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Pottensteiner Junge Liste will Verkehrsprobleme lösen

Junge Liste bringt einen Vier-Punkte-Katalog zur Lösung des Verkehrsproblems in den Stadtrat ein. - 29.07.2020 16:55 Uhr

Mit einem Antragspaket will die Junge Liste in der nächsten Stadtratssitzung Lösungsvorschläge für die leidige Verkehrs- und Parkproblematik in der Stadt präsentieren. Foto: Archiv/Ralf Münch


Dass im Luftkurort Parkplätze Mangelware sind und die allgemeine Verkehrssituation an bestimmten Tagen mit chaotisch recht treffend beschrieben werden kann, ist bekannt. Nun greift die Junge Liste (JL) Pottenstein einen im Juni in unserer Zeitung erschienenen Bericht über diese Problematik auf. Die Fraktion stellt in der nächsten Stadtratssitzung einen Vier-Punkte-Katalog vor, der sich mit der Verkehrssituation im Ort befasst.

Seit Jahren müssen sich die Verantwortlichen mit dem Thema befassen und seit Jahren wird über Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Bürgermeister Stefan Frühbeißer ist sich der Problematik bewusst. "Wir haben in der Stadt bei der Neugestaltung des Uferweges ’Kulturpark Oberes Püttlachtal’ einen zusätzlichen Parkplatz angelegt und weitere Stellflächen sind als Teil dieses Gesamtprojekts geplant", sagte Frühbeißer im Juni auf eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung.

Insgesamt verfolge man die Strategie, die Neuansiedlung von Einrichtungen weg von der stark frequentierten Bundesstraße 470 zu entzerren. Durch die Einführung der Freizeitlinie des VGN, Verbesserungen im Radwegenetz sowie dem Beschilderungssystem "Erlebnismeile Pottenstein" soll der Individualverkehr vor Ort besonders bei den Autos reduziert werden.

Der Jungen Liste gehen diese Bemühungen nicht weit genug und so bringen sie einen eigenen Maßnahmenkatalog ein. "Als JL-Fraktion im Stadtrat möchten wir einen Beitrag zur möglichen Lösungsfindung leisten und bestehende Konzepte möglichst erweitern oder fortschreiben. Zielsetzung: Den Touristen- und Ausflugsverkehr durch ein attraktives Angebot, intelligente Parkleitsysteme, effektives Parkraummanagement um Kapazitätsspitzen abzufangen und eine interkommunale sowie intermodale Verzahnung zwischen den einzelnen Verkehrsträgern optimieren", schreibt Christian Weber, Vorsitzender der JL-Fraktion im Stadtrat, Referent für Digitalisierung und Infrastruktur und dritter Bürgermeister.

Der JL-Antrag beinhaltet vier Punkte, mit denen man der Verkehrs- und Parkproblematik zu Leibe gerückt werden:

1. Eine "attraktive interkommunale öffentliche Verkehrsanbindung",

2. eine "Intermodale Verzahnung der Verkehrsträger vor Ort", genannt – "shared mobility"

3. die "Umsetzung des Verkehrsleitsystems Erlebnismeile Pottenstein und andere"

4. eine "Kommunale Verkehrsüberwachung".

Zum ersten Punkt schreibt die JL: "Ein wichtiger Beitrag ist eine attraktive und alltagstaugliche Ausgestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), der interkommunal und über den Tellerrand hinausgedacht wird ..." Insbesondere solle dabei die Herkunft von Verkehrsströmen berücksichtigt werden. Die Fraktion wolle mit neuen Impulsen wie dem Expressbus Fränkische Schweiz die schnellere Erreichbarkeit von Verkehrsknotenpunkten langfristig ausbauen.

Den zweiten Punkt erläutert die Junge Liste wie folgt: "Wir denken Verkehrsströme von Haustür zu Haustür und wollen den Menschen das Angebot machen, bei Ausflügen auf den eigenen Pkw zu verzichten. "E-Bikes, E-Scooter usw. ermöglichen umweltfreundliche und attraktive Möglichkeiten, von A nach B zu kommen und können die öffentlichen Straßen und Parkflächen vom Pkw-Verkehr entlasten."

Leitsystem "Erlebnismeile"

Als weiteren Punkt schlägt die Stadtratsfraktion ein "Verkehrsleitsystem Erlebnismeile" vor. Konkret soll von 5. Mai bis 28. Oktober jeweils samstags ab 14 Uhr bis sonntags um 20 Uhr sowie feiertags von 11 bis 20 Uhr entlang der Hauptstraße, Am Stadtgraben (ohne Parkplatz), in Mariental und den anschließenden Straßen und Plätzen im Stadtzentrum ein Parkverbot erlassen werden. Anlieger sollen davon ausgenommen sein.

Das "intelligente Parkleitsystem" berücksichtigt besonders die Parkflächen Wanderparkplatz Weihersbachtal, Am Kurzentrum/Stadtgraben, Fronfeste/Oberes Püttlachtal, Schöngrundsee und Erlebnisfelsen. So soll den Anliegern ermöglicht werden, auch in Hochzeiten des Ausflugsverkehrs einen wohnortnahen Parkplatz zu erreichen."Ein solches Parkleitsystem ist mit hohen Kosten verbunden und daher ist auch eine mögliche Berücksichtigung von Parkgebühren nötig", schreibt die Junge Liste.

Das Antragspaket könne der erste Schritt eines möglichen Drei-Stufen-Programms sein, bestehend aus der Stärkung des kommunalen Zentrums der Großgemeinde als Verkehrsknotenpunkt, der Vernetzung der Ortsteile und Anbindung an das gestärkte Verkehrszentrum sowie der Ausbau der Interkommunalen Zusammenarbeit und Mobilitätslösungen.

Schließlich plädieren die Kommunalpolitiker für einen "Parksheriff", den sie so beschreiben: "Zur Überwachung der Verkehrsregelungen und -anordnungen, zur Verhinderung des Wildparkens und Wildcampens sowie zum Ausbau der kommunalen Verkehrsüberwachung tritt die Stadt einem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit bei."

Zusammenfassend nennt Christian Weber als Ziel des Antragspakets, den Touristen- und Ausflugsverkehr durch ein attraktives Angebot, intelligente Parkleitsysteme und ein effektives Parkraummanagement abzufangen sowie eine interkommunale und intermodale Verzahnung zwischen den einzelnen Verkehrsträgern zu optimieren.

UDO FÜRST

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