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Freitag, 21.06.2019

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Pegnitzer Metzger nur Notnagel für Bratwurstgipfel?

Einheimische Fleischer sehen in Teilnahme wenig Sinn - Es fehlt an Kapazitäten und Personal - 22.05.2019 12:00 Uhr

Kerstin Schillers Metzgerei in Pegnitz wird auch in diesem Jahr nicht beim Bratwurstgipfel antreten. © Foto: Julian Seiferth


Dass heuer – wie auch in den Jahren zuvor –, keine ortsansässige Metzgerei beim Bratwurstgipfel um die Krone kämpfen will, hat einen simplen Grund: "Wir haben nicht die Möglichkeiten, wie sie größere Metzgereien haben", sagt Thomas Schmid von der Metzgerei Schmid in Pegnitz. Dabei gehe es nicht nur um die Außendarstellung, sondern auch um die Ausstattung und das Personal.

"Das Equipment ist ganz einfach nicht da. Uns fehlen die Kühlwagen, die Waren, die wir dort verkaufen könnten und allen voran fehlen uns die Leute, die wir für so ein Event abstellen könnten", sagt Schmid. Auch finanziell erscheint die Teilnahme am Bratwurstgipfel dem Metzger nicht sinnvoll. "Ich verspreche mir davon nichts. Das sind auch nicht die Leute, denen wir uns zeigen wollen. Da kommen viele von außerhalb."

Der finanzielle und tatsächliche Aufwand seien das nicht wert. Heike Lindner-Fiedler von der Metzgerei Dörfler & Fiedler stimmt dem zu. Man habe weder die Zeit noch das Personal, um am Bratwurstgipfel teilzunehmen, sagt die Stadträtin. "Wir können es uns einfach nicht leisten, da übers Wochenende unsere Leute und unsere Ware hinzuschicken."

Zu großer Aufwand

Und auch Christian Schmauß, Inhaber der gleichnamigen Metzgerei, sieht sich nicht in der Lage, am Gipfel teilzunehmen: "Klar ist das ein Aufwand, den wir nicht stemmen können. Allerdings lohnt sich das auch finanziell nicht. Die Standgebühren sind ziemlich happig."

Einen Schritt weiter geht die Kollegin von der Metzgerei Schiller. Klar seien die Möglichkeiten für kleinere Läden wie die in Pegnitz nicht gegeben, aber das sei schon immer so gewesen. Auch der personelle und finanzielle Aufwand seien ein Problem, das die Ortsansässigen nicht schultern könnten. Was für Schiller noch dazukommt: Sie hat das Gefühl, die Pegnitzer Metzgereien seien der Notnagel für den kriselnden Bratwurstgipfel: "Als es losging, da hatte keiner wirklich Interesse daran, dass wir mitmachen. Da wollte man die großen Metzger aus ganz Franken dabei haben." Nun sei das anders. Dem Bratwurstgipfel gingen nach und nach die Teilnehmer aus. "Jetzt hätten sie uns gerne dabei, aber das schaffen wir nicht", so Schiller.

Bürgermeister Uwe Raab (SPD) 
widerspricht der Metzgerin: "Eine Teilnahme der Pegnitzer Metzger war und ist immer gewünscht." Dies habe nichts mit dem diesjährigen Mangel an Teilnehmern zu tun. Vielmehr sei er sich sicher, dass die Pegnitzer Metzgereien qualitativ 
in der Champions League spielten. "Es ist ausgesprochen schade, dass an einer äußerst erfolgreichen Pegnitzer Veranstaltung keine Pegnitzer Metzgerei teilnimmt." Für das nächste Jahr ist Raab aber optimistisch. Heimische Metzger seien herzlich eingeladen. 

JULIAN SEIFERTH

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