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Samstag, 24.08.2019

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Schritt eins der Sanierung der Burg Veldenstein läuft

Grundlegende Arbeiten samt statischer Sicherung sollen bis Mitte 2021 abgeschlossen sein - 06.08.2019 17:43 Uhr

Reparaturarbeiten in schwindelnder Höhe. Auf dem Nord-Ost-Turm werden die gebrochenen Dachziegel getauscht.


Die Gesamtsanierung des Neuhauser Wahrzeichens, sagte Gunzelmann, erfolge in zwei Schritten. Mit den laufenden grundlegenden Sanierungsmaßnahmen einschließlich statischer Maßnahmen, die voraussichtlich noch bis Mitte 2021 dauern werden, mache man gerade den ersten Schritt. Danach erfolge mit dem zweiten Schritt der Ausbau der Anlage im Rahmen eines noch nicht feststehenden Nutzungskonzepts. In diesen Ausbau der verschiedenen Burggebäude würden dann auch die Vorstellungen des künftigen Pächters einfließen. Ausbauten ohne ein schlüssiges Konzept wären zu diesem Zeitpunkt sinnlose Schnellschüsse.

Burg Veldenstein sei eben keine einfache Baustelle, ergänzte der für die Burg zuständige Bereichsleiter Johannes Kick. Die derzeit laufenden umfangreichen Baumaßnahmen der Grundsanierung umfassen die Sanierung und Instandhaltung der Burgmauern einschließlich der Türme des Wehrgangs und des Bergfrieds. Dazu kommen substanzerhaltende Maßnahmen am Herrenhaus und am Verwaltergebäude sowie vorbereitende Elektroinstallationen. Mit Tiefbauarbeiten wird eine funktionierende Regenabwasserableitung hergestellt. Alle Arbeiten werden unter Beachtung des Natur- und Artenschutzes durchgeführt und archäologisch begleitet. 7,8 Millionen Euro hat der Bayerische Staat für diese Maßnahmen eingeplant.

Nur bei den Stallungen wird es keine größeren Arbeiten geben. Das sei eine Folge der Sanierungsmaßnahmen des ehemaligen Burgbesitzers Hermann von Epenstein. Der Berliner hatte bis 1914 eine Million Mark in die Restaurierung der Burg investiert. Damit hätte von Epenstein heute umgerechnet rund 15 Millionen Euro für die Anlage aufgewendet, wusste Bürgermeister Josef Springer zu berichten.

Nach erfolgtem Rückbau, der vor allem spätere Einbauten umfasste, laufen nun vor allem im Herrenhaus, dem ehemaligen Getreidespeicher aus dem 16. Jahrhundert, und im Nord-Ost-Turm die statischen Sanierungen der Dachkonstruktionen. Nach der Dachsanierung fallen beim Herrenhaus die Dachgauben weg, da diese nicht unter Denkmalschutz standen.

Beim Bergfried sind die statischen Maßnahmen inzwischen abgeschlossen. Sämtliche Außen- und Innenmauern der Burg werden systematisch überprüft weshalb die Burg derzeit fast vollständig eingerüstet ist.

Die nächsten Maßnahmen wären dann noch die statische Sanierung des Verwaltergebäudes und die Beseitigung des Wasserproblems auf der Burg. Da Regenwasser nicht oder nur wenig in den Burgfelsen einsickern kann, wird es in einem Rückhaltebecken im Burghof gesammelt, das gleichzeitig als Löschteich dienen soll. Überschüssiges Wasser aus dem rund 200 Kubikmeter fassenden Becken wird in Rohren über den steilen Burghang hinunter zur Plecher Straße geleitet, wo es „gebremst“ in die Pegnitz eingeleitet wird. Die dafür notwendigen Rodungen sind bereits erfolgt.

Daran schließen sich noch Arbeiten an den Außenanlagen an. So werden unter anderem die Zugangswege im unteren Bereich saniert oder wiederhergestellt. Ob die Anlage nach dem ersten Sanierungsschritt wieder für Besucher geöffnet wird, lässt sich derzeit nicht sagen. In diesem Zusammenhang wies Johannes Kick auf den Tag des offenen Denkmals am 8. September hin.An diesem Sonntag kann die Burg besichtigt werden. Allerdings nur in Gruppen, die von Bürgermeister Josef Springer geführt werden. 

Klaus Möller

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