Schießerei in Bayreuth: Kripo geht von Beziehungstat aus

22.12.2015, 14:22 Uhr
In Bayreuth wurden am Sonntagabend nach Schüssen drei Tote und ein Verletzter gefunden.

In Bayreuth wurden am Sonntagabend nach Schüssen drei Tote und ein Verletzter gefunden. © dpa

Gegen 21.30 Uhr ging über den Notruf bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberfranken die Meldung über mehrere Schüsse im Waldsteinring ein. Alle verfügbaren Streifenbesatzungen begaben sich zum Einsatzort.

Die zuerst eintreffenden Einsatzkräfte entdeckten neben geparkten Fahrzeugen drei leblose Personen auf der Straße liegend. Ebenfalls alarmierte Notärzte konnten nur noch den Tod der Menschen feststellen. Einen weiteren Beteiligten fanden Polizisten unweit des mutmaßlichen Ereignisortes. Der Mann kam mit Verletzungen in ein Krankenhaus, es besteht aber keine Lebensgefahr. In der Nähe der Leichen konnten die Beamten eine Schusswaffe auffinden und sicherstellen.

Aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse hat sich für die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei Bayreuth folgendes Bild des Tatablaufs ergeben. Demnach dürfte ein 41-jähriger Mann aus dem Landkreis Bayreuth für die Tat verantwortlich sein. Er hat mit seiner Pistole seine 33-jährige Ex-Freundin sowie deren 65 Jahre alten Vater getötet und den derzeitigen, 32-jährigen Freund der Frau verletzt. Anschließend richtete der 41-Jährige wohl die Waffe gegen sich selbst. "Die bisherigen Vernehmungen und die Erkenntnisse vom Tatort lassen den Schluss zu, dass es sich um eine Beziehungstat gehandelt hat", sagte ein Polizeisprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Täter durfte die Waffe legal besitzen

Dem 32-Jährigen aus dem Landkreis Bayreuth gelang trotz seiner Verletzung die Flucht, ehe ihn eingesetzte Polizeibeamte in einer Nebenstraße aufgreifen und in ärztliche Behandlung geben konnten. Die am Tatort sichergestellte Waffe konnte im Zuge der Ermittlungen dem 41-Jährigen zugeordnet werden. Als Jäger hatte er die Pistole der Marke Ceska somit legal in seinem Besitz.

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat die gerichtsmedizinische Untersuchung der drei Leichen im Institut für Rechtsmedizin veranlasst. Mehrere Fahrzeuge, die unter anderem Einschüsse aufwiesen, stellten die Beamten der Spurensicherung für weitere Untersuchungen sicher. Die Spurensicherung war bis zum frühen Morgen am Tatort. Am Mittag durchsuchten die Ermittler weitere Wohnungen und vernahmen Zeugen.

Anwohner, die die Polizei benachrichtigt haben, sprachen ferner von mindestens acht Schüssen. Sie hätten zunächst an ein Feuerwerk geglaubt. Passanten und Zeugen seien anschließend geflüchtet. Die Polizei bittet diese Personen, sich bei ihr zu melden.

Obduktion der Leichen abgeschlossen

Die Obduktion der Leichen konnte am Montag abgeschlossen werden. Nach dem vorläufigen Ergebnis der rechtsmedizinischen Leichenöffnung starben die Frau, ihr Vater und der vermeintliche Täter aufgrund der Schussverletzungen.

Projektile des Kalibers (9 mm) sind bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung gesichert worden. Hinweise auf eine zuvorige körperliche Auseinandersetzung gab es keine. Das Ergebnis einer chemisch-toxikologischen Untersuchung des vermeintlichen Täters steht noch aus.

Die Vernehmung des 32-Jährigen Verletzten konnte die Erkenntnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchung und den bereits am Tatort angenommenen Tatablauf bestätigen. Die ballistischen Untersuchungen der sichergestellten Waffe und der Fahrzeuge mit Einschüssen dauern noch an.

Dieser Artikel wurde am 22. Dezember um 14.22 Uhr aktualisiert.