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Praxis für physikalische Therapie in Neuhaus schließt

Neuhauser Eberhard Wild konnte keinen Nachfolger finden — Personalmangel in Branche als eine Ursache - 07.12.2018 16:29 Uhr

Auch seine Geschäftspartnerin Eva-Maria Grüner-Held (links) konnte Eberhard Wild nicht dazu überreden, die Praxis Am Bühl über den 15. Dezember hinaus allein weiter zu betreiben. © Klaus Möller


Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schließt Eberhard Wild am 15. Dezember zum letzten Mal seine Praxisräume Am Bühl zu. Zum einen freut sich der 67-Jährige auf den wohlverdienten Ruhestand; zum anderen bedauert er sehr, dass sich für die gut laufende Praxis trotz vieler Bemühungen kein Nachfolger findet.

Seine Ausbildung zum Physiotherapeuten – damals hieß es noch Krankengymnast – absolvierte er in Bochum, wo zu der Zeit auch sein Schwager Dr. Wolf Seiler studierte. Ihm folgte er nach Tätigkeiten als Krankengymnast und als Lehrer an einer Schule für Krankengymnastik in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen 1986 nach Neuhaus.

Immer mehr Bürokratie

Gern erinnert er sich an die Freundlichkeit, mit der er von seinen Nachbarn aufgenommen wurde. Dies und auch das ihm entgegengebrachte Vertrauen ließen Neuhaus und Umgebung zu seiner neuen Heimat werden. Dafür ist er den Neuhausern heute noch dankbar. Bei seinem Dank vergisst er auch nicht seine "energische Mitstreiterin" an der Anmeldung, Iris Winter, und seine Kollegin Eva-Maria Grüner-Held.

Wenn Wild sich auf die letzten 30 Jahre zurückbesinnt, kommt ihm vor allem die ständig angewachsene und die vor allem Zeit raubende Bürokratie in Zusammenhang mit der Praxisführung in den Sinn. Wenn er jetzt lese, dass seine Berufsgruppe aus den Polstern der Krankenkassen endlich besser bezahlt werden soll, sehe er sich als ein Opfer der alten Gesundheitspolitik. Wer Physiotherapeut werden wollte, musste die hohen Ausbildungskosten in der Regel selbst bezahlen.

Verdient habe man in dieser Zeit nichts. Nach der Ausbildung habe das vergleichsweise schlechte Gehalt auch keine großen Sprünge erlaubt. Die Bereitschaft diesen Beruf zu erlernen, habe da natürlich nachgelassen. Auch in dem dadurch entstandenen Personalmangel sehe er eine Ursache, keinen Nachfolger für seine Praxis zu finden.

Angst vor Langeweile hat der leidenschaftliche Jagdhornbläser in Hinblick auf den Ruhestand nicht. Er ist aktives Mitglied der Jagdhornbläser der Jägerkameradschaft Auerbach und der Parforcehornbläser Eschenbach. Außerdem ist er der musikalische Leiter der Auerbacher Alphornbläsergruppe "KLangholz".

Neben der Musik gehört auch eine große Verbundenheit mit der Natur zu seinen Leidenschaften. Die Jagd mit seinem Hund und Bienen sind seine Hobbys. Und wenn es sein muss, geht es auch einmal in den Wald zum Brennholz machen. 

KLAUS MÖLLER

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