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Sonntag, 26.05.2019

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"Pflege der Wanderwege alleine nicht mehr zu stemmen"

Tüchersfelder Ortsgruppe des Fränkische Schweiz Vereins kapituliert — Diverse Mitglieder sind seit Jahrzehnten dabei - 19.03.2019 22:18 Uhr

Die Geehrten Thorsten Sebald (von links) und Burkhard Hofmann mit FSV-Ortsgruppenvorsitzendem Erwin Sebald. © Foto: Thomas Weichert


Dem Pottensteiner CSU-Stadtrat und städtischen Seniorenbeauftragten Sebald liegt die Pflege der Wanderwege am Herzen. Dies stößt jedoch bei manchem seiner Vorstandskollegen im FSV-Ortsverein auf großen Widerstand, weil die Mitglieder der Ortsgruppen dies nicht mehr in Eigenleistung schaffen können. Sebald thematisierte diese Problematik bei der Hauptversammlung der FSV-Ortsgruppe Tüchersfeld im Gasthaus Zum Fahnenstein.

Sebald ist zwar stolz darauf, dass es in seinem Verein noch Leute gibt, die immer fleißig mit anpackten, wenn es gilt, ehrenamtliche Arbeiten zu erledigen. Aber auch in seinem Verein müsse den Mitgliedern so langsam ein Licht aufgehen, dass es immer schwieriger werde, diese Ehrenämter zu besetzen. "Deshalb wäre es sehr wichtig, wenn sich junge Leute für unseren FSV zur Verfügung stellen würden", appellierte Sebald.

Ohne die Unterstützung der Stadt Pottenstein und des Arbeitstrupps des Naturparkvereins könne man die Instandhaltung der Wanderwege, die das wichtigste touristische Kapital seien, nicht mehr bewältigen. Die Werbung für die Fränkische Schweiz werde in letzter Zeit intensiver betrieben als noch vor einigen Jahren. "Aber was nützt das alles, wenn immer mehr Gasthäuser schließen müssen, weil sie keine Nachfolger mehr finden, die die dann strengeren Auflagen erfüllen können?", fragte Sebald. Vor allem ein Urlaubsort wie Tüchersfeld, der zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns und den 100 schönsten Dörfern Deutschlands zähle und laut Sebald obendrein der am meisten fotografierte Ort der Fränkischen ist, müsse Gasthäuser und gut ausgebaute, gepflegte Wanderwege vorweisen.

Aber auch der Ortskern von Tüchersfeld bröckle gewaltig. "Außen herum viele neue Häuser, aber die Ortsmitte geht einer schlechten Zeit entgegen", mahnte Sebald. Daher müsse man sich dringend Gedanken machen, wie man dieser negativen Entwicklung entgegenwirken könne, damit die Jugend im Ort bleibe. "Nur dann wird auch wieder mehr Tourismus in unserem Ort Einzug halten", ist Sebald überzeugt und machte das an einem Beispiel fest.

In den Sommermonaten der 1960er und 70er Jahre habe Tüchersfeld noch weit oben bei den Übernachtungszahlen in der Fränkischen Schweiz gestanden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Urlauber habe damals noch bei 14 Tagen gelegen. 2018 habe sich dieser Wert auf zirka drei Tage reduziert. Außerdem gibt Sebald die Hoffnung nicht auf, dass sich der Handyempfang in Tüchersfeld, in dem noch dazu das Zentralmuseum der Fränkischen Schweiz liegt, verbessert. Sebald dankte den Mitgliedern, die tatkräftig bei den vielen zu erledigenden Arbeiten mit anpackten. Sein besonderer Dank galt Martin Held, der sich federführend um die Pflege des Kinderspielplatzes kümmert.

Ehrennadel in Gold

Aktuell hat die FSV-Ortsgruppe Tüchersfeld 186 Mitglieder. Einige davon wurden nun für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. So erhielt Burkhard Hofmann die FSV-Ehrennadel in Gold für 40-jährige Vereinstreue; die gleiche Auszeichnung in Silber ging an Thorsten Sebald für 25-jährige Mitgliedschaft. Die Ehrennadel in Bronze für zehn Jahre wurde Marion und Gerhard Brettschneider überreicht. 50 Jahre dabei ist Georg Wolf, der aus gesundheitlichen Gründen aber nicht kommen konnte. Auch Gerlinde Eckert und Ferdinand Endres wird die Goldene Ehrennadel für 40 Jahre nachgereicht.

Ein Höhepunkt in diesem Jahr soll ein Weinfest am 6. Juli im Hof des Fränkische Schweiz Museums werden, bei dem nach zehn Jahren Pause die Tüchersfelder Buam erstmals wieder aufspielen werden. Das Johannisfeuer am Zeckenstein wird am 22. Juni abgebrannt. Am 13. April ab 9 Uhr ist ein Arbeitseinsatz am Kinderspielplatz unter dem Motto "Zamm geht’s" geplant. Im Gespräch war auch ein Zweitagesausflug an den Königssee. Außerdem verwies Sebald noch auf etliche Termine, zu denen der Verein Wanderungen für seine Mitglieder und die Urlaubsgäste anbietet.  

THOMAS WEICHERT

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