Donnerstag, 19.09.2019

|

Rätsel bleiben: Polizei schließt Ermittlungen zu Bränden ab

Feuer in der Sauna des Cabriosol und auf dem Gelände eines Busunternehmens waren verheerend - 22.08.2019 06:00 Uhr

Zwei Einsätze in nächster Nähe erlebte die Feuerwehr im Oktober 2018. Aus einem Aggregat im Eisstation war Ammoniak ausgetreten und gleich daneben im Cabriosol brannte die Sauna. Rund 400 Einsatzkräfte waren vor Ort. © Foto: Ralf Münch


Der Saunabrand ist zehn Monate her, das verheerende Feuer auf dem Gelände von Sebald Reisen, das vier Reisebusse völlig zerstörte, war nur wenige Wochen später, im November 2018. In beiden Fällen gestalteten sich die Ermittlungen schwierig, Sachverständige waren vor Ort, es wurden Gutachten eingeholt. Trotzdem: "Wir konnten keine definitive Brandursache feststellen", sagt Alexander Czech, Pressesprecher der Polizei Oberfranken. Nun werden die Fälle zu den Akten gelegt. "Die Ermittlungsmöglichkeiten sind ausgeschöpft", sagt Czech, "es sei denn, es ergeben sich neue Hinweise, wovon ich aber nicht ausgehe."


Brand im Cabriosol: Kämmerer spricht von "Katastrophe"


Rund 400 Einsatzkräfte der Feuerwehr plus THW und Rettungsdienst waren 24 Stunden lang vor Ort, als an einem Montag im Oktober 2018 in nächster Nähe zwei Fälle zusammenkamen: Bei einem Betriebsaggregat zur Kühlung im Eisstadion war Ammoniak ausgetreten. Die undichte Stelle im Aggregat wurde be- und entlüftet. Doch plötzlich musste der Einsatz umorganisiert werden: Die Brandmeldeanlage signalisierte ein Feuer in der Sauna.

Bilderstrecke zum Thema

Alarm am Abend: Kelo-Sauna im Cabriosol in Pegnitz geriet in Brand

Zweiter Alarm in Pegnitz: Nachdem bereits am Nachmittag unter dem Eisstadion Ammoniak ausgetreten war, musste die Feuerwehr am Abend noch einmal anrücken: DIe Kelo-Sauna im Cabriosol geriet in Brand. Die Einsatzkräfte hatten mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen, die Löschung des Brandes gestaltete sich deshalb schwierig. Die Brandursache ist noch unklar, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.


"Kann Defekt gewesen sein"

Mit dem undichten Aggregat habe der Saunabrand nichts zu tun, hieß es später von Seiten der Polizei. Vermutet wurde stattdessen ein technischer Defekt. Weiter sind die Ermittlungen dann nicht mehr gekommen. "So weit wir es zurückverfolgen können, kann es ein technischer Defekt gewesen sein. Wir wissen es aber nicht", sagt Czech.

Auch die eigene Recherche hat Sebastian Poppek, Projektleiter des Cabriosols, nicht zur Ursache des Brands geführt. "Wir haben mit dem Hersteller der Sauna gesprochen, aber der wusste auch nicht, woran es gelegen haben könnte", sagt Poppek. Außerdem seien Ablauf- und Schaltmechanismen überprüft worden. "Mehr können wir nicht tun", sagt Poppek. Er bedauert, dass der Saunabrand ein Rätsel bleibt. "Sonst könnten wir daraus Maßnahmen ableiten."

Bilderstrecke zum Thema

Vier Busse brennen aus: Millionenschaden in Kirchenbirkig

Ein Millionenschaden entstand bei einem Großbrand beim Omnibusunternehmen Sebald im Pottensteiner Ortsteil Kirchenbirkig. Aus ungeklärter Ursache brach ein Feuer auf dem Betriebshof aus, insgesamt vier Busse standen in der Folge in Flammen. Die Feuerwehren konnten den Brand zwar zügig unter Kontrolle bringen, dennoch brannten die Busse komplett aus. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.


Wie hoch der angerichtete Schaden ist, weiß Poppek ebenfalls nicht, ob die Schätzung "eine Million Euro" realistisch ist, werde die Versicherung noch "beurteilen und festlegen." Die Arbeiten an der Sauna laufen weiterhin. Die Innensaunen wurden aufbereitet und geprüft, die Edelstahlküchenausstattung von Rauchspuren gereinigt. "Der Rest, auch fast alle Liegen, mussten entsorgt werden", sagt Poppek. Elektro- und Wasserinstallation sind für die kommenden Monate geplant. Poppek hofft, "die Wintersaison 2019/2020 wenigstens nicht ganz zu verpassen", doch wann die Sauna wieder aufmacht, wagt er nicht zu prognostizieren.

"Der Zerstörungsgrad war zu hoch"

Beim Brand auf dem Gelände des Busunternehmens in Kirchenbirkig waren die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr zwar zwei Minuten nach Alarmierung vor Ort, die Brandfolgen waren aber nicht mehr zu verhindern. Das Feuerwehrhaus steht direkt neben Sebald Reisen, nach und nach rückten umliegende Wehren aus, insgesamt erlebten etwa 250 Einsatzkräfte eine lange Sonntagnacht im November. Vier Busse brannten vollständig aus, die Fassade des Gebäudes wurde durch die Hitzeentwicklung und den Rauch in Mitleidenschaft gezogen.

Erst war von einem Millionenschaden die Rede, dann korrigierte die Polizei die Schätzung auf 400 000 Euro. Warum der Großbrand passierte, ist nicht mehr zu ermitteln. "Der Zerstörungsgrad war zu hoch, um die Ursache in Erfahrung zu bringen", sagt Czech. Dass es sich um Brandstiftung handelte, könne nicht ausgeschlossen werden. 

Marcel Staudt

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz