Freitag, 28.02.2020

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Pottensteiner schreibt Indianer-Roman

"Die Tränen der Rocky Mountain Eiche" von Günter Rüffer ist wieder erhältlich - 14.02.2020 17:22 Uhr

Autor Günter Rüffer alias Charles M. Shawin ist von Naturreligionen fasziniert und hat mit „Die Tränen der Rocky Mountain Eiche“ einen Roman über Indianer verfasst, der nun neu aufgelegt wurde. © Foto: privat


"Charles M. Shawin" ist der Name, der das Cover der Neuauflage ziert. Shawin heißt eigentlich Günter Rüffer und wohnt in Pottenstein. Bereits im Jahr 2006 veröffentlichte der 58-Jährige die erste Auflage, damals noch in einem anderen Verlag.

Die Neuauflage vom 15. Dezember ist nun im Traumfänger-Verlag erschienen. "Eine ganz andere Welt", erzählt Rüffer. "Der neue Verlag ist spezialisiert auf diese Art von Geschichten und agiert daher deutlich professioneller. Ich fühle mich gut aufgehoben."

Fachkundiges Team

Gerade bei Geschichten über Indianer sei es wichtig, ein fachkundiges Team zu haben. "Der Verlag hat Kontakt zu echten Indianern. Die gehen zusammen die Texte durch und schmeißen beispielsweise Phantasie-Namen raus." Es gehe vor allem darum, Realität und Klischee im Roman zu trennen.

Herausgekommen ist laut Rüffer eine bessere Version seines Werkes von 2006. In dem geht es um David Hofer, der in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri geboren wird. Der Vater stirbt vor der Geburt, der kleine David und seine Mutter werden den rigiden Moralvorstellungen der christlichen Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt. Als die Mutter stirbt, hält Hofer nichts mehr in St. Louis, er zieht in die Wildnis und sucht seine Freiheit. Die findet Hofer in den Wäldern von Missouri, trifft in einem Tal eine indianische Frau und verliebt sich.

Nach dem Tod eines alten Freundes nimmt er sich auch dessen Frau und kümmert sich um seine neue Familie. Doch seine Vergangenheit holt David Hofer ein: Weiße Siedler betreten das Tal der Schoschonen, ein Priester macht Hofer sein neues Leben mit zwei Frauen zum Vorwurf. Dieser ist hin- und hergerissen.

Symbol der Naturverbundenheit

Günter Rüffer macht eine Eiche im Tal zum Symbol der Naturverbundenheit der Schoschonen. Als die Christen nach und nach das Tal bevölkern, schlägt einer von ihnen ein Kreuz in den alten Baum. Er beginnt zu harzen und einzugehen. "Es sieht so aus, als würde die Eiche weinen", erklärt Rüffer seinen Buchtitel "Die Tränen der Rocky Mountain Eiche".

Wie die Geschichte endet, will er nicht verraten. Nur so viel: "Die Weißen nehmen sich heraus, über die Natur zu herrschen anstatt mit ihr zu leben. Die Natur leidet darunter und es kommt zu Konflikten."

Günter Rüffers Faszination mit Naturreligionen zieht sich durch sein literarisches Werk. Bereits eines seiner früheren Bücher, "Sein Name war Aslak", handelt von einer Zivilisation in Einklang mit ihrer Umwelt, ist ein historischer Germanenroman. "Die Lebensweisen der Indianer und Germanen waren einander recht ähnlich", erklärt der Autor.

Es sei auch heute noch interessant, von diesen Völkern und der Natur zu lernen. "Schade, dass man damals so arrogant war und sich nicht die Zeit genommen hat, das zu verstehen", sagt Günter Rüffer. So seien ganze Völker ausgelöscht worden, von deren Wissen man hätte lernen können.

Der Vater war Jäger

Seinen persönlichen Bezug zur Natur hat Rüffer von seinem Vater, der Jäger war. Aufgewachsen im Pegnitzer Ortsteil Buchau, habe er durch Ausflüge mit ihm seine Umwelt erst richtig kennengelernt. Tiere füttern, Pilze sammeln – es ist das fast schon klischeehafte Jugendparadies, das Rüffer beschreibt und eine Sehnsucht in ihm ausgelöst hat, die sich in seiner Arbeit als Schriftsteller niederschlägt.

Die Neuauflage seines Buches wird unter Rüffers Künstlernamen Charles M. Shawin vertrieben. Charles M. sei eine Referenz zu Autoren-Legende Karl May, Shawin "soll den Namen klingen lassen", meint Günter Rüffer. Außerdem könne er so auch für ein internationales Publikum interessant werden: "Das Buch ist noch nicht übersetzt worden. Ich würde mich aber natürlich darüber freuen."

JULIAN SEIFERTH

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