25°

Sonntag, 18.08.2019

|

Riesiger Zulauf bei Typisierung in Betzenstein

Rund 1050 Hilfsbereite wollen den an Leukämie erkrankten Philipp aus Eichenstruth unterstützen. - 15.07.2019 17:00 Uhr

Jeder wollte bei der Typisierung seinen Beitrag leisten, um dem an Leukämie erkrankten eineinhalbjährigen Philipp aus Eichenstruth zu helfen. Rund 1050 überwiegend Einheimische machten mit.


Rund 1050 Menschen aus Betzenstein und der Region waren es, die sich einen Wangenabstrich abnehmen ließen. Um möglicherweise mit einer Stammzellenspende dem an Leukämie erkranken eineinhalbjährigen Philipp aus Eichenstruth oder auch einem anderen von Tausenden in Deutschland, die mit dieser aggressiven Krankheit zu kämpfen haben, zu helfen und damit das Leben zu retten.

"Ich bin überwältigt"

Bürgermeister Claus Meyer, der zusammen mit zweiten Bürgermeister Peter Marschall jeden potenziellen Spender willkommen hieß und das nötigen Formulare verteilte, war angesichts des Ansturms überrascht. Er wäre aber auch mit weniger Teilnehmern an der Typisierungsaktion zufrieden gewesen: "Man muss mit dem zufrieden sein, was kommt – im Endeffekt zählt jeder, egal wie viel es am Ende sind."

Petra Gries von den Helfern vor Ort sagte: "Ich bin überwältigt. Wir hatten ja insgeheim gehofft, dass die Aktion ein Erfolg wird". Weil in Betzenstein eben jeder jeden kenne und viele auch die betroffene Familie kennen würden.

Rund 80 Helfer hat Gries gezählt. Viele Vereine seien mit dabei, um zum Gelingen der Aktion beizutragen: Die Feuerwehren aus Betzenstein, Eichenstruth, Leupoldstein, Spies und Weidensees, der Skiklub Spies, der Kirwaverein aus Betzenstein sowie die Landjugend aus Weidensees und letztendlich die Helfer vor Ort machten mit. Der Erlös aus dem Speisen- und Getränkeverkauf gehe selbstverständlich an den Verein Hilfe für Anja.

In zwei Zimmern saßen mehrere Stunden lang die Helfer, um den Teilnehmern an der Aktion die Wattestäbchen abzunehmen und zu registrieren. Von ihnen allen wurde das ehrenamtliche Engagement als Selbstverständlichkeit bezeichnet.

"Es gehört sich einfach so", sagt Maximilian Otto aus Betzenstein. "Es könnte ja sein, dass das eigene Kind betroffen ist und dann möchte man auch jemanden finden, der hilft." Für die Leiterin des Kindergartens Betzenstein, Kerstin Lorenz war das Helfen eine "Ehrensache". Sie hat sich mit dem Thema Blutkrebs und Stammzellenspende bereits vor 13 Jahren auseinandergesetzt, als sie sich in Pottenstein typisieren ließ. Nachdem Philipp ein Kind der Kinderkrippe Betzenstein ist, ist das Thema wieder ganz nah gekommen.

Der Vorsitzende und Motor des Vereins Hilfe für Anja, Michael Sporrer erklärt, dass der Verein die Kosten für die Typisierung übernimmt. Jede Probe koste allerdings 35 Euro und werde in die Datei der Knochenmarkspenderzentrale (KMSZ) aufgenommen. Bis dato habe man speziell für die Aktion in Betzenstein rund 4000 Euro an Spenden erhalten.

"Wir müssen also noch schauen, wie wir das finanzieren." Allerdings: "Wir arbeiten mit der KMSZ zusammen und haben bis jetzt immer eine Lösung gefunden." In Betzenstein hat Sporrer übrigens mit Christine Ertl aus Höfen die 50 000. Spenderin, die sich über Hilfe für Anja typisieren ließ, begrüßen können. 

KLAUS TRENZ

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Betzenstein