Samstag, 14.12.2019

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Prinzewoski legt Mandat für Pegnitzer Stadtrat nieder

"Es ist beruflich einfach zu viel geworden": SPD-Fraktionsvorsitzender verlässt den Stadtrat - 18.09.2019 05:55 Uhr

Bei der Kommunalwahl 2014 erhielt SPD-Mann Jürgen Prinzewoski die meisten Stimmen für den Pegnitzer Stadtrat. Und auch in den Bayreuther Kreistag zog er mit gutem Ergebnis ein. © Archivfoto: Hans von Draminski


Die Nachricht überraschte am Dienstagvormittag. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Prinzewoski will sein Stadtratsmandat niederlegen. Bereits 2014, als Prinzewoski bei der Kommunalwahl Stimmenkönig wurde, betonte er: "Halbe Sachen sind nicht mein Ding". Diese Aussage spiegelt sich bei der Entscheidung, dass er das Amt nun aus beruflichen und familiären Gründen nicht mehr ausführen könne.

Der Fraktionsvorsitzende habe es sich gut und lange überlegt. Nun kam er zu dem Entschluss, dass es Zeit für den Abschied wird. "Ich bin ein Teil der Gerichtsleitung am Sozialgericht in Bayreuth", sagt Prinzewoski, "und seit dem 1. November des vergangenen Jahres habe ich zusätzlich die Aufgaben des Vizepräsidenten übernommen."

Ganz oder gar nicht

Zudem geht der Präsident im Januar in den Ruhestand. Da dieser noch sehr viel Resturlaub hat, müsse Prinzewoski auch dessen Aufgaben aktuell übernehmen. Im Normalfall seien die Aufgaben auf Schultern von drei Personen verteilt. Nun macht es der Pegnitzer ganz allein. Zu viel für den SPD-Fraktionssprecher. "Das ist nicht nur verrückt, sondern ein untragbarer Zustand. Es ist beruflich einfach zu viel geworden." Er sei belastungsfähig, aber der Arbeitsaufwand übersteige langsam seine Kräfte. Außerdem habe er einen Anspruch: Entweder man macht es richtig oder überhaupt nicht. "Halbe Sachen sind nicht mein Ding." Diesen Satz sagte Prinzewoski auch vor fünfeinhalb Jahren – und er hält sich daran.

Er möchte nicht, dass er bei einigen Sitzungen fehlt und das Stadtratsamt nebenbei laufen lässt. Wer nun nachrückt, das wisse er nicht. Aber er würde sich freuen, wenn es Karlheinz Leitgeb machen würde. "Er lebt in Bronn und würde die Interessen der dortigen Bürger vertreten", bekräftigt Prinzewoski, "denn bei uns im Ort steht ja noch die Dorferneuerung an."

Karlheinz Leitgeb hatte am Dienstag bis zum Anruf aus der Redaktion noch nichts von der Entscheidung Prinzewoskis gehört. "Das ist sehr schade. Ich kenn‘ den Prinze schon lange. Er ist sehr sachbezogen, das finde ich gut", erklärt Karlheinz Leitgeb, "natürlich weiß ich, dass er sehr viel zu tun hatte. Ich bin trotzdem überrascht." Auf die Frage, ob er denn nun in den Pegnitzer Stadtrat nachrückt, antwortete Karlheinz Leitgeb: "Ich habe mich damals zur Wahl gestellt, also würde ich es auch annehmen." Doch zuerst werde er bei Jürgen Prinzewoski anrufen, um sich zu informieren, was auf ihn zukommt.

Bürgermeister Uwe Raab hätte Prinzewoski gerne länger im Amt gesehen. "Zeitpunkte kann man sich im Leben nicht immer aussuchen", sagt Raab, "ich bin traurig darüber, einen langjährigen Weggefährten nicht mehr im Gremium zu sehen." Ein Stück weit könne er ihn aber verstehen, denn er wisse darüber Bescheid, unter welchem enormen beruflichen Druck Prinzewoski stehe.

Die Frage nach dem neuen Fraktionssprecher bleibt derweil offen. Das sei eine Entscheidung der gesamten Stadtratsfraktion, sagt der Rathauschef. Auf die Frage, wen er favorisiere, antwortete Prinzewoski: "Die wissen schon, wen sie zu wählen haben."

Bis nächste Woche Mittwoch ist er noch im Amt. Am 25. September wird dann der Stadtrat seine Amtsniederlegung annehmen. So würde sich der Mann aus Bronn über einen fließenden Übergang sehr freuen. "Es wäre wünschenswert, wenn mein Nachfolger bei der nächsten Sitzung direkt sein Amt antreten könnte und noch ein halbes Jahr Stadtratsluft schnuppern könnte."

MARTIN BURGER

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