Freitag, 15.11.2019

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Plech: Spektakuläre Rettung im Korb

Wegen starken Rauchs war bei einer Übung der Zugang übers Treppenhaus unmöglich - 24.09.2019 19:55 Uhr

Zehn Feuerwehren brausten mit Blaulicht und Martinshorn zur Plecher Grundschule: Bei der Inspektionsübung des südlichen Landkreises Bayreuth galt es, fünf im Obergeschoss festsitzende Personen mit Hilfe der Drehleiter zu retten. © Foto: Klaus Möller


Die Plecher staunten nicht schlecht, als am Montagabend um 19.20 Uhr plötzlich die Sirene auf dem Rathaus ertönte und daraufhin zehn Feuerwehren aus der Umgebung mit Blaulicht und Martinshorn durch den Ort in Richtung Grundschule brausten. Ursache dafür war die Inspektionsübung des südlichen Landkreises Bayreuth in der Aktionswoche der bayerischen Feuerwehren, die unter dem Motto "Wir sind Ehrenamt – Wir sind Feuerwehr" steht.

Um den Bürgern die Arbeit der ehrenamtlichen Feuerwehrler zu zeigen und die Zusammenarbeit sowie Abstimmung der Wehren aus Plech und den angrenzenden Gemeinden bei einem Großeinsatz zu üben, hatte sich Kreisbrandinspektor Stefan Steger ein spannendes Szenario überlegt: ein Brandausbruch in der Grundschule Plech infolge von Installations- und Schweißarbeiten im Bereich der beiden Luftschutzräume. Das Feuer breitete sich demnach schnell auf andere Gebäudeteile aus.

Und so stellten die eintreffenden Feuerwehrmänner und -frauen aus Plech, die als Erste zur Stelle waren, eine sehr starke Rauchentwicklung an der Schule sowie über das Treppenhaus in die Mehrzweckhalle und die Klassenzimmer im Obergeschoss fest. Entsprechend leiteten sie sofort im Bereich des Kameramuseums die Brandbekämpfung ein.

Laute Hilfeschreie

Eine wichtige Aufgabe der Plecher Floriansjünger war die Beruhigung von fünf, laut um Hilfe schreienden Personen in einem Klassenzimmer im Obergeschoss. Aufgrund der Brandlage konnten die Einsatzkräfte nicht über das Treppenhaus zu ihnen vordringen. Deshalb wartete die Einsatzleitung auf die bereits alarmierte Drehleiter aus Pegnitz, um die vermeintlich Eingeschlossenen mit Hilfe des Rettungskorbes zu retten.

Vor Beginn der Löscharbeiten im Gebäude waren Atemschutzträger in die Schule eingedrungen, wo sie im Keller noch fünf weitere "Personen" – in diesem Fall aber nur Trainingspuppen – entdeckten, mit deren Rettung sofort begonnen wurde. Um die anschließende Versorgung aller Geretteten kümmerten sich die Sanitäter des ASB Velden und die Ersthelfer aus Betzenstein-Plech.

100 Kräfte im Einsatz

Die zwischenzeitlich aus Betzenstein, Ottenhof, Weidensees, Kirchenbirkig und Leupoldstein angerückten Wehren kümmerten sich mit vollem Einsatz um die Brandbekämpfung innerhalb und außerhalb des Gebäudekomplexes. Gut 100 Feuerwehrler waren während der knapp eineinhalbstündigen Großübung am Plecher Schulhaus im Einsatz, zu der zahlreiche Schaulustige gekommen waren.

Wäre dies ein realer Einsatz gewesen, erklärte Kreisbrandmeister Tobias Kohlmann aus Ahorntal, dann würden allerdings noch mehr Löschfahrzeuge und Feuerwehrler zum Einsatz kommen. "Übungszweck voll erreicht", resümierte später ein zufriedener Kreisbrandinspektor Stefan Steger am Ende der Übung. Das bestätigten auch die Kreisbrandmeister Andreas Lodes aus Ahorntal, Werner Otto aus Betzenstein und Daniel Failner aus Pegnitz. Alle Übungsziele – von der Menschenrettung über die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst des ASB bis hin zur Brandbekämpfung – seien erfolgreich bewältigt worden.

Auch die Zweite Bürgermeisterin Renate Pickelmann (ÜWG) und Landrat Herrmann Hübner (CSU) zeigten sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der beteiligten Feuerwehrfrauen und -männer. Beim abschließenden, von der Gemeinde gestifteten Imbiss im Plecher Feuerwehrhaus betonten beide, wie wichtig das Zusammenwirken der kleineren und größeren Feuerwehren für eine erfolgreiche Bewältigung von solchen Einsätzen sei.

Und mit Blick auf das Motto der Feuerwehr-Aktionswoche unterstrichen die zwei Politiker die Bedeutung des Ehrenamtes und das dahinterstehende Engagement der Feuerwehrler.

KLAUS MÖLLER

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