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Donnerstag, 20.06.2019

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Pumptrack für Pegnitz: Neue Skate- und Bikeanlage eröffnet

Rundkurs an der Realschule könnte ein Magnet für die Region werden - 23.05.2019 19:40 Uhr

Der mehrfache Mountainbike-Weltmeister Tomáš Slavík weihte die neue Pegnitzer Skate- und Bike-Anlage mit ein paar spektakulären Soli auf dem sogenannten Pumptrack ein. Den Schülerinnen und Schülern von der AG Mountainbike der benachbarten Realschule (im Hintergrund) blieb da nur das Staunen . . . © Hans von Draminski


Und dann ist er wieder geflogen. Wenn Tomáš Slavík auf dem Mountainbike unterwegs ist, dann scheinen die Schwerkraft und die übrigen Regeln der Physik für eine Weile keine Rolle mehr zu spielen.

Der tschechische Radprofi hat jedenfalls nicht zufällig gleich vier "World Championship"-Titel eingeheimst. Auf der neuen Skate- und Bikeanlage unweit der Realschule Pegnitz fühlte sich Tomáš Slavík sofort zuhause – deshalb dauerte es auch nicht lange, ehe er gefühlt doppelt so schnell wie die ihn umgebende Schüler-Schar auf dem "Pumptrack" unterwegs war.

Bürgermeister Uwe Raab fährt selber sehr gerne Rad, wie er am Rand der Eröffnung gestand. Und beim Anblick der großen und kleinen Mountainbikes bekam das Stadtoberhaupt leuchtende Augen. Da wundert es auch nicht, dass der Bürgermeister ohne Wenn und Aber hinter dem Projekt steht, wie er betont, obwohl dieses mit gut 210.000 Euro Gesamtkosten nicht zum Schnäppchenpreis zu haben war.

Immerhin gab es aus Geldern der öffentlichen Hand fast 120.000 Euro dazu, so dass das Engagement der Kommune in Sachen Jugend kein unüberschaubares Loch in den Haushalt riss. Rechnet man die sichtliche Begeisterung der Mountainbiker über die Anlage gegen, dann darf dieser Freizeitort der Extraklasse als gute Investition in die Stadtzukunft angesehen werden.

Ein solches Projekt hat viele Väter beziehungsweise Antriebsmotoren. Zu ihnen zählt auch Realschuldirektor Christoph Kasseckert, der sich zusammen mit seinen Schülerinnen und Schülern schon 2016 für eine "Skate- und Dirtbikeanlage" stark gemacht hatte und als Argumente dafür unter anderem die schuleigene "Mountainbike AG" und die ausgezeichnete Ausstattung der Realschule Pegnitz mit Mountainbikes samt Helmen sowie einer zugehörigen Fahrradwerkstatt in die Diskussion einbrachte.

Weltmeister Tomáš Slavík und sein Käppi sind fast untrennbar.


Dass Schüler gleich welches Alters mit der Anlage etwas anzufangen wissen (die bekanntlich schon eine Weile benutzt werden darf), zeigte der starke Andrang bei der offiziellen Eröffnung – es dauerte eine Weile, bis Tomáš Slavík, der mit seinen 24 Jahren übrigens auch in der Downhill-Disziplin zu den Talenten gezählt wird, mit denen zu rechnen ist, auf die Strecke gehen konnte. Wer sich bis dato nicht vorstellen konnte, wie man sich auf einem "Pumptrack" ohne zu treten dennoch sehr schnell nur durch Pumpbewegungen des Körpers fortbewegt, musste für eine intensive Lehreinheit lediglich zuschauen.

Das tat mit Vergnügen auch ein ehemaliger Pegnitzer, der den Bau der Anlage mit 50.000 Euro unterstützt hat: Helmut Weber (Jahrgang 1948) und sein Sohn Klaus Dieter Hein erinnerten im Rahmen der Eröffnungsfeier an den legendären Pegnitzer Lehrer Hermann Sommer, der von 1948 bis 1982 ganze Schüler-Generationen ausbildete. Sommer zu Ehren wird an der Skate- und Bikeanlage eine schlichte Gedenktafel errichtet.

Mit hohem Tempo querfeldein

Christoph Kassecker erzählte von einem jungen Mountainbiker, den er in Auerbach auf dem Weg nach Pegnitz traf – mangels des damals noch nicht fertigen Radweges zwischen beiden Städten war der junge Erwachsene mit hohem Tempo querfeldein unterwegs. Der Realschulchef fragte den Radfahrer, wohin er denn fahre. "Es kam heraus, dass er von Neuhaus über Auerbach zum ,Pumptrack‘ nach Pegnitz fuhr, nur um den mal ausprobieren zu können", so Kassecker mit einem Schmunzeln.

Die AG Mountainbike der Realschule Pegnitz weihte die neue Bike- und Skatebahn bereits in der Mittagszeit mit ein paar spektakulären Übungsfahrten ein. © Ralf Münch


Den mit ausgeklügelten Wellen bestückten Rundkurs hat übrigens die Duracher Firma "Velosolutions" gebaut, deren Chef Gregor Podlesny sich mit Tomáš Slavík ein freundschaftliches Rennen auf dem "Pumptrack" lieferte. Für die Skateanlage zeichnen die Nürnberger Spezialisten von "Populär – Handcrafted Skateparks" verantwortlich.

Nach dem offiziellen Teil durften auch Ungeübte mit Leihfahrrädern auf den "Pumptrack" und sich für ein paar wilde Minuten über Berg und Tal wie die Profis fühlen. Den Schülern schrieb Uwe Raab ins Stammbuch: "Stürzen dürft ihr, das gehört zum Lernprozess." Wichtig sei es, sich nicht ernsthaft zu verletzen – Helm ist Trumpf – und dann weiter zu fahren. 

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