Pottenstein: Wird Teil des Kurparks für neuen Discounter geopfert?

12.6.2021, 08:55 Uhr
Im Kurpark könnte bald ein Discounter entstehen.

Im Kurpark könnte bald ein Discounter entstehen. © Foto: privat

Kommt ein weiterer Lebensmitteldiscounter in die Stadt, wird dafür eventuell ein Teil des Kurparks zum Shopping-Paradies. Während Bürgermeister Stefan Frühbeißer eine Interessenbekundung bestätigt, sprechen andere von konkreten Plänen im Kurpark.

Wie von mindestens zwei Einheimischen, die ihren Namen nicht veröffentlicht haben wollen, zu erfahren war, plant der Ableger der Edeka-Gruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen, in der Stadt einen Lebensmittelmarkt zu bauen. Aus diesem Grund soll Diska auch schon einheimische Bäcker und Metzger kontaktiert und gefragt haben, ob sie in dem Markt eventuell Filialen eröffnen würden.

Dürftige Antwort

Eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung beantwortete das Unternehmen mit Sitz im unterfränkischen Rottendorf recht knapp, aber dennoch vielsagend: "Zum Standort Pottenstein können wir derzeit keinen Status abgeben, wir bitten um Verständnis", hieß es in der Mail der Vorstandsassistenz, wobei man besonders auf das Wort "derzeit" achten sollte.

Schon etwas konkreter, wenn auch nicht wirklich aussagekräftig, war die Antwort von Bürgermeister Stefan Früßbeißer auf unsere Anfrage. Der Rathauschef bestätigt darin, dass eine "Interessenbekundung" vorliege. Wörtlich teilte er mit: "Die Stadt Pottenstein bemüht sich kontinuierlich seit vielen Jahren, die Einzelhandelssituation in Pottenstein zu verbessern und nimmt Kontakt auf beziehungsweise verhandelt auf Basis des vorliegenden Einzelhandelskonzeptes mit möglichen Partnern. Infolge dessen liegt derzeit eine Interessenbekundung vor, die näher geprüft und gegebenenfalls weiter verfolgt wird.

Aktuell ist diese Angelegenheit noch in einer Verhandlungsphase, insbesondere bezüglich Grundstück und möglichen Partnern, so dass hierzu wegen schutzwürdigen Interessen Beteiligter unsererseits noch keine Auskunft gegeben werden darf."

Sobald ein Bauvorhaben konkreter werde und schutzwürdige Interessen Beteiligter wegfielen, werde auch die Öffentlichkeit entsprechend informiert, schrieb uns Frühbeißer.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf die Bauausschusssitzung im April. Zum Thema Norma informierte Frühbeißer, dass der Konzern seine Filiale am Stadtrand vergrößern wolle. Da die Fläche jedoch "die magische Grenze" von 1200 Quadratmetern überschreiten würde, sei es ein Großprojekt, das wiederum einige Fachstellen auf den Plan rufe.

So habe laut Frühbeißer die Bezirksregierung bereits Bedenken geäußert. Der Anbau sei somit als Einzelhandelsgroßprojekt einzustufen und dürfe nicht zu städtebaulich negativen Folgen und zur Beeinträchtigung zentraler Versorgungsbereiche führen.

Und jetzt folgt der interessante Teil der Bürgermeisterausführungen von damals: Laut Frühbeißer gebe es eine Ausnahmeregelung, wenn nachgewiesen werde, dass eine Verkaufsfläche von ähnlicher Größe in der Innenstadt nicht möglich sei.

"Aufgrund der topografischen Lage trifft diese Ausnahme auf Pottenstein zu", sagte Frühbeißer. Nun müsse dieser Bereich zu einem Sondergebiet geändert und vereinbart werden, dass sich keine weiteren Einzelhändler im direkten Umfeld ansiedeln dürfen. "Das ist ohnehin nicht möglich, weil wir das angrenzende Gelände bereits für ein anderes Vorhaben verkauft haben." Ziel müsse sein, dass der Supermarkt nicht nur fünf Jahre am Langen Berg bleibe, sondern auf Dauer.

Auf die Frage von Stadtrat Josef Schrüfer (FWG), welche Fläche dafür hergenommen werde, antwortete Frühbeißer: "Es fallen Parkplätze weg. Der Parkplatz ist für die Größe des Marktes ohnehin etwas überdimensioniert." Das Gremium stimmte damals der Erweiterung des Discounters und der Bebauungsplanänderung zu.

Es gilt als ziemlich sicher, dass damals noch kein Stadtrat etwas von den Diska-Plänen innerorts wusste. Zumindest ein Mitglied des Gremiums versichert, keine Ahnung von einem Einkaufsmarktneubau in der Stadt zu wissen.

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