Freitag, 05.03.2021

|

Rekordergebnis bei NN-Aktion "Schmücken und Helfen"

Trotz Corona-Not und vielfacher Kurzarbeit spenden Leser 46 233 Euro. Das Geld hilft Notleidenden in der Region. - 18.01.2021 19:09 Uhr

Jeder Spender der NN-Weihnachtsaktion Schmücken & Helfen kann eine Kugel am NN-Christbaum in der Pegnitzer Innenstadt aufhängen.

26.11.2020 © Foto: Archiv/Klaus Trenz


Thomas Knauber, der Leiter der Aktion, bedachte alleinerziehende Mütter noch einmal extra und reichte auch Geld an die Sozialberatungen von Diakonie und Caritas weiter. Damit können von hier aus während des Jahres Notfälle versorgt werden. Denn die Armut endet nicht, wenn eine einzelne Weihnachtsspende eintrifft. Diese ist gerade einmal das Pflaster für ein paar Wochen. Zudem behält Knauber eine kleine Reserve zurück.

Diese 46.233 Euro sind das höchste Ergebnis seit Bestehen der Aktion. Nur 2017 war man nahe daran, mit knapp 45.000 Euro. Sonst bewegten sich die Summen immer zwischen 35.000 und 39.000 Euro. Aber das aktuelle Ergebnis fußt auf 20.000 Euro Zuschuss der Hauptaktion "Freude für alle". Das ist mehr als sonst. Damit wird der Wegfall einer großen Pegnitzer Firmenspende abgefangen, die sonst über Jahre hinweg eine Säule war.

Auf Gehhilfen angewiesen

Diesmal gaben Vfm, Kaiserbräu, Lang Gmbh, Sparkasse, Klubert+ Schmidt, Hörgeräte-Honisch, Allianz Kühlenfels, Möbel-Dettenhöfer, Elektro-Glenk sowie Abteilungen von Cherry und ZF zusammen fast 14 000 Euro. Die Spenden halfen zum Beispiel einem schwerbehinderten Mann, der an beiden Hüften operiert ist und Herzprobleme hat. Vorwärtskommen kann er nur noch mit Krücken — "wie es halt irgendwie geht. Man muss! Es hilft ja nix, es bleibt nix anderes übrig".

Ähnlich geht es einer Frührentnerin, bei der es mit einer Herzmuskelentzündung begann. Seitdem ist sie – über zehn Jahre hinweg – von Tabletten abhängig und ständig beim Arzt und in der Erlanger Klinik. Sie hat Angst vor Corona, weil ihr Immunsystem so schwach ist.

Unterstützt wurde auch eine Mutter von zwei Kindern, die – eigentlich Friseuse – als Reinemachefrau überlebt. Wenn sie ihre Geschichte erzählt, wird einem schlecht. Sie geriet an einen Mann, der nach außen alles super darstellte: Beruf okay, Familie in Ordnung, Haus da.

Aber kaum war sie eingezogen, begannen die Schläge. Wie Frauen sind, die auch in solchen Menschen noch den guten Kern sehen, hielt sie aus. Vielleicht ändert er sich ja unter ihrem Einfluss. Er hatte es in seiner Kindheit nicht leicht. Erst nach zwei Jahren, kaputt geprügelt, verließ sie ihn. Und kehrte nach seinen reumütigen Telefonaten zurück. Das gleiche begann wieder. Noch einmal hielt sie aus. Dann endlich verstand sie und brach über Nacht heimlich auf: Mit den kleinen Kindern zurück in ihr Dorf.

Über die Spenden freute sich auch ein junger Mann, der autistisch veranlagt ist. Er hat einen langen Leidensweg, weil diese Beeinträchtigung in der Jugend nicht erkannt wurde. Die Schule wurde zur Hölle, wie seine Eltern sagen. Die Lehrer urteilten: Lernverzögerung, das gibt sich mal. Erst mit 17 kam die richtige Diagnose. "Er ist so ein wertvoller Mensch", sagt die Mutter. "Er kann nie lügen. In der Gesellschaft wäre er ein hochgeschätzter Mann, ein Mitarbeiter, der alles zu 100 Prozent einhält."

Im nächsten Fall geht es um einen Aktiv-Rollstuhl für einen schwerbehinderten jungen Mann. "Ein Kampf mit der Krankenkasse", sagt die Mutter. Was sie mit dieser Kasse erlebt, "ist manchmal grenzwertig". Aber sie will sich nicht beklagen.

Auch wenn sie ihren Sohn seit dem Brand in der Bayreuther Behindertenwerkstätte dauernd daheim hat und alles tun muss — "das volle Programm". Der Junge wäre bereit, nach Bayreuth in ein Heim mit Rundumpflege zu gehen, aber es gibt keine Wohnplätze. Die Mutter wandte sich schon an Abgeordnete und an den Bezirk, vergeblich. "Ich war bei Hinz und Kunz."

Sie kennt viele Eltern in gleicher Lage. "Alle fragen sich: Wie geht es meinem Kind, wenn ich mal tot bin? Viele trauen sich nicht, was zu sagen. So macht man halt weiter nach seinen Möglichkeiten."

Sonniges Gemüt

Was ihr immer Kraft gibt, das ist der gute Charakter ihres Kindes. "Er ist ein Sonnenschein, das ist ein Phänomen. Da bin ich froh drum. Er hat ein ausgeprägtes LmaA-Gefühl. Und das braucht er in seiner Situation."

Die NN-Redaktion dankt abschließend allen Spendern für ihr Mitgefühl. Und allen Helfern – vor allem Familie Löhr, die jede Gabe verbuchte und den NN-Christbaum vor ihrem Schreibwarengeschäft betreute.

Folgende Spenden gingen noch ein: 20 Euro: Josef Krieg. 30 Euro: Betty Schwemmer. 50 Euro: Hans Bauer, Andrea Martinek-Zirh, Josef Gumann, Franz Weber, Georg Habermann. 55 Euro: FC Bayern-Fanclub Kirchenbirkig-Regenthal.

Und weiter: 100 Euro: Helmut Kleinöder, Manfred Thümmler, Anton Dimler, Manfred Schubert. 150 Euro: Wilhelm Lautner.

fa

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Pegnitz