Am Mittwoch ist Premiere

Pottensteiner Festspiele gehen an den Start: Neuer Ort, neue Bühne, neues Stück

20.6.2022, 15:22 Uhr
Ein leicht verträumter, sehr inniger Blick, der tausend Worte sagt. Ritter Ulrich verliebt sich in die unschuldige Marie.

© Foto: Holger Lappe Ein leicht verträumter, sehr inniger Blick, der tausend Worte sagt. Ritter Ulrich verliebt sich in die unschuldige Marie.

Zwei Jahre fieberten die Organisatoren auf dieses Ereignis hin und die Zeit wurde gut genutzt. Denn mit dem neuen Stück wird den Theater- und Kulturbegeisterten etwas Unbekanntes präsentiert. Intendant Daniel Leistner erzählt im Gespräch mit den Medien, was ihn inspiriert hat und welche Dinge ihn beim Schreiben beeinflusst haben.

Die Idee hatte der Autor bereits 2020, als klar war, dass die Faust-Festspiele in Pottenstein stattfinden werden. Zwei Jahre wurde das Theater in eine Zwangspause geschickt. Das führte aber zu zwei glücklichen Umständen für die Organisatoren. Zum einen hatte man mehr Zeit für das Herrichten des Festspielgeländes. Zum anderen wurde das neue Stück zum 100-jährigen Jubiläum der Teufelshöhle fertig. "Das ist ein glücklicher Zufall. Nun fällt unsere Premiere auf dasselbe Jahr und genau so, dass wir es gebührend mitfeiern und präsentieren können."

"Ich habe eine Komödie geschrieben"

Leistner arbeitete immer mal wieder an seinem Theaterstück. Monat für Monat kam immer mehr Material dazu. Manchmal hatte er eine interessante Eingebung beim Joggen und an anderen Tagen wachte er nachts mit einer neuen Idee auf. "Am Ende hast du 20 Varianten geschrieben." Hundert Seiten lagen kurzerhand vor ihm. "Das muss man dann erst mal wieder runterkürzen. Und das wiederum kostet Überwindung", gab er lachend zu.

Das gute Wetter am Wochenende wurde von den Schauspielern genutzt, um die Stücke einzustudieren.

Das gute Wetter am Wochenende wurde von den Schauspielern genutzt, um die Stücke einzustudieren. © Foto: Holger Lappe

"Es ist ja nun eine altbekannte Sage. Die Teufelshöhle trägt ja quasi ihren Namen", erklärt Leistner einleitend. Da es in der Fränkischen Schweiz aber noch mehr dieser fantasievollen Geschichten gibt, machte sich der Schauspieler daran, aus den einzelnen kleinen Sagen ein gemeinsames und großes Stück zu schreiben. Seine Bearbeitung ist keinesfalls historischer Art. Niemand werde mit einer scheppernden Rüstung herumlaufen. "Ich habe eine Komödie geschrieben. Es gibt aber auch eine durchaus packende, dramatische Haupthandlung."

In der ursprünglichen Sage herrschte einst der berüchtigte Ritter Ulrich auf der Burg Tüchersfeld. Dieser war vor allem dafür bekannt, dass er Handelszüge ausraubte, die durch das Püttlachtal zogen. Den Pottensteinern gefiel das gar nicht und so jagten sie ihn eines Tages. Der wiederum flüchtete ins große Teufelsloch, um sich zu verstecken. Da die Höhle nur wenige Meter tief war, gab es kein Entkommen.

Die Pottensteiner fanden ihn jedoch nicht, denn kurz zuvor sprach der Teufel mit ihm. Ritter Ulrich sollte seine Seele anbieten. Im Gegenzug werde er unsichtbar und auch seine Raubzüge seien fortan unter dem Schutz des Bösen.

Verliebt in die unschuldige Marie

Daniel Leistner wollte aber keinen heimtückischen Ritter Ulrich. An sich sei er ein guter Kerl und aus besonderen Umständen zum Raubritter geworden. Kurz bevor die Pottensteiner Leistners Ulrich verfolgen, verliebt er sich in die unschuldige Marie. Die wiederum möchte ihn aus den Fängen des Teufels befreien und erhält dabei viel Unterstützung. Neben der Hauptgeschichte gibt es nämlich auch noch die Elfen.

"Die Teufelshöhle ist einerseits ein Portal in die Unterwelt, aber auch ein Portal für Geister und viele andere Welten." Für die erhabenen Wesen habe er einige Elemente von Shakespeares Sommernachtstraum sowie Goethes Faust genommen und miteinander vermischt. "Die tanzen zunächst an wunderschönen Orten. Zum Beispiel in Stonehenge oder eben auf einer Wiese vor Siegmannsbrunn, bevor sie der holden Marie aushelfen."

Und auch die Pottensteiner Bürgerwehr erhält etwas mehr Aufmerksamkeit als in der originalen Geschichte. Zwar verfolgt diese ebenfalls den Ritter Ulrich, doch unterstützt sie wohl am Ende das noble Ziel, dessen Seele zu befreien. "Der Wachtmeister Holzapfel ist eigentlich eine Figur aus Shakespeare ‚Viel Lärm um Nichts‘ – den Namen habe ich mir kurzerhand geliehen."

Kleiner, fröhlicher Tölpel

Der Chef der Polizeitruppe ist ein kleiner, aber fröhlicher Tölpel, wie der Autor bestätigt. "Das macht ihn richtig sympathisch." Sein spaßiges Wesen führe immer wieder zu lustigen Verwicklungen.

Und was ist mit der passenden musikalischen Untermalung? Bleibt alles in der Familie! Die Musik für das Stück komponierte kurzerhand Leistners Sohn. "Der macht das als Hobby und das aber fast schon professionell." Der 25-jährige Philipp Wunder arbeitete fleißig mit seinem Vater an den klangvollen Musikstücken, um das Publikum noch mehr in den Bann des Theaterstücks zu ziehen.

Premiere: Die Eröffnung der Faust-Festspiele beginnt mit der Premiere "Der Pottensteiner Teufelspakt" am Mittwoch, 22. Juni, um 20 Uhr.

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