13°

Freitag, 18.10.2019

|

Premiere für "das rosarote Nachthemd"

Trachtler-Gruppe um Kerstin Meisel und Sonja Sertl probt seit Mitte Februar für den Dreiakter - 24.04.2019 23:00 Uhr

Simon Popp (links) ist der Tontechniker. Er bekommt seine genauen Anweisungen vom Schauspieler und Technik-Fachmann Patrick Hamerla.


Das aktuelle Stück ist eine bayerische Komödie aus der Feder von Franz Rieder. Der Verleger aus Südmähren hat in 53 Jahren viele Theaterstücke geschrieben, die auf verschiedensten Bühnen — unter anderem beim bekannten Chiemgauer Volkstheater — erfolgreich aufgeführt wurden.

Bei der Theatergruppe des Trachtenvereins sind Kerstin Meisel und Sonja Sertl für die Stückauswahl zuständig. Meisel, die auch selbst mitspielt, bestellt 15 bis 20 Stücke, die für zehn bis 14 Schauspieler geeignet sind. Sie liest alle Hefte durch und leitet ihre drei oder vier Favoriten an Sonja Sertl weiter. Beide legen unabhängig voneinander fest, wer für welche Rolle in Frage kommen könnte. Bei der ersten Leseprobe des ausgewählten Stückes entscheidet sich jeder Schauspieler für eine Rolle. Und siehe da: "Oft stimmt es mit den Überlegungen von Sonja und mir überein", lacht Kerstin Meisel.

So einfach wie es sich anhört, ist die Festlegung eines Stückes nicht. "Es gibt viele schöne Stücke, aber unsere Darsteller passen einfach nicht dazu", erklärt Sonja Sertl. Wenn die Rollen endgültig verteilt werden, muss zum Beispiel darauf geachtet werden, dass ein Liebespaar auch optisch und vom Alter her zusammenpasst. Heuer sind zehn Laien-Schauspieler dabei. Drei bis vier zusätzliche Akteure wären noch einsetzbar. Wer eine Hauptrolle spielt, variiert von Jahr zu Jahr, erklärt Kerstin Meisel. Man müsse oft Rücksicht nehmen auf besondere berufliche oder familiäre Situationen. Wenn ein Mitglied schon frühzeitig sagt, dass in dieser Saison wenig Zeit zum Lernen ist, wird eine kleinere Rolle zugeteilt. "Wir sind da sehr flexibel."

In "normalen" Jahren beginnt die Gruppe am ersten Sonntag der Fastenzeit mit den Proben. In diesem Jahr – da der Fasching recht spät war – trifft man sich seit Mitte Februar. Wenn die Termine für die vier Aufführungen an zwei aufeinander folgenden Wochenenden feststehen, wird die erste Probe vereinbart. Schon beim zweiten Treffen geht es los mit dem Schauspielern. Hinweise für die einzelnen Rollen gibt es in der Vorlage.

Tipps von Mitspielern

Vieles ergibt sich auch spontan während des Spielens. Die Darsteller geben sich gegenseitig Anregungen, wie eine bestimmte Szene schauspielerisch verbessert werden kann. "Jeder lebt seine Rolle", findet Sonja Sertl. Und jedes Mitglied bereitet sich anders auf die Proben vor. Es gebe Leute, die alles auswendig lernen. Andere lernen ihren Text am liebsten während der Proben. In diesem Jahr hat Katrin Himmelhuber eine Hauptrolle übernommen. Sie hat in den drei Akten insgesamt 223 Einsätze. "Auf solche Hauptrollen muss man sich intensiv vorbereiten und Akt für Akt einprägen", sagt Kerstin Meisel. Zum Vergleich: Eine Nebenrolle in "Das rosarote Nachthemd" hat gerade mal acht Einsätze. Nach der ersten Leseprobe wird einmal pro Woche für rund drei Stunden im BRK-Heim geprobt. Seit Ostern laufen täglich die Proben auf der Bühne im Kolpinghaus.

Skizze vom Bühnenaufbau

Gut überlegt werden muss das Bühnenbild. Max Riedhammer ist der Spezialist für die Kulissen des Trachtler-Theaters. Er liest sich das Stück durch und skizziert den Bühnenaufbau, wie er ihn sich vorstellen könnte. Mit den vorhandenen Kulissenbauteilen wird das Bühnenbild dann gestaltet. Es erinnert ein wenig an eine Prozession, wenn die Schauspieler den Wagen mit den Kulissen vom Lager in der Bahnhofstraße zum Kolpinghaus schieben. Mit Schraubzwingen werden die Einzelteile verbunden. Hinter der Bühne ist ein kleiner Aufenthaltsplatz für die Darsteller.

Dort steht auch ein Fernsehgerät – ohne Ton! – damit die Schauspieler den Ablauf des Theaterstücks beobachten können und bei eigenen Einsätzen rechtzeitig auf die Bühne kommen.

"Das rosarote Nachthemd" ist das 25. Stück der Theatergruppe des Heimat- und Volkstrachtenvereins. Sonja Sertl steht zum 25. Mal im Holzkasten vor der Bühne als Souffleuse bereit. Sie setzt mehr Gesten als Worte ein, um den Schauspielern bei Bedarf wieder auf die Sprünge zu helfen, erzählt sie. Zur Bewirtung sind pro Termin zehn Vereinsmitglieder oder Angehörige der Schauspieler im Einsatz. Seit Ostermontag probt die Gruppe jeden Abend.

Alle freuen sich darauf, endlich vor Publikum zu spielen.

InfoDie Aufführungen finden am 26. und 27. April sowie 4. Mai jeweils 19.30 Uhr und am 5. Mai, 14.30 Uhr, statt. Der Vorverkauf lief sehr gut, Restkarten: Abendkasse.

VON BRIGITTE GRÜNER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Auerbach