15°

Donnerstag, 17.10.2019

|

zum Thema

Schnittlauchbrot der Pausen-Hit im FairCafe

Schüler reagierten begeistert auf die "Weltfairänderer"-Woche in der Sammet-Schule - 11.05.2019 11:08 Uhr

Das FairCafe war der Hit bei der "Weltfairänderer"-Woche in der Pegnitzer Sammet-Schule. © Reinl


Dabei war die Skepsis im Vorfeld groß. Würde man die Jugendlichen mit Themen rund um Umwelt und Nachhaltigkeit überhaupt erreichen, werden sie bereit sein, einmal auf Döner und Power-Drinks zu verzichten zugunsten gesunder und fair gehandelter Produkte, wenn die auch noch teurer sind und wird überhaupt jemand zum Eröffnungs-Zeltgottesdienst am Sonntagabend kommen? Spätestens, als hier das Zelt so voll war, dass Zusatzbänke beschafft werden mussten, war der Bann gebrochen.

Bilderstrecke zum Thema

"Weltfairänderer" an der Pegnitzer Sammet-Mittelschule

Mit einem Ökumenischen Gottesdienst wurde am Sonntagabend in einem vollen Zelt die „Weltfairändererwoche“ an der Christian-Sammet-Schule in Pegnitz eröffnet. Getreu dem Wort von Albert Schweitzer „Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel“ sollen die Mittel- und die Förderschüler sowie die Gymnasiasten beweisen, was mit so einfachen Mitteln wie Plastik-Flaschenverschlüssen oder dem Verzicht auf Autofahrten bewirkt werden kann. Mit dem schon mehrfach von der Unesco ausgezeichneten Projekt, das auch von der Evangelischen Jugend, den Pfadfindern und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend unterstützt wird, will das Jugendamt der Erzdiözese Bamberg den Nachwuchs für das wichtige Thema der Nachhaltigkeit und der sozialen Gerechtigkeit in der eigenen Lebenswelt sensibilisieren. Hierfür werden eine Woche lang Workshops angeboten, ferner wurden ein Aktionszelt und ein Schülercafe mit fair gehandelten Produkten aufgebaut. Zum Auftakt waren auch Diözesanjugendpfarrer Norbert Förster, Dekan Gerhard Schoenauer sowie Schulleiter Thorsten Herzing gekommen. Ein gemütliches Beisammensein mit selbst kreierten Snacks rundete die Eröffnung ab.


Das zwölfköpfige Team der Jugendseelsorge aus Bamberg hatte sich aber auch mächtig ins Zeug gelegt. Da wurde nicht nur ein Aktionszelt, sondern in der Aula mit dem FairCafe ein echter Hingucker aufgebaut. Daniela Stöcker-Dollinger vom BDKJ hatte Workshops vorbereitet, die für alle etwas boten, von den Förder- über die Mittelschüler bis zu den Gymnasiasten. Auch Flüchtlingskinder wurden bewusst mit einbezogen.

Da wurde etwa in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum auf Burg Feuerstein mit Kurzfilmen die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, lustig, spannend und nachdenklich. Vor allem für die Mädchen gedacht war die Herstellung von Naturkosmetik „Ohne Gedöns“. Hierbei entstanden auch nette Muttertagsgeschenke. „Fairteilt, fairhandelt, fairbraucht“, befasste sich mit Menschen, Geld, Umweltbelastung, Ressourcenverbrauch und Plastikmüll in den verschiedenen Erdteilen.

Insektenhotels und Seedbombs gefertigt

Eine andere Gruppe bastelte mit den Pfadfindern Insektenhotels und mischte Seedbombs mit Blumen-Samen, um die Welt etwas bunter zu gestalten. In diesen Themenbereich passte auch der Bau von Nistkästen mit dem Bund Naturschutz. Nicht zuletzt sollten über das Fertigen von Freundschaftsbändchen Kinder ins Gespräch kommen. Ein denkwürdiges Erlebnis war ein gemeinsames „Fastenbrechen“ der „Weltfairänderer“ mit Flüchtlingen im Integrationshaus.

30.000 Plastikverschlüsse gesammelt

Um konkret zu zeigen, wie man schon mit Kleinigkeiten Gutes tun kann, wurden in der Woche auch knapp 30.000 Plastikdeckel gesammelt, wohl wissend, dass mit dem Verkaufserlös von je 500 Deckeln eine Polio-Impfung in der 3. Welt bezahlt werden kann. Diese Aktion soll weitergeführt werden, ebenso wie Tauschbörsen für Kleidung und nicht mehr benötigten Sachen.

„Was war nun das Schönste?“ Die Jugendlichen waren sich einig: „Das FairCafe“. Es gibt zwar auch sonst einen Pausenverkauf, doch hier überzeugten nicht nur die Optik, sondern auch das etwas andere Angebot. Sie glauben nicht, was den Kindern am besten geschmeckt hat: „Das Buchauer Holzofenbrot mit frischem Quark vom Weidehof und Schnittlauch.“

ISI REINL

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz