22°

Samstag, 20.04.2019

|

Pegnitzer ist bei einer Verkehrskontrolle völlig ausgerastet

73-Jähriger bedrohte Polizisten mit einem Messer und fuhr dreimal mit seinem Auto gegen den Einsatzwagen - 21.02.2019 23:40 Uhr

Laut Anklage soll der Mann während einer Verkehrskontrolle durch die Polizei mit seinem Wagen gegen das Einsatzfahrzeug gefahren sein und dies dadurch so sehr beschädigt haben, dass ein Totalschaden entstand. Später beleidigte er die Beamten und widersetzte sich der Festnahme. Der Angeklagte wollte zu den Anschuldigungen keine Angaben machen und auch keine Erklärung durch seinen Rechtsanwalt Manfred Vetterl abgeben lassen.

Richter Eik Launert rief als ersten Zeugen den Polizeibeamten auf, der damals mit seinem Kollegen auf Streife war und den Angeklagten einer allgemeinen Verkehrskontrolle unterziehen wollte. Der Mann sei dann rückwärts in sein Grundstück gefahren, während die Polizisten ihr Fahrzeug vor der Einfahrt parkten.

Als der Polizist den 73-Jährigen kontrollieren wollte, weigerte sich dieser. "Er wurde immer aufgebrachter und auf einmal hielt er ein Taschenmesser in der Hand", sagte der Polizeibeamte aus. Daraufhin habe er seine Pistole gezogen und die Autotür mit dem Bein zugehalten. Dann habe der Beschuldigte das Messer gegen seinen eigenen Hals gedrückt, bis er geblutet habe. Der Beamte wollte das Fenster mit einem Nothammer einschlagen, während sein Kollege Verstärkung anforderte. Plötzlich habe der Angeklagte Gas gebeben und sei dreimal gegen das Polizeiauto gefahren. Anschließend wurde der Pegnitzer zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Richter Launert fragte den Polizisten, warum er keinen Strafantrag gestellt habe. Weil er den Mann für psychisch krank halte: "So reagiert kein normaler Mensch auf eine Verkehrskontrolle."

Gesund aus Krankenhaus

Richter Eik Launert überlegte, den Angeklagten psychisch untersuchen zu lassen. Rechtsanwalt Vetterl betonte, dass sein Mandant im Krankenhaus als gesund entlassen worden sei.

Als zweiter Zeuge wurde der Kollege des Polizisten befragt. Er bestätigte die Aussage seines Kollegen. Als der Beschuldigte das Fahrzeug gerammt habe, sei er zufällig einige Meter entfernt gestanden, weil der Funk nicht funktioniert habe und er deshalb ausgestiegen sei. Das stellte sich im Nachhinein als Glück heraus. Auch der dritte Zeuge war Polizist, er war als Verstärkung gerufen worden. Mit Hilfe der Nachbarn des Mannes sei er an die Zündschlüssel gekommen, habe das Auto aufschließen und so den Rentner festnehmen können. Auch dabei habe er die Beamten beleidigt.

Der Angeklagte hat bereits drei Einträge im Bundeszentralregister, zudem stand er zum Tatzeitpunkt unter Bewährung, die noch nicht erlassen wurde. Richter Launert wollte kein Urteil fällen, sondern ordnete ein psychologisches Gutachten an, um die Frage der Schuldfähigkeit zu klären. Sobald das vorliegt, wird der Prozess fortgesetzt. 

NADINE GEBHARD

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz