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Mittwoch, 16.10.2019

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Physiotherapieschüler warten seit Monaten auf Bezahlung

Trotz neuem Tarifvertrag gibt es bisher am Klinikum keine Bezüge für Auszubildende - Protestschreiben - 08.05.2019 19:13 Uhr

Physiotherapie © obs/AGA/Photographee.eu


In ihren gleich lautenden Schreiben an die Bayreuther Klinikleitung erklären die Schüler: "Rein vorsorglich und zur Vermeidung von Rechtsnachteilen mache ich daher hiermit meinen Anspruch auf Zahlung von Ausbildungsvergütung, einschließlich aller sonstigen Entgeltregelungen ab 1.1.2019 geltend."

Klinikum-Sprecher Frank Schmälzle widersprach dem Ansinnen der Schüler auf Zahlung der Ausbildungsbezüge zum 1. Januar 2019. "Die Neureglung sieht allerdings vor, dass die Refinanzierung der Ausbildungsvergütung gesichert sein muss." Das sei bislang nicht der Fall.

So sei es "aus unserer Sicht nicht haltbar, gegenüber den künftigen Schülerinnen und Schülern eine Zusage bezüglich einer Ausbildungsvergütung zu machen, so lange die Vorbedingung der Refinanzierung nicht erfüllt ist." Ausbildungsvergütungen müssten laut Klinikum erst ab dem neuen Schuljahr im September gezahlt werden.

Andere Krankenhäuser schneller

Keine Bedenken dieser Art gibt es am Klinikum Ingolstadt, einem kommunalen Krankenhaus. Dort wird die Ausbildungsvergütung für angehende Physiotherapeuten und medizinisch-technische Assistenten anerkannt. Auch für die Uniklinik in Erlangen kündigte deren Sprecher Johannes Eissing die Zahlung von Ausbildungsvergütungen für Berufsfachschüler in Gesundheitsberufen spätestens zum 1. Juni an. Die Bezüge werden rückwirkend zum 1. Januar 2019 gezahlt und betragen im ersten Ausbildungsjahr mittlerweile monatlich 1015 Euro.

An der juristischen Gültigkeit der Tarifverträge hat der bayerische Verdi-Landesfachbereitsleiter Robert Hinke keinen Zweifel. Seine zuständige Fachbereichsleiterin für Gesundheitsberufe, Kathrin Weidenfelder, bedauert aber, dass von einigen Arbeitgebervertretern ganz bewusst "Unsicherheiten" gestreut würden, um die Schüler bei der Durchsetzung ihre berechtigten Ansprüche zu verunsichern.

Diese Unsicherheiten beträfen auch die zumindest teilweise Anrechnung der Schulferien auf die vereinbarten 30 Tage Jahresurlaub der künftigen Auszubildenden.

In der Durchsetzung der Einführung von Ausbildungsverträgen für Berufsfachschüler in Gesundheitsberufen will Verdi in den nächsten Wochen "einen Zahn zulegen", kündigte Weidenfelder an.

Für Weidenfelder ist klar, dass mit dem neuen Tarifvertrag für alle Berufsfachschüler in Gesundheitsberufen Ausbildungsverträge abgeschlossen werden müssen. Das sei in "einigen Kliniken" bereits "so gut wie abgeschlossen".

Grundsätzlich betroffen vom neuen Ausbildungstarifvertrag sind in Bayreuth rund 100 Schüler der Klassen 1 bis 3 in den Ausbildungsbereichen Physiotherapie und Medizinisch-technische Laborassistenz.

Durchgehend durch das ganze Schuljahr ist jeweils eine Schulklasse der PhysiotherapeutInnen im Praktikumseinsatz am Klinikum und erbringt dort auch eine konkrete Arbeitsleistung.

Die Klinikum Bayreuth GmbH wartet derweil noch auf eine klärende Einschätzung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft zur eingeforderten Zahlungsverpflichtung.

VON FRANK HEIDLER

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