Montag, 12.04.2021

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Pottenstein: Vermieter privater Ferienwohnungen sorgen sich vor Lockdown über Ostern

Die Vermieter hoffen, möglichst früh wieder Gäste beherbergen zu können - 05.03.2021 12:55 Uhr

Die Vermieter privater Ferienwohnungen in Pottenstein hoffen, in den kommenden Wochen wieder Gäste beherbergen zu können. Unter anderem die Rodelbahn soll dann wieder ein Besuchermagnet werden.

04.03.2021


"Wir haben jetzt schon Anfragen. Ab Ostern wären wir voll und können loslegen", sagt Angelika Pfeifer (Name von der Redaktion geändert), die in einem Ortsteil von Pottenstein lebt. Der Winter neigt sich dem Ende zu, damit beginnt in der Wanderregion rund um Pottenstein die Hauptsaison – eigentlich. Ob, wann und wie das in diesem Jahr klappen soll, hängt von den Infektionszahlen ab. "Wenn die Situation nicht mehr zulässt, dann können wir nichts machen", sagt Pfeifer.

Konzept für Hygiene entspricht den Vorgaben

Und doch, ein gewisser Frust klingt durch: "Unsere Wohnungen sind sauber, die Leute wären dort unter sich. Unser Hygienekonzept erfüllt alle Anforderungen und funktioniert." Abhängig von dem Einkommen und etwaigen Finanzspritzen der Regierung sei ihre Familie nicht, sagt Pfeifer, und trotzdem: "Wir wollen Gäste aufnehmen, aber dürfen das – Stand heute – bis auf weiteres nicht."

Birgit Haberberger (CSU), Tourismusreferentin im Pottensteiner Stadtrat und selbst Vermieterin privater Ferienwohnungen, hat sich deshalb bei ihren Leidensgenossen umgehört und kommt zu dem Schluss: "Die Leute wollen entweder ihre Ferienwohnungen vermieten – oder Entschädigungen." Haberberger hat deshalb als ersten Schritt eine Mail des Verbandes der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäusern (Fewo) an die Vermieter in und um Pottenstein weitergeleitet.


Tourismus in Franken: Milliarden-Umsatzausfall durch Corona 


In der Mail sind unter anderem Musterbriefe an die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) enthalten. In diesen stellen die Vermieter ihre Argumente für eine Öffnung dar: Das Infektionsrisiko sei aufgrund der autarken Urlaubsplanung in Ferienwohnungen gering, es gebe kaum Begegnungsräume mit anderen Gruppen. Die Anreisen erfolgten zumeist mit dem eigenen Auto, nicht mit Zügen oder Flugzeugen voller Menschen. Und: Wer im eigenen Land reise, der schleppe keine Mutationen aus anderen Ländern ein. "Viele Vermieter kämpfen um ihre Existenz, während TUI, Lufthansa und die anderen Konzerne mit Milliardenzahlungen gerettet werden", heißt es in dem Brief. Sollte es keine Öffnung bis Ostern geben, so die Fewo, sehe man Schwarz. Auch Haberberger sieht Ostern als den kritischen Zeitpunkt. "Viele Vermieter haben schon damit geplant, die Gäste wollen kommen. Außerdem sei vieles weiterhin unklar. "Es ist ja nur die Vermietung zu touristischen Zwecken verboten. Was passiert, wenn jemand einen Geschäftsausflug macht und seine ganze Familie mitnimmt? Oder wenn jemand einen geschäftlichen Grund nur vorschiebt? Muss der Vermieter das kontrollieren und wie soll er das tun?" Die momentane Situation helfe nicht wirklich bei der Bekämpfung der Pandemie, sondern schließe nur die Gastronomen aus. "Am Wochenende haben wir gesehen, dass viele Touristen und Tagesausflügler kommen – die schlafen nur nicht da." Der Parkplatz am Schöngrundsee sei voll gewesen, auch beim Eis stünden die Menschen Schlange. "Nur das Übernachtungsgeschäft schaut in die Röhre."

Ansammlungen an den beliebten Ausflugszielen

Thomas Bernard, der Leiter des Pottensteiner Tourismusbüros, stuft die bisherige Situation als nicht brisant ein – noch nicht. "Die Schließungen fielen bisher immer in die Nebensaison, sie treffen eher Wintersportregionen wie das Fichtelgebirge. Für uns zählt die Zeit von Ostern bis Oktober." Diese Resonanz erhalte er auch von den Vermietern.

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Sollte es wieder zu Öffnungen kommen, glaubt Bernard an einen regelrechten Boom für die Fränkische Schweiz. "Die Gäste, die sonst ins Ausland fliegen, werden sich für Heimaturlaub entscheiden und zu uns kommen." Die größere Herausforderung wären dann nicht die Ferienwohnungen und Hotels selbst, sondern die touristischen Zentren der Region. "Jeder will dann rausgehen, alles wird sich an den Hotspots wie der Rodelbahn sammeln. Dort werden deutlich mehr Menschen auftauchen, als sonst. Darauf müssen wir vorbereitet sein."

JULIAN SEIFERTH

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