Dienstag, 19.11.2019

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Pegnitzer verärgert: Post von Behörden führt zum falschen Rathaus

Wurde falscher Angabe der Hauptadresse wurde der Weg zur Behörde eine kleine Odysee. - 16.10.2019 20:55 Uhr

Sobald der Behörden-Umzug in Pegnitz abgeschlossen ist, soll laut Bürgermeister Uwe Raab auch von außen ersichtlich sein, welche Abteilungen sich im Alten Rathaus befinden. Bislang stehen die Bürger dort vor einem Rätsel. © Foto: Klaus Trenz


Behördengänge erfreuen sich bei den Bürgern in aller Regel nicht besonders hoher Beliebtheit. Oft versucht man, noch vor der Arbeit schnell ins Rathaus zu kommen, manche nehmen sich sogar gleich frei. Besonders ärgerlich wird es dann, wenn schon der Weg zur Behörde eine kleine Odysee wird. 

So geschehen bei Brigitte Springer: die Pegnitzerin wollte ihrer 77-jährigen Mutter helfen, einen neuen Personalausweis im Einwohnermeldeamt zu beantragen.

Doch schon als sie das Schreiben der Stadt mit der Aufforderung, den Ausweis zu erneuern, in den Händen hielt, ging die Verwirrung los. Denn dort wurden sie gebeten, ins Neue Rathaus in der Hauptstraße 37 zu kommen. Das Einwohnermeldeamt war doch eigentlich immer im Alten Rathaus mit der Adresse Hauptstraße 45, schreibt sie in einem Facebook-Post.

Das Problem ist bekannt

Also machten sich beide auf den Weg zum Alten Rathaus – um das festzustellen, dass von außen gar nicht ersichtlich ist, welche Abteilungen denn eigentlich in dem Gebäude zu finden sind. "Da gibt es keine Infotafel", so Springer.

Schließlich haben sich beide auf den Weg zum Neuen Rathaus gemacht, zu dem sie eigentlich bestellt wurden – aber auch hier ist von außen nicht ersichtlich, welche Behörden dort sitzen. "Also Treppen hochgequält. Auskunft: ,Nein, da müssen Sie ins Alte Rathaus. Ja, stimmt, das Schreiben ist falsch. Sagen Sie es doch den Kollegen/innen dort‘", schreibt Springer.

Doch um das zu tun, mussten sich die beiden erst einmal wieder auf den Rückweg machen. Leichter gesagt als getan, denn wegen der Behörden-Odyssee sei ihre betagte Mutter bereits wackelig auf den Beinen gewesen, erinnert sich Springer.

Wieder am falschen richtigen Rathaus angekommen, fanden die beiden schließlich doch noch einen Hinweis auf das Einwohnermeldeamt im Gebäudeinneren – und auch einen Grund für die verwirrenden Adressangaben der Stadt.

Die Adressen seien im Computersystem der Verwaltung hinterlegt und ließen sich laut einer Mitarbeiterin nur schwer ändern. Sie wolle den Änderungswunsch aber weitergeben, versicherte die Mitarbeiterin Brigitte Springer.

"Traurige Zustände"

So wirklich funktioniert hat das aber offenbar nicht: Wenige Wochen später erhielt die Pegnitzerin wieder Post von der Stadt. Der Personalausweis sei fertig. Die Abhol-Adresse: Hauptstraße 37. Springer kann darüber nur noch den Kopf schütteln: "Bürgerfreundliche Verwaltung stelle ich mir anders vor."

In den Kommentaren unter ihren Beitrag, in dem sie ihren Ärger Luft macht, ist von "traurigen Zuständen" die Rede. Andere fordern die Verwaltung auf, sich bei den beiden Bürgerinnen zu entschuldigen.

Das tut dann auch Bürgermeister Uwe Raab: Es sei "natürlich bedauerlich, wenn hier durch die Angabe der Hauptadresse im Briefkopf (Hauptstraße 37) für die 77-jährige Dame ein weiterer Weg entstanden ist", teilt er gegenüber den Nordbayerischen Nachrichten mit.

Der Grund für die irreführende Adressangabe sei, dass sich am Neuen Rathaus die zentralen Briefkästen befänden. Allerdings werde im Eingangsbereich des Neuen Rathauses darauf hingewiesen, dass sich das Einwohnermeldeamt im Alten Rathaus befinde, so Raab.

Dass nicht gleich die richtige Adresse in städtischen Schreiben genannt werden könne, sei ein IT-Problem und selbstverständlich "unzufriedenstellend", erklärt der Bürgermeister. Noch im November solle das aber gelöst werden.

Ist eine Lösung in Sicht?

Auch eine von außen sichtbare Ausschilderung, welche Behörden sich im Alten Rathaus befinden, sei bereits in Planung. Sie soll erfolgen, sobald "dieses Gebäude vollständig belegt ist, also auch das Standesamt umgezogen ist", informiert Raab. "Dieser Umzug wird nach der Möbellieferung erfolgen."

Man befinde sich in der Stadtverwaltung derzeit noch in einer Umbruchsituation, "die sich nach der Fertigstellung der Sanierungsmaßnahmen des Alten Rathauses ergeben hat und noch nicht endgültig abgeschlossen ist", entschuldigt Raab die Verwirrung.

KILIAN TRABERT

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