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Samstag, 25.05.2019

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Pegnitzer Wehren mit neuem Einsatzrekord

Zahl der Alarmierungen stieg im vergangenen Jahr im Stadtgebiet von 311 auf 542 - Eine Million Euro für neue Fahrzeuge - 10.05.2019 21:47 Uhr

Langjährige Führungskräfte wurden bei der Dienstversammlung geehrt. Im Bild (v.l.) Stefan Steger, Christian Schauer, Helmut Bauer, Fritz Arnold, Bürgermeister Uwe Raab, Verwaltungsleiter Herbert Lauterbach, Daniel Failner und Herbert Maier. © Foto: Harald Saß


So gab es im Jahr 2018 im Stadtgebiet Pegnitz insgesamt 542 Einsätze, was eine Erhöhung um 74 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (311) bedeutet. Den Löwenanteil hatte dabei die Feuerwehr Pegnitz mit 268 Einsätzen zu schultern. Für die Neuanschaffungen von Fahrzeugen wurde ein Betrag von gut einer Million Euro in den städtischen Haushalt eingestellt. Abzüglich der Förderungen von Regierung und Landkreis verbleibt davon ein Eigenanteil der Stadt von rund 700 000 Euro. "Und das in eher finanziell schwierigen Zeiten", wie Bürgermeister Raab betonte.

Laut Bedarfsplan

Die Neuanschaffungen sind Resultat des Feuerwehrbedarfsplan, der 2018 vom Stadtrat verabschiedet wurde. Dieser gilt nun als Handlungsleitfaden für künftige Ausstattungen und den Unterhalt der Wehren unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit. Der Stadtrat erachtete zwei Hilfeleistungslöschfahrzeuge für Pegnitz und Trockau, einen Einsatzleitwagen für Trockau und ein Mehrzweckfahrzeug für Bronn für notwendig. Diese Fahrzeuge werden nun ausgeschrieben. Bereits in Dienst gestellt wurde ein Kommandowagen der Feuerwehr Pegnitz, dafür ging ein Mehrzweckfahrzeug der Pegnitzer als Ersatz für ein defektes Fahrzeug nach Troschenreuth.

Als nächste Schritte stünden nun die Ausstattung der Atemschutzfeuerwehren mit wasserführenden Fahrzeugen in Büchenbach und Hainbronn an, weil der Bedarfsplan hier Versorgungslücken erkannte. Im Zeitraum von 2013 bis 2018 hat die Stadt für den laufenden Betrieb und Unterhalt, Ausrüstungsgegenstände, Lehrgänge und Verdienstausfälle rund 1,3 Millionen Euro ausgegeben, so der Bürgermeister. Investitionen schlugen mit 1,46 Millionen Euro zu Buche. Darin nicht enthalten seien die von den Feuerwehrvereinen angeschafften Gerätschaften, Ausrüstungsgegenstände und Schutzkleidungen.

Dass diese Investitionen in den Feuerwehrbereich notwendig sind, bewiesen mehrere Großeinsätze, so Raab. Traurige Höhepunkte seien der Ammoniakaustritt im Eisstadion mit anschließendem Brand im Cabriosol sowie der Großbrand am Böllgraben gewesen. Dass es hierbei neben dem hohen materiellen Schaden keine beziehungsweise nur leicht verletzte Menschen gab, sei nur durch ein perfektes Zusammenspiel sämtlicher Rettungskräfte mit ziviler Unterstützung der Nachbarschaft möglich gewesen, lobte der Bürgermeister. Doch was die Feuerwehren immer mehr beschäftigen werde, seien Umweltschäden und Waldbrände. So habe der Sturm Fabienne das Stadtgebiet schwer getroffen und im Juni 2018 gab es Überschwemmungen von Straßen, Grundstücken und Kellern. Diese drei Einsatztage ließen die Einsatzzahlen der Wehren nach oben schnellen. Die schon im April festzustellende Trockenheit verheiße auch für dieses Jahr viel Arbeit für die Feuerwehren.

Steigende Mitgliederzahl

Daher sei es um so mehr zu begrüßen, dass die Zahl der Mitglieder im aktiven Feuerwehrdienst auf 683 (Vorjahr 678) gesteigert werden konnte. 40 Frauen beteiligen sich daran und 83 Jugendliche. In vier Feuerwehren gibt es Kinderfeuerwehren. Bürgermeister Raab ermutigte auch die anderen Wehren, diesen Weg zur Sicherung des Feuerwehrnachwuchses einzuschlagen. Der 37. Tag der Feuerwehren findet zusammen mit dem 120-jährigen Gründungsfest der Feuerwehr Körbeldorf statt. Gefeiert wird am 3. und 4. August 2019.

Um Verdienste langjähriger Kommandanten und Stellvertreter der Kommandanten zu würdigen, erhalten diese ab einer Dienstzeit von 18 Jahren ab 2018 eine Jubiläumszuwendung. Diese geht in diesem Jahr an Fritz Arnold für 24 Jahre Dienstzeit, Gerhard Brunner, ebenfalls 24 Jahre, Christian Schauer mit 24 Jahren und Helmut Bauer mit 30 Jahren als erster Kommandant. Als Dankeschön erhielten sie in der Versammlung zudem ein Brotzeitkörbchen.

Die Landkreisführung der Feuerwehren wurde durch Kreisbrandinspektor Stefan Steger und Kreisbrandmeister Daniel Failner vertreten. Diese dankten den Feuerwehren im Pegnitzer Stadtgebiet für die gute Zusammenarbeit und der Stadt selbst für die Investitionen, die vorgenommen worden sind. Neben einigen Bekanntmachungen lud Kreisbrandmeister Failner zum Jugendfeuerwehrtag am 25. Mai in Kirchenbirkig ein. 

VON HARALD SASS

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