Richtungsweisend: Aus Bahnhof wurde Festplatz

19.8.2010, 07:07 Uhr
Vor genau 25 Jahren wurden die Schienen am früheren Auerbacher Bahnhof beseitigt und vom Stadtrat ein Nutzungskonzept beschlossen, das am Ende nicht vollständig verwirklicht werden konnte.

Vor genau 25 Jahren wurden die Schienen am früheren Auerbacher Bahnhof beseitigt und vom Stadtrat ein Nutzungskonzept beschlossen, das am Ende nicht vollständig verwirklicht werden konnte. © Archiv/Lenk

Das Nutzungskonzept für das ehemalige Bahngelände hatte der Stadtrat seinerzeit sogar einstimmig beschlossen. Lange schon gammelten die Anlagen, Gebäude und Gleise vor sich hin, Züge fuhren längst nicht mehr. Die Kommune hatte das unansehnliche Gelände vorher von der  Bahn  erworben.

Nach dem Willen des Stadtrats sollte der Bereich zwischen dem alten Lokschuppen und dem Stationsgebäude verkauft werden. Die Gebäude ebenfalls. Man ging bei der Entscheidung davon aus, dass in diesem Bereich vier Bauplätze ausgewiesen werden können. Im Bereich des früheren Lagerhauses war die Anlage eines Bolzplatzes vorgesehen, für die Jugendlichen sollte eine alte Lagerhalle zur Verfügung gestellt und die Restfläche als Gemeindegrund für Feste oder Ähnliches genutzt werden.

Mit diesem Konzept gingen die Stadtväter im August 1985 einen Kompromiss aus den beiden Vorschlägen der Verwaltung ein. Der eine sah vor, das Gelände komplett zur Bebauung freizugeben, wobei 16 Plätze entstanden wären. Der zweite Vorschlag sah eine Nutzung als Festplatz im mittleren Bereich, im Bereich des Lokschuppens eine Gaststätte mit Biergarten und im Lagerhausbereich einen Bolzplatz vor.

Wilhelm Schelz (CSU) war damals der Ansicht, dass in jedem Fall  im hinteren Bereich des früheren Bahngeländes ein Platz für die Jugend geschaffen werden sollte. Auch der Bau einer Sommereisstockbahn wäre dort möglich. Von einer Gaststätte sah Schelz ab, da gegenüber sich bereits ein Lokal befinde (damals zumindest).

Der damalige SPD-Sprecher Helmut Ott gab zu verstehen, dass man dem Baugebiet Rosenhof keinen guten Dienst erweisen würde, wenn man am ehemaligen Bahngelände zahlreiche Bauparzellen ausgewiesen hätte. Zustimmung von allen Seiten fand Otts Anregung, dass Käufern des Bahnhofsgebäudes zur Auflage gemacht werden müsse, das Haus in dieser Art zu erhalten.

Der Bahndamm sollte — so wurde in der wegweisenden Sitzung weiterdiskutiert — ebenfalls zum Verkauf angeboten werden, außerdem sollte er abgetragen und das Material dann zur Aufschüttung der neuen Industriestraße verwendet werden.  Außerdem war man im Stadtrat der Ansicht, einen Weg für Fußgänger von der Wellucker Straße zur Sandstraße zu schaffen. Johann Lederer hätte zwar anstatt des Bolzplatzes gerne einen Kinderspielplatz gesehen, stimmte aber dem Gesamtkonzept trotzdem zu.

Noch im selben Jahr sind damals die alten verrosteten Schienen abgebaut worden. Das Konzept aber konnte nicht ganz so umgesetzt werden, wie es geplant war. Für die Gebäude hat sich kein Käufer gefunden. Das Stationsgebäude und der ehemalige Lokschuppen mit früherem Bahnwärterhäuschen ist heute nach wie vor im Eigentum der Stadt. Für die Jugend wurde nach vielen Anläufen eine bessere Lösung gefunden als eine ehemalige Lagerhalle. Im ehemaligen Bahnwärterhäuschen hat sich inzwischen ein Jugendtreff etabliert. Der ehemalige Lokschuppen wäre noch ausbaufähig.

Der Bereich zwischen Bahnhofsgebäude und Lokschuppen ist zwar inzwischen bebaut worden, jedoch nicht von Privatleuten, sondern von der Stadt selbst. Dort ist das neue Gerätehaus der Feuerwehr entstanden, für die das Gebäude an der Degelsdorfer Straße längst zu klein geworden war.

Einen Kinderspielplatz gibt es im hinteren Teil des früheren Bahngeländes beim jetzigen Schützenheim von 1890 und eine Skateranlage bei der Güterhalle, die derzeit renoviert wird. Der geplante Festplatz ist wirklich Festplatz geworden, wenngleich er bis heute nicht so angenommen wird als einst der bekannte „Schwemmweiher“. Dafür ist jedoch dort ein herrlicher Place de Laneuveville entstanden.