Samstag, 28.11.2020

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Schulschließung abgewendet: Schüler und Eltern überglücklich

Reaktionen auf die abgewendete Schulschließung: strahlende Kinder und freigiebige Eltern. - 27.08.2020 17:15 Uhr

Auch die Kinder haben sich für ihre Schule mit dieser Aktion eingesetzt. Der Ort Schnabelwaid hat in der Schulkrise zusammengehalten. Mit Erfolg.

27.08.2020 © Foto: Ralf Münch


Das Ministerium für Unterricht und Kultus mit seinem Staatsminister Michael Piazolo (Freie Wähler) habe sich für eine "Überbrückungslösung" bezüglich der Schule ausgesprochen, heißt es in Ludwigs Presseerklärung.

Am Mittwoch bestätigt das ein Sprecher des Kultusministeriums. Ebenfalls am Mittwoch – am späten Nachmittag – wendet sich dann Minister Piazolo mit einem Schreiben per E-Mail an Landrat Florian Wiedemann (Freie Wähler), in dem auch Details zur besagten Überbrückungslösung genannt werden.

"Intensiv geprüft"

Der Wortlaut: "Die Regierung von Oberfranken hat in enger Abstimmung mit dem Staatsministerium das Anliegen intensiv geprüft und eine organisatorische Neubewertung der Situation vor Ort vorgenommen. Insofern ist aktuell vorgesehen, an der Grundschule Schnabelwaid zum Schuljahr 2020/2021 eine Jahrgangskombination in den Jahrgangsstufen 1/2 mit 15 Schülern und eine Jahrgangskombination in den Jahrgangsstufen 3/4 mit 9 Schülern einzurichten."

Es wird also, wie gehabt, bei zwei Kombiklassen bleiben. Auch wenn in der Klasse 3 und 4 lediglich neun Schüler unterrichtet werden – das Minimum für eine Klassenbildung liegt eigentlich bei 13.

"Ich freue mich sehr, dass sich das Ministerium so entschieden hat und es bei der Lösung mit zwei Kombiklassen bleibt", sagt Landrat Florian Wiedemann. "Für die Schüler wäre es auf keinen Fall förderlich gewesen nur für ein Schuljahr nach Creußen zu wechseln und dann wieder in die Schule nach Schnabelwaid zurückzukehren. So können die Schüler weiter in ihrer gewohnten Umgebung unterrichtet werden."

Auch der Schnabelwaider Bürgermeister Hans-Walter Hofmann (CSU) hat am Mittwochabend Genaueres aus München erfahren. Das Schreiben aus dem Ministerium sei in der Verwaltungsgemeinschaft Creußen eingegangen. "Ich bin mit der Lösung mehr als zufrieden", sagt er auf Presse-Anfrage.

Überglücklich sind auch die Eltern der Schüler — und die Kinder selbst. Frank Färber, Sprecher der Elterninitiative, freut sich, dass die Kombiklassen so erhalten bleiben und nicht – wie von Landtagsabgeordneter Gudrun Brendel-Fischer (CSU) hilfsweise vorgeschlagen – alle vier Klassen zusammen unterrichtet werden.

"Das war unser Wunsch. Und es ist wichtig, gerade für die Kinder, die vor dem Übertritt stehen, dass sie in geordneten Verhältnissen unterrichtet werden und der Lehrer auf sie eingehen kann."

Beinahe zu Tränen gerührt sei Färber gewesen, als am Mittwoch zwei Schüler mit einem Strahlen im Gesicht vor seiner Türe standen. "Sie haben mir einen kleinen Kuchen vorbeigebracht, weil ich mich so eingesetzt habe." Es sei schön zu sehen, dass sich der Einsatz gelohnt hat und alle zusammengehalten haben.

Magdalena Dziajlo und Lena Buckreus

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