Montag, 12.04.2021

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Plecher Kameramuseum hat jetzt einen Audioguide

Wegen ausfallenden Führungen wurde das Museum von der Bundesregierung unterstützt - 27.11.2020 12:55 Uhr

Als Ersatz für derzeit nicht mögliche Treffen und Führungen gibt es jetzt einen Audioguide über das Plecher Kameramuseum. Diese digitale Einrichtung kann aber auch bei Besuchen genutzt werden.

26.11.2020 © Foto: Archiv/Klaus Trenz


37 herausragende Exponate oder Stationen im Deutschen Kameramuseum kann man jetzt virtuell in Bild, Text und gewissermaßen als Hörspiel daheim oder – wenn wieder geöffnet sein darf – vor Ort im Museum bei einer spannenden Führung erleben. Das geht aus einer Pressemitteilung des Deutschen Kameramuseums hervor.

Im Mai dieses Jahres gab der Bund eine Initiative bekannt, die Museen das (Über-)Leben in Zeiten der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise erleichtern sollten: "Neustart. Sofortprogramm für Corona-bedingte Investitionen in Kultureinrichtungen" lautete der etwas sperrige Titel, der dem Deutschen Kameramuseum jetzt "einen professionellen Audioguide bescherte, der ohne diese Berliner Zuschüsse niemals erschwinglich gewesen wäre", wie Fördervereins-Schatzmeister Thomas Wanka erläutert.

Kleiner Eigenanteil

Rund 13 500 Euro betrugen die Gesamtinvestitionen in diesem Zusammenhang, von denen der Förderverein Deutsches Kameramuseum in Plech lediglich zehn Prozent selbst beisteuern musste. In dieser Summe enthalten waren Maßnahmen zur Einhaltung der Corona-Bekämpfungsmaßnahmen, von der Glasscheibe an der Kasse bis zum Desinfektionsmittelspender, ein Server und Wlan-Repeater nebst nötiger Technik, aber vor allem Investitionen in den Audioguide, der eine kontaktlose Führung mit entsprechenden Abstandsregeln ermöglicht.

Vorteil dieser Lösung für den Besucher laut Museumsleiter Kurt Tauber: "Jeder Gast kann seine vertraute Ausrüstung mit seinen bewährten Einstellungen einsetzen. Vorteil fürs Museum: Keine Anschaffung eigener Audioguide-Geräte nötig, keine Wartung erforderlich, keine Reparaturen oder eben in Corona-Zeiten keine Desinfektion der Apparate."

Mit Handy oder Tablet

Jeder Besucher, der sein eigenes Smartphone oder Tablet ins Museum mitbringt, kann sich – natürlich kostenlos – in das Wlan-Netz des Kameramuseums einloggen und nach dem Scannen eines QR-Codes geht es schon los. Auf dem jeweiligen Bildschirm erscheinen je nach Interesse Bilder ausgewählter, eigens gekennzeichneter Exponate.

Und dazu kann man entweder einen Beschreibungstext lesen oder sich — noch viel interessanter — per mitzubringender Ohr- oder Kopfhörer eine Art Hörspiel zu Gemüte führen, das die besonderen Ausstellungsstücke in kurzweiligen Beiträgen erläutert. Wenn wenig Besucher in den Sälen unterwegs sind, kann ein Gast auch seine Begleiter mit nur einem Gerät per Lautsprecher akustisch "mitversorgen", ohne andere Besucher zu stören.

Dabei wurde mit Ilka Teichmüller und Oliver Brod ein professionelles Sprecher-Duo engagiert, das sonst für Funk, Fernsehen, Synchronisationsstudios oder Hörspielproduktionen arbeitet. Und eine Atmosphäre rund um das Exponat herbeizaubert, die man sonst nur von hochwertigen TV-Produktionen kennt.

Rund um die Uhr erreichbar

Wer jetzt neugierig auf das fertige Produkt geworden ist, kann den Wahrheitsgehalt der Pressemitteilung des Kameramuseums von zuhause aus selbst überprüfen. Der Audioguide ist nämlich nicht nur vor Ort im (derzeit Corona-bedingt geschlossenen) Museum abrufbar, sondern auch rund um die Uhr über die Homepage unter www.kameramuseum.de/audioguide.

Dort findet sich auch zur Vorbereitung des Museumsbesuchs ein Lageplan mit den eingezeichneten Stationen des Audioguides, so dass der Besucher sich später zielstrebig gleich in den richtigen Raum begeben kann, wenn er ein bestimmtes Exponat direkt in Augenschein nehmen möchte.

Die Berliner Journalistin Dr. Claudia Klein hatte im August 2020 das Plecher Museum besucht und sich bei Tauber und Wanka ausgiebig über die vorzustellenden Highlights informiert. Klein ist seit zwölf Jahren freie Kulturschaffende im Bereich Museen und Dokumentarfilm und hat mit großen Audioguide-Agenturen etwa 80 Führungen realisiert.

Klangvolle Namen

Die Liste ihrer Referenzen ist beeindruckend und enthält unter anderem die klangvollen Namen bedeutender Auftraggeber wie Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Jüdisches Museum Berlin, Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern, Museum Frieder Burda und Humboldt-Forum.

Das Deutsche Kameramuseum befindet sich mit dem Audioguide also in allerbester Gesellschaft. Für die technische Produktion war Uwe Strauch von "museum.de" in Xanten verantwortlich. Dort werden die Texte, Bilder und Audiofiles zusammen mit einer Anzahl Audioguides anderer Museen auch zentral gehostet. Das Deutsche Kameramuseum kann aber frei über die erstellten Beiträge verfügen und sie nach Bedarf multimedial einsetzen.

nn

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