20°

Sonntag, 13.06.2021

|

Quo vadis, Pegnitz? Kommune stellt Zukunftsprojekte vor

Bis Ende Juni können sich Interessierte die Ausstellung zum Tag der Städtebauförderung ansehen - 08.05.2021 07:55 Uhr

Bis Ende Juni können sich Bürger eine Ausstellung verschiedener Projekte in den Schaufenstern des ehemaligen Modehauses Schwarz ansehen. 

07.05.2021


Zu sehen sind dort die Projekte des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek) – präsentiert mit Bildern, Plänen, Grafiken und Zeitungsausschnitten. "Wir wollen den interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen detaillierten Einblick darüber ermöglichen, wie sich ihre Stadt in den vergangenen Jahren entwickelt hat und wie sie in der Zukunft aussehen soll. Leider können wir wegen Corona keine größere Ausstellung oder Veranstaltung anbieten", bedauert Bürgermeister Wolfgang Nierhoff. Aber auch so könne man sich ein gutes Bild von den Projekten machen.

Milliarden für Kommunen

Pegnitz steht vielen strukturellen Herausforderungen gegenüber. Beispielhaft stehen dafür die Handlungsfelder Stadt- und Siedlungsstruktur, Verkehr und Mobilität, Wirtschaft, Einzelhandel, Tourismus und Stadtgesellschaft. Leitgedanke der Städtebauförderung ist, die Kommunen bei der Bewältigung dieser Veränderungen fachlich und finanziell zu unterstützen. Voraussetzung dafür war das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek), das der Stadtrat im April 2017 verabschiedet hat. Es bietet Orientierung und ist Leitbild, wie sich die Stadt entwickeln soll.

Bilderstrecke zum Thema

"Fichtenohe-Park" mit Läden, Wohnungen und Womo-Platz

Der Stadtrat Pegnitz hat über einen städtebaulichen Rahmenplan entschieden, wie er das Entwicklungsgebiet "Neue Mitte Pegnitz" zwischen Bahnhof und Stadtzentrum künftig genutzt wissen will. Eine Projektgruppe um Stadtplanerin Edith Obrusnik stellte dem Gremium die Überlegungen vor, die vom Einzelhandel über ein Hotel oder ein Boardinghaus bis zu einem Gesundheitszentrum, ein Seniorenheim und eine Kindertagesstätte reichen. Auch Wohnungen und ein Wohnmobil-Stellplatz sollen in der mit viel Grün und Spielplätzen aufgelockerten Anlage möglich sein. Das Konzept soll mit hohen Förderungen modulartig realisiert werden. Auch ein neuer Name für das Areal wurde kreiiert: "Fichtenohe-Park".


Das Isek ist in einem Buch von mehr als 600 Seiten aufgelistet (wir berichteten). Es bietet als "Masterplan Pegnitz 2030" die konzeptionelle Basis für alle zukunftsorientierten Projekte. Das Isek besteht aus vier Teilen: der Analyse, der Ortsteilprofile für Bronn, Buchau, Hainbronn, Horlach, Trockau und Willenreuth; dem Leitbild, Maßnahmenkatalog und Aktionsplan sowie der Maßnahmenbeschreibung.

Bauamtsleiter Manfred Kohl erläutert Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (M.) Details der Ausstellung an der Hauptstraße 52. Mit auf dem Foto Praktikant Felix Kastl (r.), der die Schau zum Großteil mit erarbeitet hat.

07.05.2021 © Foto: Udo Fürst


Gerade in diesem letzten Teil sind 79 Maßnahmen und Vorhaben aufgeführt. Diese sollen bis 2030 umgesetzt werden.

"Der Tag der Städtebauförderung eignet sich bestens, vier Jahre nach dem Beschluss des Stadtrats eine Zwischenbilanz zu ziehen", sagt Bürgermeister Wolfgang Nierhoff. Der Rathauschef lobt seinen Bauamtsleiter Manfred Kohl und Praktikant Felix Kastl, die die Ausstellung an der Hauptstraße 52 wochenlang vorbereitet haben.

"Nachhaltige Entwicklung"

"Die klimaverträgliche Gestaltung der Städte und Gemeinden und die Herausforderungen durch Covid-19 werden die Kommunen in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen", befürchtet Nierhoff. Deshalb sei es wichtig zu zeigen, was nachhaltige Stadtentwicklung und gemeinsames Gestalten bewirken könnten.

Die Städtebauförderung unterstützt seit 1971 Kommunen bei 9300 Gesamtmaßnahmen in 3900 Städten und Gemeinden mit insgesamt 19,3 Milliarden Euro. Heuer sind weitere 790 Millionen Euro Zuschüsse geplant. Der gemeinsam von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und weiteren Partnern getragene Tag der Städtebauförderung soll allen Programmkommunen der Städtebauförderung ein Forum bieten.

Er ist seit 2015 eine jährlich wiederkehrende bundesweite Aktion in vielen Städten und Gemeinden. "Die Städtebauförderung hat das Bild unserer Städte und Gemeinden in den vergangenen 50 Jahren entscheidend mitgeprägt. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen soll bei den vielen Menschen, die davon täglich profitieren, noch präsenter werden", wirbt das Bundesbauministerium.

Am Tag der Städtebauförderung werden die vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in einem bundesweiten Format vermittelt, die Leistungen und Erfolge der Städtebauförderung der Öffentlichkeit vorgestellt und das Engagement der Kommunen, ihrer Partner sowie ihrer Bewohner gewürdigt.

In den Schaufenstern des ehemaligen Modehauses Schwarz werden die Projekte detailliert erläutert, die die Stadt in den vergangenen vier Jahren angepackt oder bereits realisiert hat. Dazu gehören auch der Umbau des Alten Rathauses, der Bewegungsparcours und Kinderspielplatz im Wiesweiherpark, die Modernisierung der Christian-Sammet-Halle, die Sanierung des Erwein-Stollens, der Bahnhof mit seinem Umfeld, das Radwegenetz, der Skaterpark an der Realschule, das kommunale Gebäudemanagement, der Ausbau der Erneuerbaren Energien, der städtebauliche Ideenwettbewerb um das Pep- und K & P-Gelände oder die "Grüne Wiese am Wasser".

INFO: Die Ausstellung ist bis Ende Juni zu sehen. Ab kommender Woche kann man das gesamte Isek auf der Homepage der Stadt unter www.pegnitz.de einsehen.

UDO FÜRST

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz