Spendenaktion

"Pomoć-Aktion": 5000 Pakete für Südosteuropa

14.11.2021, 15:00 Uhr
Die Auerbacher Schulen – hier ein Archivfoto aus der Dr.-Heinrich-Stromer-Grundschule – beteiligen sich regelmäßig an der Pomoć-Aktion. Ansprechpartnerinnen sind (hinten v. l.) Melanie Knarr aus Illschwang und Jutta Lindner aus Auerbach.

Die Auerbacher Schulen – hier ein Archivfoto aus der Dr.-Heinrich-Stromer-Grundschule – beteiligen sich regelmäßig an der Pomoć-Aktion. Ansprechpartnerinnen sind (hinten v. l.) Melanie Knarr aus Illschwang und Jutta Lindner aus Auerbach. © Archivfoto: Sabine Rühl

Das Wort "Pomoć" bedeutet in der bosnischen Sprache so viel wie "Hilfe". Und noch ein zweites Wort in der Landessprache ist maßgeblich für die Initiative: "Volontiranje" bedeutet "Ehrenamt". Alle an der Pomoć-Aktion beteiligten Helfer arbeiten ehrenamtlich. "Bei Hilfs- und Spendenaktionen ist mir wichtig, dass die komplette Spende zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankommt", sagt Jutta Lindner. Die Auerbacherin erfuhr 2002 durch ihre Arbeitskollegin Melanie Knarr von der Aktion Pomoć. Knarr stammt aus Illschwang und ist von Anfang an dabei. "Ich war sofort begeistert über das Engagement dieser Gruppe, und deshalb fiel mir der Entschluss hier mitzuhelfen sehr leicht."

Die Initiative für die Hilfsaktion ging von einigen Jugendlichen aus. Als in den neunziger Jahren der Krieg in Kroatien und Bosnien-Herzegowina tobte, überlegten sich die jungen Leute, wie sie helfen könnten. Mit Unterstützung einer befreundeten Hilfsorganisation ergab sich die Möglichkeit, die gesammelten Spenden vor Ort persönlich zu übergeben.

Dieses Erlebnis habe die Jugendlichen damals so geprägt, dass sie unmittelbar nach der Rückkehr die nächsten Aktionen gestartet haben, um die Bevölkerung in der Region über die Situation zu informieren und weitere Spenden zu sammeln und auf den Balkan zu bringen, erzählt Lindner. Mitte der neunziger Jahre wurde dann die Idee mit der Päckchen-Aktion geboren, die seit 1996 jedes Jahr kurz vor Weihnachten durchgeführt wird.

Die Logistik ist gut organisiert. Zu Beginn der Adventszeit kommt ein großer Lastwagen aus Bosnien und holt die Päckchen sowie weitere Spenden direkt bei der Sammelstelle auf einem Bauernhof bei Amberg ab. Die Helfer bereiten alles für den Transport vor und sind beim Beladen des Lastwagens dabei. In den letzten Jahren seien durchschnittlich rund 20 Paletten zusammengekommen, erinnert sich die Auerbacherin.

Keine Pause im Corona-Winter

Etwa 5000 bis 6000 Pakete pro Jahr wurden nach Südosteuropa gebracht. Melanie Knarr aus Illschwang fährt regelmäßig mit zum Verteilen der Päckchen. Jedes Jahr sehe sie die Not der Menschen und deren Freude, ein Päckchen zu bekommen. Die Beschenkten erkennen, dass sie nicht vergessen sind und dass an sie gedacht wird. Die Helfer aus Bayern spüren in solchen Situationen große Dankbarkeit für die eigene gute Lebenssituation, weiß Jutta Lindner.

Selbst im Corona-Winter 2020 hat die ehrenamtliche Initiative nicht pausiert. Wegen des Lockdowns und der schwierigen Situation an den Grenzen wurde damals verstärkt um Geldspenden gebeten. Ziel war es, vor Ort Pakete zusammenstellen und verteilen zu lassen. Dieser Plan wurde umgesetzt. Dennoch seien auch einige Päckchen abgegeben worden, die mit dem Lastwagen einer befreundeten Hilfsorganisation nach Bosnien gebracht wurden.

In 2021 ist die Pomoć-Aktion wieder angelaufen und es wurden zahlreiche Faltkartons und Infoblätter verteilt. In Sulzbach-Rosenberg, Königstein und Auerbach beteiligen sich mehrere Schulen und Kindergärten sowie verschiedene Vereine an der Initiative für den guten Zweck. Auch Freunde und Bekannte der ehrenamtlichen Helfer unterstützen die Aktion.

Im nördlichen Landkreis ist meist Jutta Lindner unterwegs, um die Päckchen, die von den Spendern häufig in Geschenkpapier verpackt wurden, einzusammeln. Im Durchschnitt werden rund 70 Prozent der ausgeteilten Kartons wieder eingesammelt, erzählt die Auerbacherin. Seit sie dabei ist, wurde die Aktion auch im Auerbacher Raum immer bekannter und es gebe jetzt viele Unterstützer. In den vergangenen Jahren wurden stets rund 500 Pakete gespendet.

Der Zeitplan für die laufende Aktion ist fest vereinbart. Die Geschenkpakete werden am ersten Adventswochenende für den Transport vorbereitet. Die letztmögliche Abgabe ist daher am Sonntag, 28. November, bei Familie Graf in Amberg-Atzlricht, Maria-Schnee-Weg 6. Die in Auerbach und Umgebung gepackten Päckchen werden bereits am 25. November vom Team der Pomoć-Aktion in einem Sammeltransport abgeholt. Wer in seiner Schule oder dem Kindergarten die Faltkartons der Initiative sieht, hat demnach noch ein paar Tage Zeit, um ein Päckchen zu packen und damit einem Kind aus einfachen Verhältnissen oder in einem Waisenhaus eine große Freude zu bereiten.

Keine Kommentare