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Radikal-Kur für den Neuen Friedhof in Pegnitz

Seit längerer Zeit wurde überlegt, wie man die Anlage umgestalten kann - 04.03.2021 17:34 Uhr

Vor zwei Wochen begann der Friedhofsgärtner Benjamin Hempfling mit seinem Kollegen Walther Ziegler und in Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof damit, die Hecken auf Stock zu setzen, um im Anschluss die Wurzeln auszubaggern.

04.03.2021 © Foto: Ralf Münch


Die Radikal-Kur des neuen Pegnitzer Friedhofs an der Alten Poststraße hat begonnen. Hier geht es nicht mehr darum Hecken auf Stock zu setzen, sondern komplett zu entfernen und zu erneuern. Momentan sieht das zwar nicht schön aus, wenn man direkt auf dem Eingangsweg des Friedhofs läuft und die abgesägten Hecken sieht. Nur noch Stöcke sind da, die werden aber auch bald verschwunden sein. Bald soll es aber wieder besser sein, auch wenn das noch etwas dauern könnte.

Vielen blutet das Herz, wenn mit der Säge an Bäume und Gebüsch herangegangen wird. Oft genug gibt es einen Aufschrei, manchmal auch zu Recht. Stefan Reichel vom Ordnungsamt der Stadt Pegnitz, der für die Friedhöfe zuständig ist, beruhigt: "Seit längerer Zeit überlegen wir uns, wie man den Friedhof umgestalten kann. Und jetzt haben wir es angegangen. Es gibt mehrere Gründe. Einer davon ist natürlich die Ästhetik." Damit meint er, dass die Heckenbepflanzungen nicht durchgängig waren. "Löchrig, überaltert und außerdem gab es verschiedene Pflanzenarten", sagt er. Mit einem Schädlingsbefall habe das alles nichts zu tun.

Schritt für Schritt

Vor zwei Wochen begann der Friedhofsgärtner Benjamin Hempfling mit seinem Kollegen Walther Ziegler und in Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof damit, die Hecken auf Stock zu setzen, um im Anschluss die Wurzeln auszubaggern. Es sei tatsächlich notwendig gewesen, denn aus den Hecken wuchsen bereits auch Bäume wie Feldahorn, Buchen oder Berberitze. An manchen Stellen war sie 30 Zentimeter hoch, an anderen Stellen eineinhalb Meter. "Mit dem Absägen haben wir jetzt aufgehört, weil man ab 1. März das ja nicht mehr machen darf. Jetzt werden wir nur noch die Wurzeln entfernen", sagt Hempfling. Und überhaupt sei die Umgestaltung des Friedhofs ein Prozess, der "Schritt für Schritt" erfolgt.

Warum das gemacht werden muss, habe aber auch einen anderen Grund. Weil der Friedhof terrassenartig angelegt ist, wurden damals auch Stützmauern gemauert, auf denen die Hecken stehen – und viele Stützmauern sind bröckelig geworden, Steine fallen heraus, Teile des Hanges rutschen so ab. "Die müssen wir auch abtragen und neu mauern. Um das machen zu können, müssten wir die Hecken so oder so entfernen", erklärt der Gärtner weiter und rechnet damit, dass in zwei bis drei Wochen die Geschichte mit dem Ausbaggern der momentanen Wurzelstöcken erledigt ist. Einen genauen Zeitpunkt für die Neuanpflanzung kann er allerdings nicht nennen. Nur: "Auf jeden Fall im Frühjahr." Beschwerden seitens der Friedhofsbesucher habe es noch nicht gegeben. "Ich unterhalte mich natürlich mit den Besuchern. Bisher waren die froh, dass sich endlich etwas tut", sagt er.

Es werden Eiben gepflanzt

Bei der Neubepflanzung entschied man sich für Eibe. Die Landschaftsarchitektin Ursula Barth aus Auerbach, die mit der konzeptionellen Umgestaltung des Friedhofs von der Stadt beauftragt wurde, erklärt weshalb. "Zum einen ist sie immergrün, im Winter sieht das schöner aus. Außerdem ist sie besonders regenerationsfähig. Sie ist tolerant, wenn man mal merkt, dass sie zu dicht oder hoch wird und man deswegen auch mal heftiger zurückschneiden muss. Sie nimmt einem nicht so schnell etwas übel. Und sie ist auch ein heimisches Gehölz. Darauf haben wir auch Wert gelegt." Aber die momentanen Arbeiten, die gerade anstehen, nämlich die komplette Begrünung zu überarbeiten, die sukzessive über den gesamten Friedhof gemacht werde, seien ja nur ein kleiner Teil der Umgestaltung. Denn es ginge auch darum, für neue Bestattungsformen Platz zu finden. Platz für weitere Urnengräber, für Baumbestattungen oder für Gemeinschaftsgräber. "Im Frühjahr setzen wir uns zusammen und arbeiten einen Plan aus, wie was möglich ist. Aber immerhin haben wir jetzt schon einmal einen kleinen Anfang, der aber über mehrere Jahre gehen wird, gemacht", so Barth.

RALF MÜNCH

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