Pottenstein: Ärger um Messwerte des Trinkwassers

14.6.2021, 17:31 Uhr
Im 14-tägigen Rhythmus wird das Trinkwasser der Aschenbrunnenquelle mikrobiologisch untersucht. Im Bild ein Teil des Pottensteiner Wasserwerks.

Im 14-tägigen Rhythmus wird das Trinkwasser der Aschenbrunnenquelle mikrobiologisch untersucht. Im Bild ein Teil des Pottensteiner Wasserwerks. © Foto: Klaus Trenz

Da es immer wieder zu einer Verunreinigung des Trinkwassers kommt, muss die Stadt Chlor zugeben und plant aktuell, das Wasserwerk zusätzlich mit einer UV-Anlage auszustatten. So erklärt Christoph Hartmann, Diplom-Geoökologe des Geo-Teams aus Bayreuth, dass dies nötig sei, weil die Aschenbrunnenquelle, aus der die Pottensteiner ihr Wasser beziehen, in einem Karstgebiet liege, welches über keine porösen oder eben schwer durchlässige Deckschichten verfüge.

Verkeimung möglich

"Die wünschenswerte natürliche Reinigungswirkung ist in diesem Einzugsgebiet leider nicht überall gegeben", weiß Hartmann, und ist sich ebenfalls sicher, dass es auch nach Inkrafttreten der neuen Schutzgebietsverordnung und deren konsequenter Einhaltung zu einer Verkeimung des Rohwasser kommen kann. Genau aus diesem Grund empfehlen die Behörden auch in der Regel einen "Sicherheitsgurt" in Form einer UV-Anlage oder Ultrafiltration. Wenn die Natur es in Eigenleistung nicht schaffe, müsse das Wasser eben aufbereitet werden. Dies sei gängige Praxis und vor allem in Karstgebieten fast schon ein Standard.

"Das Pottensteiner Wasser ist in Ordnung. Gerade, weil das Wasser keine Trübung hat", führt Hartmann weiter aus. Bei einem trüben Wasser könnten sich Krankheitserreger darin verstecken. Dann könne auch eine UV-Anlage die Keime nicht mehr abtöten.

Antwort ohne Daten

Trotzdem hätten einige Stadträte und Bürger gerne genauere Informationen über die aktuelle Lage des Wassers. Am liebsten monatlich. Nachdem es einmal geklappt hat, gab es im darauffolgenden Amtsblatt dann keine Veröffentlichung mehr, weshalb sich Stadtrat Johannes Frosch (FWG) informierte, weshalb man sich gegen eine Veröffentlichung entschieden habe und, ob er diese trotzdem per E-Mail haben könne. Auf mehrere E-Mails erhielt Frosch nur eine Antwort, aber keine Werte des Wassers. "Für mich ist das Vorgehen nicht nachvollziehbar.

Gerade bei so einem wichtigen Thema und den Unstimmigkeiten in den vergangenen Wochen sollte doch Transparenz und Informationspolitik das wichtigste Mittel der Verwaltung sein", sagt Stadtrat Frosch. Gerade, weil es eine öffentliche Zusage gebe, die Daten im Amtsblatt bekannt zu machen, im Haushaltsentwurf 55 000 Euro für eine UV-Anlage veranschlagt seien und, weil sich dabei die Frage ergebe, ob der Einbau der Anlage überhaupt notwendig sei.

Des Weiteren sprach sich Frosch für eine weitere Analyse durch den Bund Naturschutz aus, für den es wichtig sei, die Wasserwerte der vergangenen Jahre zu erhalten. "Eben, um über einen längeren Zeitraum einen Eindruck zu erlangen. Die neue Wasserschutzverordnung ist ja erst im November 2020 in Kraft getreten."

Auf Anfrage der Redaktion antwortet Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU-UWV), dass die Werte im nächsten Amtsblatt veröffentlicht werden: "Wir machen das aber jetzt nicht jedes Mal, das ist ganz klar. Die kommen in regelmäßigen Abständen, aber nicht in jede Ausgabe." Dies sei transparenter für die Interessierten, meint Andreas Berner, Mitarbeiter der Pottensteiner Hauptverwaltung im Rathaus. "Das ist kein böser Wille, aber, wenn jeden Monat die Werte veröffentlicht werden, dann ist das nicht so nachvollziehbar. Über einen längeren Zeitraum sieht man eine gewisse Entwicklung." Falls der Stadtrat sich dafür ausspreche, dass die Zahlen monatlich veröffentlicht werden, dann ginge dies natürlich auch – er müsse sich nur dafür entscheiden.

Dass die UV-Anlage kommen muss, da ist sich Bürgermeister Frühbeißer sicher. "Es gibt Stimmen, die sagen, dass die Verunreinigung durch die Landwirtschaft kommt. Das ist weder er- noch bewiesen", sagt das Stadtoberhaupt. Es gebe viele Möglichkeiten, warum das Wasser Einträge vorweist. Selbst mit der neuen Verordnung sei nicht auszuschließen, dass es zu einer Verunreinigung kommen könne. Deshalb sei auch die Anlage der sicherste Weg und damit auch das "eine Problem beseitigt". Die Anschaffung sei mit einem geringen Aufwand verbunden und auch nicht unbedingt teuer. "Da wir uns in der Angebotseinholung befinden, kann ich keine Zahlen nennen", betont Frühbeißer. "Das wird im Wasserpreis überhaupt nicht spürbar sein."

Die Daten werden erst mal alle 14-Tage weiterhin geprüft und im Fall einer Auffälligkeit an die Behörden geleitet. Und auch die Gerüchte, dass Pottenstein an die Juragruppe anschließt, dementiert Frühbeißer vehement. "Warum sollten wir das tun? Über die Qualität unseres Wassers kann man nichts sagen. Wir haben ausreichend Trinkwasser – mit einer kleinen Einschränkung. Doch die Menge, die da drin ist, ist nicht gesundheitsschädigend."

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