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Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl: Das braucht Pegnitz 2020

Bei der Diskussionsrunde der Bürgermeisterkandidaten zeigt sich, welche Themen die Knackpunkte sind. - 11.02.2020 11:55 Uhr

Die beiden Journalisten Michael Grüner (links) und Martin Burger (rechts) moderierten am Montagabend die Podiumsdiskussion anlässlich der Pegnitzer Bürgermeisterwahl in der Wiesweiherhalle. Ihren Fragen stellten sich: Werner Lappat, Sandra Huber, Thomas Schmidt, Uwe Raab und Wolfgang Nierhoff (von links). © Ralf Münch


Darüber hinaus verfolgten zeitweise bis zu 600 User den Livestream im Internet. Kein Zweifel: Die Bürger dieser Stadt haben ein großes Interesse zu hören, wer Pegnitz regieren möchte und was der oder die vorhat, falls er oder sie tatsächlich Bürgermeister oder Bürgermeisterin wird.

Durch die Fragerunden führten Michael Grüner von den Nordbayerischen Nachrichten und Martin Burger vom Nordbayerischen Kurier. Sie hatten die Kandidaten gut im Griff, was auch daran lag, dass sich die vier Männer und die eine Frau an den Mikrofonen an die Spielregeln hielten — jeder bekam pro Antwort eine beziehungsweise zwei Minuten Zeit, um seinen Standpunkt darzulegen. Selten wurde diese Marke überschritten.

Und wenn doch mal jemand länger reden wollte, wie etwa Bürgermeister Uwe Raab, bekam er ein bisschen Zeit oben drauf oder durfte noch Stellung zu den Vorrednern beziehen. Die Diskussionsteilnehmer gingen fair miteinander um. Bei der Reihenfolge der Antworten wurde durchgewechselt, damit niemand benachteiligt wurde.

Einig waren sich die Kandidaten bei der ersten Frage: Warum soll gerade er oder sie Bürgermeister beziehungsweise Bürgermeisterin werden? Alle sehen großes Potential in dieser Stadt. Es gelte, dieses auch zu nutzen.

Werner Lappat (CSU), zuvor noch nicht kommunalpolitisch in Pegnitz tätig, ist der Meinung, "dass es von außen gefühlt einen Stillstand gibt." Zuschauen reiche ihm nicht. Sandra Huber (Grüne) will "alles in die Waagschale werfen" und gegen den Klimawandel angehen, damit auch ihre Kinder und Enkel in Sicherheit und Frieden leben können, so wie das auch ihrer Generation vergönnt gewesen sei. Thomas Schmidt (FWG) gab an, als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat in den vergangenen sechs Jahren mehrfach mit Anträgen gescheitert zu sein.

 

"Wir können etwas bewegen, dafür sitze ich hier", sagte er. Amtsinhaber Uwe Raab (SPD) hat nach eigener Auskunft viele Projekte angestoßen, PEP-Gelände und Bahnhof zum Beispiel. "Nun müssen diese Projekte entwickelt werden", sagte Raab. Wolfgang Nierhoff (PEG) wies darauf hin, dass er sich seit 40 Jahren in der Kommunalpolitik engagiere. Aus dieser Erfahrung wisse er, dass nicht immer ausreichend kommuniziert werde, was im Rathaus geplant und entschieden werde.

Das war einer der Knackpunkte: Die Kommunikation zwischen Bürgermeister und Stadtrat sowie zwischen Rathaus und Bürgern. Bis auf Amtsinhaber Raab kritisierten alle Kandidaten, dass es in Pegnitz weder ein virtuelles Informationssystem für die Räte, noch für die Bürger gibt. Andere Städte in der Umgebung, wie Auerbach und Ebermannstadt, schafften es doch auch ein Ratsinformationssystem einzuführen, fand Huber.

Nierhoff sprach von einem Maulkorb, den es anscheinend für Rathausmitarbeiter gäbe. "Ich halte davon recht wenig", sagte Nierhoff.

Schmidt kann sich einen Livestream der Stadtratssitzungen im Internet vorstellen und plädiert dafür, dass Protokolle der Sitzungen öffentlich gemacht werden: "Transparenz muss im Gremium stattfinden", so Schmidt.

Lappat würde gerne Vor- und Nachteile einer möglichen Stadtratsentscheidung online erklären und die Bürger abstimmen lassen. "Transparenz bedeutet für mich, dass ich immer weiß, wo ich stehe."

"Manpower" fehlt

Raab verteidigte die bisherige Informationspolitik "Die Prozesse sind mit den Bürgern rückgekoppelt." Er räumte jedoch ein: "Aber ich will sagen, dass es technisch noch besser klappen kann." Dafür habe aber bislang "die Manpower" gefehlt.

Auseinander gingen die Meinungen auch beim Thema Finanzen und wurden etwa beim Beispiel Cabriosol konkret. "Wir schaufeln jedes Jahr 2,4 Millionen Euro in dieses Bad", sagte Schmidt. Er brachte eine Zweckverbandslösung wie für die Therme Obernsees ins Spiel — die umliegenden Kommunen sollen sich an den Kosten beteiligen. Er könne sich auch vorstellen, dass es wie in anderen Orten kein Bad mehr gibt.

Huber räumte ein, dass mit dem Cabriosol "viel schiefgelaufen" sei. Die Stadt brauche aber ein Bad, einsparen könnte man beim Energieverbrauch, etwa über ein Blockheizkraftwerk.

Laut Lappat wird das Cabriosol einfach schlecht gemanagt. Er würde den Vertrag mit der Betreiberfirma GMF nicht verlängern, "schon sind die ersten 200 000 Euro eingespart".

Nierhoff plädierte für das Bad. Er möchte "eine Stimmung schaffen, dass die Pegnitzer ins Bad gehen und die Zahlen nicht so schlimm rot sind."

Der abschließenden Frage der Moderatoren, ob es bei der Bürgermeisterwahl zu einer Stichwahl kommen wird und wer dann gegeneinander antreten wird, gingen die Kandidaten aus dem Weg — bis auf Werner Lappat. Er glaubt, dass er in die Stichwahl kommen wird. Als Gegner würde er sich dann Uwe Raab wünschen, "wegen dem Bürgermeister-Bonus."

Einen Artikel zur Bürgerrunde lesen Sie in der nächsten Ausgabe.

MARCEL STAUDT

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