14°

Sonntag, 20.10.2019

|

zum Thema

Problem des EVP: Zu wenige Jugendmannschaften

Eigentlich kommt Pegnitz als möglicher Nachrücker für die Bayernliga nicht infrage - 26.03.2019 22:22 Uhr

Markus Schwindl (r.) war der "Überflieger" der Ice Dogs, hervorgegangen aus den eigenen Reihen. Als er mit dem EVP an seinem 40. Geburtstag den Aufstieg schaffte, gab es große Geschenke. © Reinl


Hätte Klaus Polster Recht behalten, wäre jetzt alles besser. Das Eishockeyturnier der Olympischen Spiele 2017 erzählte die Geschichte des klassischen Underdogs, der seine Chancenlosigkeit ignoriert und um den Titel spielt. Der Weg der deutschen Nationalmannschaft endete erst im Finale gegen die Olympischen Athleten aus Russland, sie verlor nach Verlängerung mit 3:4.

Natürlich saß auch der stellvertretende EVP-Vorsitzende Polster vor dem Fernseher, als Eishockey kurz zum heißesten Ding der Wintersportsaison 2017/2018 wurde. Er hoffte, dass seine liebgewonnene Randsportart nun dauerhaft die Gunst der Deutschen erobert. "Fürs Tennis gab es einen Boom durch Steffi Graf und Boris Becker", sagte Polster damals gegenüber den Nordbayerischen Nachrichten. Der Auftritt bei Olympia könnte nun dafür sorgen, dass auch in Pegnitz viele Kinder Eishockey spielen möchten, glaubte Polster.

Lob für Nachwuchsarbeit

Daraus wurde aber nichts. "Wir haben im Jugendbereich ungefähr den selben Zu- und Abfluss wie in den Jahren zuvor", sagt EVP-Vorsitzender Sven Albers. Jährlich gebe es etwa fünf Abgänge und ein Dutzend Zugänge. Das wertet Albers als Erfolg. "Verantwortlich dafür ist aber nicht die Silber-Medaille, sondern die gute Arbeit in unserem Nachwuchsbereich", sagt er.

Momentan zählt die Jugendabteilung des EVP 64 aktive Kinder und Jugendliche von fünf bis 17 Jahren, die überwiegend am Spielbetrieb stehen. Das reicht — Stand jetzt — um kommende Saison eigenständige Mannschaften für U9 und U11 zu melden.

Für die Altersklassen U13 und U15 streben die Nachwuchsleiter Pierre Steiner und Sascha Fitzek allerdings Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen an. Die SG mit Höchstadt in der U17 soll fortgesetzt werden. Selbst, wenn alles wie geplant klappt: Dem Bayerischen Eissportverband (BEV) genügt das als Unterbau für einen Landesligisten, aber nicht für einen Bayernligisten.

Mindestens vier Teams

Der BEV hat nämlich für die kommende Saison festgelegt, dass Vereine, die in der Bayernliga spielen möchten, mindestens vier eigenständige Jugendmannschaften stellen müssen. Für Landesligisten, wie es der EVP nach dem Abstieg einer ist, reichen zwei. "Nachwuchsförderung ist das A und O", sagt Frank Butz, als Obmann höchster Funktionär im Bayerischen Eishockey. Der Verband möchte erreichen, dass die Vereine wieder mehr gezwungen sind, eigene Spieler auszubilden. "Sonst stehen nur noch die Teams in diesen Ligen, die den Geldbeutel aufmachen", sagt Butz.

Gleichzeitig weiß er, dass im Eishockey-Amateurbereich gerade die spielfreie Zeit sehr aufregend sein kann. Bis Ende Mai müssen alle Vereine für die kommende Saison melden. In Landesliga und Bayernliga sieht Butz jeweils einen Verein, bei dem er "vermutet, dass es knapp werden könnte, die Regularien zu erfüllen".

Eigentlich kämen die Ice Dogs als Nachrücker nicht infrage. Doch Butz weiß, dass es mit den Vorstellungen des Verbands und den Möglichkeiten der Vereine immer so eine Sache ist. "Wir schauen uns bei jedem Verein genau an, was er im Nachwuchsbereich macht. Aus Pegnitz bekomme ich sehr positive Rückmeldungen." Könnte Absteiger EVP also doch noch über die Hintertür zurück in die Bayernliga? "Ich weiß nicht, was in den nächsten Wochen ist", sagt Butz, "aber für die Pegnitzer würde es, falls sie überhaupt wollen, ein sehr steiniger Weg werden."

MARCEL STAUDT

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz