Freitag, 26.02.2021

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Pfeifkonzert zum Wasser-Start in Leups

Wasserzweckverband Juragruppe nimmt Verbundleitung in Betrieb und trifft auf Gegenwehr aus der Bevölkerung. - 06.12.2019 18:47 Uhr

Einige Leupser demonstrierten friedlich bei der Inbetriebnahme und machten mit Hilfe von Trillerpfeifen, einem Rasenmäher, Ratschen und anderen Dingen eine Menge Lärm.

06.12.2019 © Foto: Ralf Münch


Anfang Juli wurde in Bodendorf das Startsignal für den Bau der Ringleitung gegeben, um den Pegnitzer Ortsteil Leups an das Zentralnetz der Juragruppe anzuschließen. "Die Versorgungsleitung wurde in rekordverdächtiger Zeit gebaut", sagte Hümmer bei der Inbetriebnahme am Freitag. Aus zwei oberflächennahen Quellen erhielten die Leupser jahrzehntelang ihr Wasser.

Seit 1956 hatte die Gemeinde ein unbefristetes Wasserrecht und besaß damit eine unabhängige Wasserversorgung. Der Pegnitzer Stadtrat entschied in den 1980er Jahren, die Anlage mit den beiden Quellen so lange zu erhalten, wie dies Qualität und Quantität erlauben.

Als im Sommer 2019 die Juragruppe mitteilte, dass die Löschwasserversorgung nicht mehr gewährleistet sei, wurde schnell gehandelt. Um den Pegnitzer Ortsteil mit genügend Trinkwasser versorgen zu können, baute der Wasserzweckverband eine Notwasserleitung. Damit sei Leups wieder mit ausreichend Trinkwasser versorgt und der Löschwasserschutz gewährleistet worden, sagte Hümmer. Inzwischen ist auch die neu geschaffene Verbundleitung aktiv.

Bei der offiziellen Inbetriebnahme brachte Hümmer extra ein Mikrofon samt Lautsprecher mit. Offensichtlich ahnte er schon, dass es Gegenwehr geben würde. Fast 30 Personen standen bereit, um ihren Frust über die Anbindung freien Lauf zu lassen.

Mit Trillerpfeifen, einem Laubbläser, einem Motorrad und einem Rasenmäher waren die besorgten Bürger lautstark "bewaffnet". "Wir machen hier einen Adventsspaziergang", witzelte Rita Lodes. Doch zum Spaß sei sie nicht vor Ort gewesen. "Das Wasser ist eine Gottesgabe, die hier mit Füßen getreten wird." Während der Ansprachen kamen die Bürger näher, damit auch niemand mehr die Worte von Bürgermeister Uwe Raab, Werkleiter Hans Hümmer und Alt-Bürgermeister Manfred Thümmler verstehen konnte.

"Wer um seine Wasserversorgung kämpft, dafür habe ich Verständnis", schallten die Worte von Raab noch hörbar aus dem Lautsprecher, "aber für eine unangemeldete Demonstration habe ich keins." Zu dieser Aussage fanden die anwesenden "Demonstranten" klare Worte.

Die Versammlung sei rein zufällig zustande gekommen. So sei das Motorrad des Vorsitzenden des Vereins Pro Leupser Quellwasser, Peter Strese, genau an dieser Stelle ausgegangen und er habe lediglich versucht, es immer wieder zum Starten zu bringen.

"Wir werden weiterkämpfen, um unsere Quelle", sagte Strese, "es gibt keine Notwendigkeit mehr, dass sie im Besitz der Juragruppe bleibt." Das Quellwasser fließe nun ungenutzt den Hang hinunter und versickere letztendlich. "Es wird immer von der Nachhaltigkeit gesprochen. Die wird hier doch mit Füßen getreten", sagte Otto Lodes sichtlich verärgert. Zudem wirft der Verein der Juragruppe Raubbau an der Natur vor und dass man die Quelle mit Absicht heruntergewirtschaftet habe.

Dem widerspricht Hümmer deutlich: "Im Quellwasser waren 2005, zuletzt 2014 und nachfolgend auch im Trinkwasser einige Male Belastungen mit coliformen Keimen aufgetreten." Durch weitere Untersuchungen habe man herausgefunden, dass diese Probleme nicht durch die Anlageteile verursacht wurden, sondern dass das Rohwasser selbst belastet sei.

Der Verein will nun weiterkämpfen und den Anschluss an die Juragruppe nicht einfach hinnehmen.

Wasser ist eine Gottesgabe, die hier mit Füßen getreten wird

MARTIN BURGER

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