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Sonntag, 13.06.2021

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"Ropperts Kappel" bei Hagenohe braucht Sanierung

Der Bauhof der Stadt Auerbach soll das Kirchlein unweit der drei Windräder instand setzen - 17.05.2021 12:55 Uhr

Die „Ropperts Kappel“ oberhalb von Hagenohe wurde 1837 erbaut und ist seit einem Sturm im September 2019 sehr sanierungsbedürftig. Die Dorfbevölkerung feiert auf dem Platz stets eine Maiandacht.

16.05.2021 © Foto: Brigitte Grüner


Erst 2018 hatte die Dorfgemeinschaft in die Kapelle investiert und das Dach neu gedeckt, erinnert sich Ortssprecher Martin Schleicher. Weiter wurden die hölzernen Stützpfeiler vor dem Eingang erneuert. An der mit viel Eigenleistung hergerichteten Kapelle hatten die Hagenoher jedoch nicht lange ihre Freude: Bei einem Sturm im September 2019 löste sich ein Teil der mächtigen Linde und krachte auf die Rückseite des Gebäudes. Ausgerechnet auf der Wetterseite wurde die Rückwand dadurch nahezu komplett zerstört.

Die herabgefallenen Steine liegen noch immer hinter der Kapelle. Auch die Seitenwände litten durch den Aufprall des großen Astes. Erhalten blieb das Gewölbe. Doch dieses zeigt ebenfalls einige Risse im Inneren der Kapelle sowie oberhalb der aus Schmiedeeisen gestalteten Eingangstür.

Ortssprecher Martin Schleicher zeigt das schöne Muttergottesbild und frischen Blumenschmuck. Bis zur Flurbereinigung gehörte die Kapelle seinen Eltern, nun ist sie auf städtischem Grund.

16.05.2021 © Foto: Brigitte Grüner


Über die Geschichte der Kapelle ist nicht viel bekannt. Sie gehörte einst zum Anwesen "beim Rupperten". Erbaut wurde sie zur Erinnerung an einen Mann aus der Familie, der vom Blitz erschlagen worden war. Die Linde hinter der Kapelle stand wohl damals schon, denn sie ist nach Schätzung des Ortssprechers rund 250 Jahre alt. 1901 wurden das Rupperten-Anwesen – und damit auch die Kapelle – von Michael Wagner übernommen. Er hatte umgerechnet 18 040 Euro für den Hof bezahlt. Seine Frau war Margarete Kugler aus Leiten. Eine der Töchter des Paares ist die Mutter von Martin Schleicher.

Bis zur Flurbereinigung, die etwa von 1968 bis 1978 durchgeführt worden ist, gehörte die Kapelle Josef und Margareta Schleicher. Das Paar übergab die Kapelle noch an die Altgemeinde Ranzenthal und den damaligen Bürgermeister Erich Hasmann, erinnert sich Martin Schleicher.

Durch die Gebietsreform und Eingemeindung kam die "Ropperts Kappel" 1978 ins Eigentum der Stadt Auerbach. Der Bauhof hat ihre Sanierung schon auf der Liste der zu erledigenden Arbeiten, weiß der Ortssprecher. Damit von der Linde nicht weitere Äste abbrechen, wird sie mit einem festen Gurt zusammengehalten.

Bei einem Sturm im September 2019 ist ein Teil der großen Linde auf die Rückwand der Kapelle gekracht und hat beträchtliche Schäden hinterlassen. Jeder Regen, jeder Frost schadet zusätzlich.

16.05.2021 © Foto: Brigitte Grüner


Neue Photovoltaik-Anlage 

Unweit der Kapelle wird mittelfristig eine Freiflächen-Photovoltaik (PV)-Anlage entstehen. Der dazu gehörige Bebauungsplan war Thema in der April-Sitzung des Stadtrats. Einige Kommunalpolitiker befürchteten, dass die PV-Module die Sicht auf die Kapelle beeinträchtigen könnten. Laut Martin Schleicher gab es deshalb vor wenigen Tagen eine Online-Konferenz mit dem Geschäftsführer der Investorenfirma Voltgrün Energie GmbH. Ziel sei es, dass im direkten Umfeld der Kapelle keine PV-Module aufgestellt werden. Seitens der Bürger wurde der Abstand zur Kapelle mit 30 mal 30 Metern gewünscht; der Investor würde sich auch freiwillig zu einem radialen Abstand von 100 Metern verpflichten. Die geänderte Bauleitplanung wird vom Stadtrat am Mittwoch beschlossen.

Die Rückwand der Kapelle ist schwer in Mitleidenschaft gezogen.

16.05.2021 © Richard Reinl


 Trotz der Sturmschäden ist die Kapelle mit der stabilen Sitzgarnitur, die von der Dorfgemeinschaft aufgestellt wurde, ein beliebter Treff- und Aussichtspunkt. An klaren Tagen kann man bis weit in die Fränkische Schweiz blicken. Auch die Ortschaft Thurndorf ist gut zu erkennen. Im Briefkasten der Kapelle landen immer wieder Gebetsanliegen und zwischendurch auch Spenden, berichtet Schleicher.

Elfriede Bauer aus dem Dorf kümmert sich seit vielen Jahren um die "Ropperts Kappel", stellt frische Blumen auf den kleinen Altar vor dem Muttergottesbild oder entzündet Kerzen. Die Dorfgemeinschaft nutzt die Fläche vor der Kapelle, die nur wenige Meter von der Grenze zum Gemeindegebiet Kirchenthumbach und zum Landkreis Neustadt/Waldnaab entfernt ist, für Dorffeste und Andachten. Der nächste Termin für eine Maiandacht ist am Freitag, 28. Mai.

BRIGITTE GRÜNER

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