Sonntag, 07.03.2021

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Pegnitzer Wehr trotz Einschränkungen allzeit bereit

Der Brand im Autohaus Kotzbauer war der größte Einsatz - Hauptversammlung diesmal nur online - 25.01.2021 17:02 Uhr

Die Löscharbeiten beim Brand der Werkstatt des Pegnitzer Autohauses Kotzbauer waren für die Pegnitzer Feuerwehr im vorigen Jahr der forderndste Einsatz.

22.01.2021 © Foto: Ralf Münch


Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen konnte die Mitgliederversammlung der Pegnitzer Wehr nicht in der gewohnten Form durchgeführt werden, teilte Vorsitzender Helmut Graf mit. So habe man sich geeinigt, die Berichte für das Jahr 2020 zur Einsicht für die Mitglieder auf die Homepage der Feuerwehr Pegnitz zu stellen. "Zeitnah werden die Mitglieder durch einen Infobrief über diese Vorgehensweise informiert", erklärt Graf. Auch die eigentlich anstehende Vorstandswahl muss verschoben werden. Sie soll aber zum nächstmöglichen Zeitpunkt nachgeholt werden.

Wie Kommandant Roland Zahn in seinem Bericht schreibt, seien die 54 Aktiven bei 151 Einsätzen wieder stark gefordert gewesen. Die 2048 Einsatzstunden teilten sich demnach wie folgt auf: 54 Brandeinsätze, 77 technische Hilfsleistungen, sechs Einsätze mit Gefahrstoffen, zwei Sicherheitswachen und zwölf sonstige Tätigkeiten.

"2020 werden wir so schnell nicht vergessen. Das Jahr war geprägt vom sozialen Stillstand, was auch bei uns zu spüren war. Ab März musste der Übungsbetrieb auf Null zurückgefahren werden, Sitzungen waren ebenso wenig möglich wie kameradschaftliche Zusammenkünfte", bedauert Zahn. Nur bei Einsätzen habe man sich unter den geltenden Infektionsschutzmaßnahmen getroffen, "was keinen der Einsätze leichter machte".

Laut Zahn seien Lehrgänge an den Feuerwehrschulen auf ein Minimum zurückgefahren worden und solche des Kreisfeuerwehrverbandes komplett ausgefallen. Auch Zusammenkünfte des Beschaffungsteams für die ausstehenden Wechsellader AB (Abrollbehälter)-Rüst-Schwer und AB-Wasser hätten nicht in gewohnter Weise stattfinden können.

Kurz vor der Ausschreibung

In mühevoller Kleinstarbeit habe Gerätewart Walter Steger dankenswerter Weise die beiden Container akribisch zusammengestellt und alle stets auf dem Laufenden gehalten. Nun stehe man kurz vor der Ausschreibung. Er sei guter Dinge, dass man die beiden Container im Jahr 2022 abholen könne.

Im Dezember habe man wegen dem zweiten HLF 20 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) die Firma Lentner in Hohenlinden zum Abschlussgespräch besucht. "Wenn alles gut geht, können wir das neue Fahrzeug noch heuer in Empfang nehmen", freut sich der Kommandant. Der vom Freistaat zu 100 Prozent geförderte AB-Öl, der für den gesamten Bezirk Oberfranken in Pegnitz stationiert wird, soll voraussichtlich im zweiten Quartal fertiggestellt werden.

Roland Zahn freute sich über frisches Blut bei den Aktiven: So habe man von der Jugendfeuerwehr Maximilian Schellermann in den aktiven Feuerwehrdienst übernommen; Melina Wiesend, Dominik Roder, Max Wagner und Maximilian Baumann sind in die Feuerwehr eingetreten.

Atemschutzgerätewart Stephan Fleischer berichtete von 28 Atemschutzgeräteträgern in der Pegnitzer Wehr, davon 16 Geräteträger mit der Ausbildung für Chemikalienschutzanzüge. 2020 sei man zu 14 Atemschutzeinsätzen gerufen worden, obwohl man wegen Corona nur fünf Übungen abhalten durfte. Auch die Belastungsübung in Bayreuth habe man nur zweimal durchgeführt.

Der forderndste Einsatz war der Brand der Werkstatt im Pegnitzer Autohaus Kotzbauer. Das war im April (die NN berichteten ausführlich). An den Löscharbeiten waren zwölf Geräteträger im Innen- und Außenangriff sowie auf der Drehleiter im Einsatz.

Von einem Jahr, über das sie am liebsten gar nicht berichten würden, sprechen die Jugendwarte Markus Stieg und Christian Quoika. "2020 war eines der schwierigsten Jahre, das wir bisher als Jugendwarte miterlebt haben", heißt es in dem Bericht. Die Jugendfeuerwehr zählt elf Jugendliche auf, darunter zwei Mädchen.

Neu dazu gekommen sei im vergangenen Jahr Katharina Schmidt. Ab 13. März habe man sämtliche Jugendstunden, Truppausbildungen und sonstige Veranstaltungen wegen Corona absagen müssen.

Nach dem Re-Start am 23. Juni habe man sich mit Mund-Nase-Schutz wieder zu Übungen, Jugendstunden oder Grillabend treffen können. Das klappte bis zum 23. Oktober, als man wieder alles habe einstellen müssen.

Kommandant Roland Zahn dankt allen Aktiven, die nie die Lust verloren hätten, für die Einsätze alles liegen und stehen zulassen, "obwohl sie gewusst haben, dass aufgrund Corona nicht jeder mit ausrücken wird".

UDO FÜRST

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