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Samstag, 15.05.2021

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"Rote Katze" macht es sich im Gesundheitszentrum gemütlich

Drei Künstlerinnen präsentieren ihre Motive in der neuen Ausstellung der Treppenhauskunst - 20.04.2021 18:29 Uhr

Ausstellungseröffnung mit Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (von links), der Vorsitzenden des Vereins „Rote Katze“, Heike Schulz, Künstlerin Birgit Noll, Andrea Pfaucht von der Initiative Treppenhauskunst, Kunsttherapeutin Ingrid Seidel und Martin Wiesend, die über die wortwörtlich phantastischen Bilder von Birgit Noll sprechen.

20.04.2021 © Foto: Klaus Trenz


Die Bilder von Michèle Krella, Birgit Noll und Ingrid Neuß sind meist bunt, voller Lebensfreude und voller Phantasie. Dies ist umso erstaunlicher, weil die Bilder von Menschen gemalt worden sind, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens gestanden sind, von Frauen mit psychischer Beeinträchtigung. Alle drei Frauen haben keinen künstlerischen Hintergrund, aber die Malerei als Ausdrucksmittel gefunden.

Sie haben auch den Weg zum Verein "Rote Katze" gefunden, der aus einem Projekt des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Diakonie Bayreuth hervorgegangen ist. Als das Projekt 2008 beendet wurde, hat die damals in Ruhestand gegangene Psychotherapeutin Dr. Heike Schulz das Projekt weitergeführt und den Verein "Rote Katze" gegründet. Dort werden Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen bei der Entdeckung und Entwicklung ihrer kreativen Begabungen unterstützt. "Das ist eine sehr lebendige Gruppe geworden", sagt Schulz. Die Malerei sei als "Gegengewicht zur psychischen Krankheit" zu betrachten.

Bilder und ihre Geschichte

Sie dankte Martin Wiesend vom Team Treppenhauskunst bei der inoffiziellen Eröffnung für die Möglichkeit, in Pegnitz auszustellen. Das sei mal "etwas anderes, als beispielsweise in einem Krankenhaus". Wiesend selbst plant schon seit längerem eine Ausstellung mit der "Roten Katze". "Ich weiß nicht, was mich mehr an einem Bild fasziniert", sagte er. "Das Bild oder die Geschichte, die dahinter steckt". Hinter den Malereien der drei Frauen verbergen sich viele Geschichten und womöglich auch verstörende Erlebnisse. Vor allem aber zeigen sie, wie man mit Farben und Formen Gefühle ausdrücken kann. "Wir sind in der glücklichen Lage, ein weiteres Mal Kunst und gesellschaftlich-soziales Engagement im historischen Treppenhaus von 1852 lebendig werden zu lassen", so Wiesend.

Der Verein "Rote Katze" finanziert sich laut Schulz nur aus Spenden. Die Ateliergemeinschaft wird von einer Gruppenleiterin und von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Vereins begleitet. Der Name des Vereins verbindet das Projekt mit der schizophrenen Künstlerin Hildegard Wohlgemuth (1933 bis 2003), in deren Bildern immer wieder eine rote Katze auftaucht. Ihr Werdegang gilt als herausragendes Beispiel dafür, wie man auch schwerste Traumata durch Kreativität verarbeiten kann.

INFONachdem das Treppenhaus im Gesundheitszentrum kein Museum ist, sind die Kunstwerke für Besucher, Kunden und Patienten zu den Öffnungszeiten des Gesundheitszentrums zugänglich – ohne Anmeldung. Es wird aber ausdrücklich auf die Einhaltung der geltenden Hygienebestimmungen hingewiesen. Zu sehen sind die Bilder bis zum Sommer.

KLAUS TRENZ

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