Montag, 18.11.2019

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Sandra Huber erklärt ihre Pläne für Pegnitz

Die Grüne Bürgermeisterkandidatin Sandra Huber erklärt ihre Pläne für die Stadt Pegnitz. - 07.11.2019 05:55 Uhr

Für die Grünen ins Rathaus? Sandra Huber, die einzige grüne Stadträtin, will sich als Bürgermeisterin besonders um die Gleichstellungs- und Verkehrspolitik kümmern. © Foto: Klaus Trenz


Huber, die als bisher einzige Frau ihre Bewerbung um das Pegnitzer Rathaus verkündet hat, ist sauer, wenn sie über den Stadtrat spricht: "Wir haben sechs Frauen bei 24 Mitgliedern. Das ist mehr als ausbaufähig." Sie habe oft das Gefühl, dass die männlichen Kollegen "abschalten, wenn gerade eine jüngere Stadträtin mal das Wort ergreift". Das funktioniere über unterschwellige Signale, die die Frauen demotivieren würden.

Dabei, so Huber, seien gerade die wichtig. "Wir brauchen die Frauen in der Politik. Die können das und sollten sich nicht abschrecken lassen von solchen Aktionen", sagt die 44-Jährige. Die Politik betreffe die direkten Lebensumstände aller Menschen. Wenn man das aufzeige, ist sie überzeugt, fänden sich auch Frauen, die Verantwortung übernehmen wollen.

Die Schwierigkeiten für Frauen sind bei weitem nicht Hubers einziges Problem. Die einzige Grüne im Pegnitzer Stadtrat sieht den Arbeitsprozess ihres Gremiums kritisch: "In meinen fast sechs Jahren habe ich beobachtet, wie die Stadtratsarbeit hier abläuft. Man könnte so viel mehr erreichen, wenn das Ganze transparenter und effizienter organisiert wäre."

Beispielsweise seien die Sitzungsvorlagen des Stadtrates oft nicht so gestaltet, dass man sich gut informiert fühle. "Oft bleiben Fragen offen und Entscheidungen werden vertagt. Diese Zeit könnten wir besser nutzen."

Außerdem will sie ein Informationssystem für den Stadtrat und die Bürger einführen, wie es beispielsweise in Auerbach existiert. "Weil das bei uns alles über von Hand ausgewählte Mails läuft, haben wir so viele Ladungsfehler", sagt Huber.

Neu sei das Problem nicht: Bereits zu Beginn ihrer Stadtratszeit habe der Rat sich für diese Lösung ausgesprochen. Seither sind fast sechs Jahre vergangen. "Das ist ein Organisationsproblem, das so nicht passieren darf." Darüber hinaus sei die thematische Arbeit schwierig. "Es fehlt an inhaltlichen Ausschüssen, beispielsweise Bauen, Verkehr oder Feuerwehr. Daraus könnten dann bessere Sitzungsvorlagen entstehen."

Gerade zum Thema Verkehr hat sie einiges zu sagen – logisch, die Bezüge zum grünen Markenkern Klima- und Umweltschutz sind unübersehbar. Es brauche einen postfossilen Verkehr, also die Überwindung von Öl als Energiequelle und mehr öffentlichen Nahverkehr. "Es wird oft so getan, als sei das ein Problem der älteren Generation. Dabei werden auch die Jugendlichen viel von ihren Eltern gefahren, weil einfach keine Busse zur Verfügung stehen", erklärt die studierte Politikwissenschaftlerin.

Konkret will die Grüne stündliche Busverbindungen zumindest bis nach Pottenstein, Auerbach und größere Ortsteile wie Trockau. Diese müssten dann mit den Zugfahrplänen abgestimmt werden, um die ganze Region mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfahrbar zu machen. Auch hier ist sie von der Stadt enttäuscht: "Wir hatten Gespräche über einen Busbahnhof, Carsharing und E-Bike-Stationen. Da wurde nichts mehr angeregt. Man trifft sich doch nicht einmal und steht dann schon mit einem fertigen Konzept da, man muss Ideen sammeln."

Darüber hinaus müsse Pegnitz fahrradfreundlicher werden, so Huber. Die Strecken seien kurz genug, die Berge mit E-Bikes zu überwinden.

Zu guter Letzt kritisiert sie die Siedlungspolitik der Stadt: "Man hat ja endlich erkannt, dass Fläche endlich ist." Jede Fläche, die nicht energieeffizient und nachhaltig bebaut sei, ginge der Natur verloren. Darüber hinaus stagniere die Bevölkerung trotz immer neuer Baugebiete. "Wir haben mehr zugebaute Flächen, aber die gleiche Bevölkerung und Steuerkraft. All das muss die Stadt dann instandhalten."Morgen Abend will Huber sich von ihrem Ortsverband nominieren lassen. Sie ist bisher die einzige Kandidatin der Grünen. Im Wahlkampf bekäme sie es mit vier Männern als Konkurrenten zu tun.

JULIAN SEIFERTH

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