Donnerstag, 01.10.2020

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Randalierer in Auerbach unterwegs

Eingeschlagene Hinweistafel, verwüstete Toilette und mehr: Randalierer sind vor allem in den Ferien aktiv. - 05.08.2020 19:05 Uhr

Viel Arbeit machte diese aufwändig von Hand gemalte Hinweistafel, die auf einem Aussichtspunkt am Gottvaterberg stehen sollte. Aktuell ist sie zur Reparatur im städtischen Bauhof.

© Foto: Bauhof Auerbach


"Die randalierenden Idioten sind nur eine Minderheit" ist Zweiter Bürgermeister Norbert Gradl überzeugt. Und doch passieren immer wieder an unterschiedlichen Stellen Beschädigungen oder Verwüstungen von Einrichtungen, die der Allgemeinheit dienen.

In den vergangenen Tagen haben sich die Mitarbeiter der Stadt mehrfach ärgern müssen. Die aktuellen Tatorte waren die Bushaltestelle am Place de Laneuveville, die Toilettenanlage am Friedhof und der Aussichtspunkt "Hoher Felsen" am Gottvaterberg.

Dort wurde im März von den Forst-Mitarbeitern des städtischen Bauhofs eine Sitzgruppe aufgebaut. Der Blick von dieser Stelle aus schweift bei klarer Sicht bis zum Oberpfälzer Wald im Osten, dem Fernsehturm bei Spies im Westen und dem Ossinger bei Königstein im Süden. Bereits wenige Tage nach dem Aufstellen von Tisch und Bank waren diese bereits mit Filzstift verunziert worden. Mitte Mai überreichte Hobbymaler Max Riedhammer zusammen mit dem Initiator Paul Albert ein Panoramabild an die Stadt. Darauf sind die markanten Stellen der Umgebung namentlich festgehalten. Der Bauhof fertigte einen Rahmen und platzierte das Bild neben der Sitzgruppe am "Hohen Felsen".

Es stand nicht einmal eine Woche, da musste es von den städtischen Arbeitern erneut befestigt werden, erinnert sich Bauhofleiter Matthias Regn. Zwei Wochen später wurde es wieder locker gerissen, und weitere zwei Tage später war die Schutzscheibe zertrümmert. Momentan sei das Panoramabild abgebaut und zur Reparatur im Bauhof.

Bushaltestellen sind für alle Bürger da. Umso ärgerlicher, wenn – wie hier am Place de Laneuveville - an den Sitzbänken herumgeschnitzt wird.

© Foto: Bauhof Auerbach


Teures Geld hat die Stadt für die moderne WC-Anlage auf dem Friedhof ausgegeben. Damit steht den Bürgern nun ganzjährig eine Toilette zur Verfügung. Umso ärgerlicher ist es, wenn jemand ein dringendes Geschäft erledigen muss und das Klo verwüstet vorfindet. Manuela Lauber, die im Auftrag der Stadt für die Reinigung zuständig ist, hat schon mehrfach eine unschöne "Überraschung" erlebt. Es kam schon vor, dass die Toilette mit Unmengen von WC-Papier verstopft wurde. Oder dass das Waschbecken voller Schaum war, weil der Seifenbehälter ausgeleert und das Handwaschmittel aufgeschäumt wurde. Das Putzen der aufgrund der Edelstahl-Bauweise eigentlich recht hygienischen Toilette ist in solchen Fällen sehr aufwändig. Am schlimmsten ist es allerdings für diejenigen Friedhofsbesucher, die das stille Örtchen nutzen möchten.

Das Friedhofs-WC ist als Service für die Bürger gedacht. Leider kommt es immer wieder vor, dass es mutwillig verwüstet wird.

© Foto: Bauhof Auerbach


Auch an anderen Stellen gab es Probleme. In der vergangenen Woche wurden die Bänke an der Bushaltestelle am Place de Laneuveville mit einem Messer beschädigt. An einem Wochenende seien mobile Verkehrszeichen verstellt worden, berichtet Matthias Regn. Abgerissene Mülleimer, Schmierereien und Ähnliches treten in den Ferien vermehrt auf, haben die städtischen Arbeiter festgestellt. Größere Schäden werden zur Anzeige gebracht. Manchmal seien schon Täter ermittelt worden, aber meistens bleibe die Stadt auf den Schäden sitzen. Der Verdacht liege nahe, dass überwiegend Jugendliche als Täter in Frage kommen. Ob Langeweile, eine Mutprobe, eine Art Wettkampf oder einfach Dummheit dahinter steckt, könne niemand sagen. "Auf jeden Fall fehlt hier der Respekt vor fremdem Eigentum."

Unter Alkoholeinfluss

Auch Norbert Gradl, der derzeit amtierende Bürgermeister, macht keinen Hehl aus seiner Verärgerung. "Diese feigen Taten finden meist im Schutze der Dunkelheit und wohl auch unter Alkoholeinfluss statt. Was hat man davon, wenn man offensichtlich mutwillig Parkbänke beschädigt oder eine öffentliche Toilettenanlage verwüstet?" Besonders geärgert habe er sich über den "Anschlag" auf das neue Panoramabild auf dem Gottvaterberg, weil damit gemeinnütziges Engagement "mit Füßen getreten" werde. Als Täter werden meist übermütige Jugendliche vermutet. Dennoch lasse er das häufig formulierte Pauschalurteil "die heutige Jugend taugt nix" nicht gelten. Die randalierenden Idioten seien nur eine kleine Minderheit. Die Stadt habe Sachbeschädigungen und Verwüstungen bereits angezeigt und sei sehr dankbar für Hinweise aus der Öffentlichkeit, betont der Zweite Bürgermeister.

BRIGITTE GRÜNER

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