Pfarrer aus Auerbach bald im Radio zu hören

9.6.2021, 07:55 Uhr
Pfarrer Matthias Blaha, in Auerbach aufgewachsen, ist ab dem heutigen Mittwoch jeden zweiten Tag bei „Auf ein Wort“ im Bayerischen Rundfunk zu hören.

Pfarrer Matthias Blaha, in Auerbach aufgewachsen, ist ab dem heutigen Mittwoch jeden zweiten Tag bei „Auf ein Wort“ im Bayerischen Rundfunk zu hören. © Foto: privat

Die Themen für die Sendereihe können vom jeweiligen Verfasser frei gewählt werden, erklärt der 51-Jährige. Manchmal ergeben sich die Themen aus dem jeweiligen Tag, wenn beispielsweise Weihnachten ist oder Pfingsten oder auch ein besonderes staatliches Datum wie der Tag der Deutschen Einheit. Aber auch dann sei der Autor grundsätzlich frei, welches Thema er aufgreifen möchte. Die Themen für "Auf ein Wort" findet Blaha oft in seiner Tätigkeit und in den vielen Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen in verschiedenen Lebenslagen. Manches lese er in Zeitungen und in Zeitschriften, auch in Romanen oder Fachbüchern.

"Ich sammle die Ideen"

Die Vorlage zum "Auf ein Wort" am 9. Juni stamme beispielsweise aus dem Stern. Auch Gespräche mit Verwandten, Freunden und Bekannten oder alltägliche Begebenheiten legen manchmal den Grund zu einem Beitrag, erklärt der Pfarrer von St. Anton Ingolstadt. Zusätzlich bilden auch Bibeltexte immer wieder den Ausgangspunkt für etwas Aktuelles, das er dazu schreibt. Wenn Matthias Blaha auf etwas stößt, das für "Auf ein Wort" interessant sein könnte, schreibt er diesen Gedanken in eine Datei auf seinem Computer. "Dort sammle ich die Ideen, denn wenn man aus dem Stand fünf interessante Beiträge schreiben soll, ist das doch etwas herausfordernd. Da ist es dann gut, auf einen Pool von Ideen zurückgreifen zu können, die sich im Laufe der Zeit ansammeln."

"Der Kuschel-Opa"

Folgende Themen hat sich Blaha für die "Auf ein Wort"-Reihe im Juni überlegt: In "Der Kuschel-Opa" geht es um einen Geschäftsmann, der im Ruhestand eine erfüllende ehrenamtliche Aufgabe übernimmt; in "Unfollkomen, aber geliebt" (Anmerkung der Redaktion: Diese Rechtschreibung ist bewusst so gewählt) spricht der Pfarrer über seine Überlegungen, warum es keinen perfekten Menschen gibt; in "Der Patron der Suchenden" geht es um den Heiligen Antonius, den viele Menschen anrufen, wenn sie etwas verloren haben. Schriftstellerin Astrid Lindgren hat Pippi Langstrumpf die Worte "also geht es sicher gut" in den Mund gelegt und damit ein Motiv für einen weiteren "Auf ein Wort"-Beitrag geschaffen. Um Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft geht es am 17. Juni im Beitrag "Tür auf!". Sein Zeitaufwand für eine Staffel mit fünf "Auf ein Wort"-Beiträgen betrage von der Vorbereitung bis zur Produktion rund 15 Stunden, so der Seelsorger.

Aufnahme in München

Zur Aufnahme seiner Beiträge fährt Matthias Blaha in die BR-Zentrale nach München am Rundfunkplatz. Dort wird ihm ein Studio mit einem Tontechniker zugeteilt, und ein Pastoralreferent aus dem Erzbistum München-Freising, der im Auftrag der Bayerischen Bischofskonferenz für die Betreuung der katholischen Rundfunk-Beiträge und deren Autoren und Autorinnen zuständig ist, begleitet ihn bei der Aufnahme. Die Inhalte der Beiträge werden bereits vorab eingereicht. Vor der Aufnahme gibt der Pastoralreferent hilfreiche Anmerkungen zum Vortrag, besonders zu Betonungen, Sprechtempo oder Stimm-Modulation. "Diese Begleitung durch einen Vollprofi der Rundfunk-Verkündigungsarbeit sowohl vor als auch bei der Aufnahme ist etwas sehr Wertvolles für mich, und ich lerne dadurch auch viel für meine Predigt-Tätigkeit in den Gottesdiensten meiner Pfarrei." Für die Aufnahme von "Auf ein Wort" ist meist ein Zeitfenster von 60 bis 90 Minuten vorgesehen. Wie viele Radiohörer bei "Auf ein Wort" dabei sind, lasse sich wegen des kurzen Formats zwischen Musik und Nachrichten schwer ermitteln, sagt Blaha. Die Podcast-Downloads auf der BR-Internetseite bewegen sich hingegen im hohen fünfstelligen Bereich, hat der frühere Auerbacher erfahren.

Anders ist es bei der "Morgenfeier", die mal mit einem katholischen, mal mit einem evangelischen Geistlichen aufgenommen wird. Die Morgenfeier sei an jedem Sonntagvormittag der "Quoten-König" mit 600 000 bis über eine Million Zuhörern. Seit 2008 beteiligt sich Matthias Blaha auch an dieser Sendereihe des Bayerischen Rundfunks. Die nächste "Katholische Morgenfeier" mit ihm wird am 27. Juni von 10.05 bis 10.35 Uhr auf Bayern 1 ausgestrahlt. Das Thema lautet: "Worte des Lebens". Es geht um die Gefühle eines Menschen, der hören muss, dass er für einen anderen gestorben sei; aber auch um die Heilung Schwerkranker durch Jesus. Für die Ausarbeitung einer "Morgenfeier" investiert Blaha rund 50 Stunden, erzählt er. Pro Jahr schaffe er zwei bis drei "Morgenfeiern" und zwei Staffeln "Auf ein Wort". Seine Tätigkeit im "Homiletischen Arbeitskreis am Bayerischen Rundfunk" – dem Gremium der katholischen Rundfunkprediger – übe er auf bischöflichen Auftrag hin aus. "Der Zeitaufwand klingt nach ziemlich viel, ist es auch – zusätzlich zu meinen Aufgaben als Pfarrer. Aber die Zeit ist sehr gut investiert", findet der Geistliche.

Matthias Blaha schreibt nicht nur Rundfunkbeiträge und Predigten, sondern auch Bücher. Erst Ende 2020 hat er das Buch "Gott mit dir" mit Fotos und inspirierenden Texten herausgegeben. Er freue sich, dass sich sein inzwischen drittes Buch großer Beliebtheit erfreue. In Auerbach kann es im Pfarrbüro erworben werden. Vom Preis – 18 Euro – gehen drei Euro an die Pfarrei St. Johannes in Auerbach und fünf Euro an Blahas Pfarrei St. Anton in Ingolstadt für die Orgel.

INFO: Pfarrer Matthias Blaha spricht "Auf ein Wort" am 9. Juni, 11. Juni, 13. Juni, 15. Juni und 17. Juni auf Bayern 1 (jeweils um 22:58 Uhr) und auf Bayern 3 (immer um 21:58 Uhr). Allerdings wird die Sendung auf Bayern 1 nur von Montag bis Freitag ausgestrahlt; der Beitrag vom 13. Juni kommt daher nur auf Bayern 3.

Keine Kommentare