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Mittwoch, 17.07.2019

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Sandkastenliebe überdauert mehr als sechs Jahrzehnte

Elise und Georg Ziegler haben in Bernheck das Fest der Diamantenen Hochzeit gefeiert — Schweren Unfall überlebt - 01.02.2019 19:11 Uhr

Georg und Elise Ziegler feierten in Bernheck ihre Diamantene Hochzeit. Das Bild zeigt die Zweite Plecher Bürgermeisterin Renate Pickelmann, Pfarrer Christoph Weißmann sowie Elise und Georg Ziegler (von links). © Foto: Ralf Münch


Der 82-Jährige wurde wie seine 83-Jährige Ehefrau in Bernheck geboren. Er hatte Metzger gelernt, arbeitete in seinem Beruf in Plech, Uttenreuth und Nürnberg. Seine Eltern betrieben eine Landwirtschaft, die er 1953 übernahm. "Damals machte ich Hausschlachtungen. Nicht nur in Bernheck, auch in halb Weidensees", erzählt der Jubilar. Dann habe er gesundheitliche Probleme bekommen. Seine Leber funktionierte nicht mehr richtig. "Der Arzt hat mir geraten, ich solle den Beruf des Metzgers aufgeben. Weil man halt immer die Wurst probieren muss. Und das Fett ist nicht gut für die Leber."

Er solle doch versuchen, Arbeit in einer Molkerei zu suchen, weil er dann auch viel Molke trinken könne, was gut für die Leber sein sollte. "Das hab ich auch gemacht. Von 1964 bis 1995 arbeitete ich im Pegnitzer Milchhof. Ich habe jeden Tag Unmengen Molke getrunken." Dann aber passierte ein schlimmer Unfall: Ein Bottich mit kochender Natronlauge kippte um und ergoss sich über Georg Ziegler. "90 Prozent meiner Haut waren zerstört. Als ich im Krankenhaus lag, sagte der Arzt, man solle meine Angehörigen informieren, dass sie kommen und von mir Abschied nehmen können. Ich hab‘ es trotzdem überlebt", erzählt der Jubilar.

Das Ehepaar kennt sich seit dem Kindesalter – eine Sandkastenliebe, wie der Jubilar sagt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bereits im Kindergarten saßen die beiden im Sandkasten und spielten zusammen. Zwischendurch verlor man sich aus den Augen. Bis zu einem Tag im Herbst 1958. "Ich pflügte meinen Kartoffelacker mit meiner einzigen Kuh. Als ich fertig war, lief ich wieder nach Hause. Da kam Elise mit dem Traktor vorbei. Ich fragte sie, ob sie mich mitnehmen würde." Sie war einverstanden, er setzte sich auf den Anhänger und führte die Kuh am Zügel hinterher. Es war der Beginn einer Liebe, die über 60 Jahre anhält.

Seine Frau war im Veldensteiner Forst beschäftigt. Dort pflanzte sie Bäume. 1959 hörte sie damit auf, als sie das erste von zwei Kindern bekam. Dann kümmerte sie sich um den Haushalt, die Familie und die Landwirtschaft. Für Hobbys blieb kaum Zeit. Ihr Mann hat aber eines. Eines, das gerade in aller Munde ist: Bienen. "Ich habe 15 Bienenvölker und mache meinen Honig selber. Das kostet viel Zeit. Weil man nicht einfach Bienenstöcke hinstellen kann und sich dann nicht mehr kümmert. Bienen brauchen eine Menge Pflege." 

RALF MÜNCH

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