Pottensteins Feuerwehren benötigen neue Geräte und Flutlichtstrahler

30.9.2020, 11:55 Uhr
Die benötigten Stromerzeuger und Flutlichtstrahler kommen vor allem nachts zum Einsatz. Wie hier im Püttlachtal im Februar 2018, als ein Traktor aus ungeklärter Ursache in die Püttlach fiel.

Die benötigten Stromerzeuger und Flutlichtstrahler kommen vor allem nachts zum Einsatz. Wie hier im Püttlachtal im Februar 2018, als ein Traktor aus ungeklärter Ursache in die Püttlach fiel. © Foto: Archiv/news5/Merzbach

In der jüngsten Stadtratssitzung stand zu diesem Thema eine Grundsatzentscheidung auf der Tagesordnung, ob die Stadt nun neue Geräte anschafft und diese auch finanziert. Zunächst erläuterte Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU-UWV), was die Geräte überhaupt leisten. "Wenn zum Beispiel ein Verkehrsunfall nachts ist, dann kann damit die Unfallstelle ausgeleuchtet werden", erklärte er.

Bei einer Überprüfung im vergangenen Jahr, dem sogenannten E-Check, sei festgestellt worden, dass handelsübliche Generatoren bereits zum Einsatz kämen. Diese seien meist von den Feuerwehrvereinen eigenständig angeschafft worden. Da diese jedoch finanziell immer schwächer werden – weniger Mitglieder und Spenden – und die Stromerzeuger gleichzeitig immer teurer, sei es für die Feuerwehren schwer geworden, sich neue und geeignete Geräte anzuschaffen.

"Die Wehren verfügen teilweise über handelsübliche Stromerzeuger. Die sind nicht für den Feuerwehreinsatz genormt. Diese dürften in der Form gar nicht genutzt werden", sagte Frühbeißer zu dem Gremium und teilweise auch in Richtung Besucherplätze. Dort saßen nämlich einige ehrenamtliche Feuerwehrleute aus Kühlenfels, die den Kauf der Geräte herbeisehnen.

Frühbeißer stellte das Gremium vor eine Grundsatzentscheidung, ob man künftig die Stromerzeuger und Flutlichtstrahler für die gemeindlichen Feuerwehren anschaffen will. Er gliederte zunächst den eigentlichen Beschluss in verschiedene Punkte, denn es gehe um sehr viel Geld. Ein Stromerzeuger koste je nach Hersteller zwischen 2500 bis 3000 Euro – mal die zwölf jeweiligen Ortswehren.

Der Bürgermeister gab an, dass er es bevorzuge, eine so kostenintensive Anschaffung an einem separaten Termin zu besprechen. "Wir haben auch die Stadtentwicklung oder ähnliche Themen in den Stadtratssitzungen gar nicht so ausführlich besprechen können. Ich schlage eine Art Klausurtagung im Spätherbst vor." Dort möchte er das Thema mit Fachleuten diskutieren und besprechen. Die Probleme dabei seien die aktuelle Lage im Hinblick auf die Corona-Pandemie und die Schwierigkeit, sich mit so vielen Personen zu treffen.

Auch der Zweite Bürgermeister Rolang Lang (BU) sprach sich für eine Klausurtagung aus. "Es spricht nichts dagegen, so etwas mit einem neuen Gremium zu machen. Trotzdem sollten wir heute abstimmen", sagte Lang und führte weiter aus, dass es wichtig sei, die ehrenamtlichen Feuerwehren zu unterstützen. "Wir müssen denen einen gewissen Schutz bieten, vor allem bei Nacht."

Es blieb die Frage offen, welche Wehren die Geräte erhalten sollen. Maria Dreßel (FWG) erkundigte sich, ob die Anschaffung auch förderfähig sei. Das verneinte Bürgermeister Frühbeißer, da diese Geräte nicht zur Grundausstattung einer Feuerwehr gehörten.

Dritter Bürgermeister Christian Weber (JL) warnte vor möglichen Gefahren: "Ich schlage in die gleiche Kerbe. Die Beleuchtung ist bei einer Unfallabsicherung die Lebensversicherung, die die Feuerwehr auf der Straße hat. Dementsprechend sollte man als Gemeinde an dieser Stelle nicht zu viel sparen." Dem Gesagten stimmte auch Reinhold Thiem (BU) zu und verwies abermals auf die Dringlichkeit einer Entscheidung. "Die Geräte, die geprüft wurden, dürfen ja nicht mehr eingesetzt werden. Dann sind die Wehren ja theoretisch aktuell nicht einsatzbereit. Lasst da mal was passieren", sagte Thiem.

Man muss auch ehrlich sein

Zur Aufklärung sagte Frühbeißer, dass sich natürlich alle einig seien, dass man Geräte anschaffen müsse, doch es bleibe abermals die Frage: Sollen alle Wehren diese erhalten oder nur ein Teil? "Man muss an dieser Stelle auch ehrlich sein", gab Bürgermeister Frühbeißer noch zu bedenken, "zu den jeweiligen Einsätzen ist niemals nur eine Feuerwehr unterwegs. Dann wäre immer eine dabei, die ein entsprechendes Notstromaggregat dabei hat. Für solche Fälle bräuchte man sicherlich nicht drei Feuerwehren mit drei Aggregaten." Letztendlich entschied sich das Gremium mit 8:6 Stimmen für eine Klausurtagung zu einem späteren Zeitpunkt und einer Anschaffung im Nachgang der Sitzung.

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