weil wir ja systemrelevant sind. Aber wir lassen ohnehin nicht viele Leute zu uns rein, damit wir die Kontakte unter den Kunden vermeiden", sagt sie.

Generell dürfe man schon mit Sommerreifen fahren. Problematisch werde es, wenn man seinen Fahrstil nicht an die Straßenverhältnisse anpasst. Verursacht man dann noch einen Unfall, ist eine Bußgeldanzeige fällig, ebenso wie 120 Euro und ein Punkt, erklärt der stellvertretende Leiter der Polizei Pegnitz, Harald Düplois. Die Schneeunfälle hätten sich in den vergangenen Wochen aber in Grenzen gehalten.

Da bleibt nur zu hoffen, dass der April nicht mehr lange macht, was er will, damit alle Autofahrer weiterhin sicher von A nach B fahren können.

KERSTIN GOETZKE

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