23°

Montag, 16.09.2019

|

Rätsel um Gasrechnung: Pfarrei Herz-Jesu in Finanznot

50.000 Euro müssen nachgezahlt werden - Schulden sollen abgestottert werden - 07.09.2019 07:55 Uhr

„In eine kalte Kirche kommen keine Leute“, merkt Kirchenpfleger Alexander Nierhoff an, „das ist kontraproduktiv.“ Denn niemand möchte bei Minusgraden im Winter in einer ausgekühlten Kirche sitzen. Er meint damit die Herz-Jesu-Kirche (Bild). © Foto: Archiv/Hans von Draminsiki


Wie es im Detail dazu kam, dass über Jahre zu wenig gezahlt wurde, das lässt sich jetzt nicht mehr nachvollziehen, meint der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Manfred Vetterl. Fakt ist, dass die Pfarrei einem Gasanbieter eine große Summe Geld schuldet. "Beim Ablesen wurde offensichtlich eine Kommastelle falsch abgelesen", erklärt Vetterl und versucht damit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Im Turnus von drei Jahren prüft der Anbieter die Gaszähler eigenständig. Dabei wurde der Fehler bemerkt. Bei der Überprüfung fiel vor allem auf, dass nur die Kommastelle falsch gesetzt wurde, die Zahlen stimmen überein. "In eine kalte Kirche kommen keine Leute", merkt Kirchenpfleger Alexander Nierhoff an, "das ist kontraproduktiv." Denn niemand möchte bei Minusgraden im Winter in einer ausgekühlten Kirche sitzen.

Es hilft alles nichts, das verbrauchte Gas muss nun nachbezahlt werden. Die Forderung sei unstrittig – alle Kosten nach der allgemeinen Verjährungsfrist von drei Jahren müssen nun beglichen werden. Dazu merkt Vetterl an: "Das stellt uns vor Riesenprobleme, denn sofort die Rechnung begleichen können wir nicht."

Sparsamer haushalten

Mit dem vorhandenen Etat von 70.000 Euro müssen das Personal und andere Dinge bezahlt werden – es blieben grob 7000 Euro. "Ich warte auf ein Angebot vom Anbieter, wie man das Ganze in kleinen Raten zahlen kann", sagt Nierhoff. Zudem hofft man, über das allgemeine Kirchgeld an etwas Geld zu kommen. Dies sei keine Pflicht, aber wer helfen möchte, könnte das auf diesem Wege tun. "Es wird nur angeregt. Ein kleiner Aufruf, um uns zu helfen, dass wir nicht so lange am Minus zu knabbern haben", so Vetterl.

Die Schulden sollen derweil keine Auswirkung auf den normalen Kirchenbetrieb haben. Vetterl weiter: "Wir sind und bleiben die wärmste Kirche der Stadt". Trotzdem werde nun jede Ausgabe penibel geprüft – auf korrekte Daten und ob diese überhaupt nötig ist. Die Pfarrei Herz-Jesu muss mit der großen Nachzahlung nun noch genauer auf alle Kosten achten und sparsamer Haushalten. "Ich habe die Gemeinde informiert", sagt Pfarrer Peter Klamt und meint damit die Besucher des Gottesdienstes am Sonntag. Wer von der katholischen Kirchengemeinde der Predigt nicht gelauscht hat, weiß nicht, in welchen finanziellen Kalamitäten die Pfarrei steckt. Mehr wollte der Pfarrer dazu nicht sagen. 

MARTIN BURGER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz