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Pegnitzer Stadträtin zeigt der CSU die rote Karte

Heike Lindner-Fiedler verlässt Partei und Fraktion und wechselt ab sofort zu den Freien Wählern - 05.07.2019 12:00 Uhr

Werden die Stadtratsarbeit künftig an einem gemeinsamen Tisch machen: Heike Lindner-Fiedler (r.) ist aus der CSU ausgetreten, behält aber ihr Mandat, und wechselt in die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft um Sprecher Thomas Schmidt. © Foto: Ralf Münch


Es war schon länger zu beobachten, dass Heike Lindner-Fiedler, seit 2014 für die CSU im zweiten Anlauf im Stadtrat, nicht mit ihrer Fraktion stimmte, sondern eher die Auffassung der FWG-Mitglieder teilte und ihre eigene Meinung vertrat. In einem Gespräch mit der Redaktion hat die Geschäftsfrau nun ihren Wechsel bestätigt, nachdem es die Spatzen schon seit Tagen von den Dächern gepfiffen haben.

Die Kündigung der Mitgliedschaft lag in der vergangenen Woche im Briefkasten des CSU-Ortsverbandes. Eine Reaktion darauf hat es offenbar nicht groß gegeben. "Ich habe eine Bestätigung erhalten, mehr nicht", sagte Lindner-Fiedler gegenüber den NN. Sie weiß — danach gefragt — im übrigen noch von zwei weiteren Austritten aus der Partei.

"Ich bin seit zwei drei Jahren mit meinen Abstimmungen im Stadtrat nicht mehr konform mit meiner Fraktion gewesen", blickt die Stadträtin zurück. "Und eigentlich wollten wir uns ja auch verjüngen bei der CSU. Aber das hat ja nicht geklappt", blendet sie auf die Hauptversammlung der Pegnitzer CSU zurück. Daraus hat sie dann für sich persönlich die Konsequenzen gezogen, wie sie sagt. Vor rund elf Jahren kam die Geschäftsfrau zur CSU. Das habe sie Manfred Thümmler zuliebe gemacht, blickt sie auf damals zurück, als Thümmler noch Bürgermeister war. Aber inzwischen habe die Grundausrichtung in der Fraktion nicht mehr ihrer Überzeugung entsprochen.

Geworben worden sei sie von der FWG nicht, erklärt Heike Lindner-Fiedler. "Aber wir haben uns ja schon immer gekannt und auch verstanden", sagt sie in Bezug auf den Fraktionssprecher Thomas Schmidt. "Unsere Kinder haben ja schon miteinander Fußball gespielt. Nein, geworben wurde ich nicht", betont sie nochmals.

Heike Lindner-Fiedler wird nun als nächstes der Stadtverwaltung offiziell mitteilen, dass der Fraktionswechsel ansteht. Das Stadtratsmandat als solches will sie behalten. Das bedeutet dann, dass CSU und FWG mit jeweils sechs Mitgliedern die gleiche Fraktionsstärke haben werden. Inwieweit es in der Folge zu Veränderungen bei den Ausschüssen des Stadtrats kommen wird, hängt von dem Gesamtstimmenvolumen ab, das CSU und FWG bei der Kommunalwahl 2014 auf sich vereinigen konnten.

Heike Lindner-Fiedler geht davon aus, dass sie bereits bei der nächsten Sitzung des Stadtrats am Tisch der FWG-Fraktion Platz nehmen wird. 

MICHAEL GRÜNER

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