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Schwere Autounfälle im August: Auerbacher Feuerwehr zieht Jahresbilanz

Im Jahr 2020 kam es zu 53 technischen Hilfeleistungen und 32 Brandeinsätzen - 15.01.2021 17:47 Uhr

Eine so genannte große Seitenöffnung forderte die Aktiven der Auerbacher Wehr bei diesem Unfall Anfang August an der Einmündung in die Bundesstraße 470.

15.01.2021 © Foto: Archiv/Brigitte Grüner


Die meisten Alarmierungen erfolgten im vergangenen Jahr aufgrund von Bränden und benötigter technischer Hilfeleistung. 53 Einsätze waren technischer Art, 32 Mal war eine Brandbekämpfung erforderlich. Dazu kamen zwei ABC-Einsätze und vier sonstige Hilfeleistungen.

Dazu zählte die Unterstützung des Rettungsdienstes oder Personenrettungen mit der Drehleiter. Am häufigsten waren die Kameraden im ersten Quartal gefordert. Kommandant Sven Zocher hat in seinem Bericht für das gesamte Jahr 2269 Stunden im Einsatz errechnet.

Lastwagen im Graben

Im ersten Vierteljahr musste ein Lastwagen, der auf spiegelglatter Straße fast umstürzte, gesichert und aus einem Graben befreit werden. Bei zwei Einsätzen lagen Autos auf dem Dach. Ein vermeintlicher Wohnungsbrand entpuppte sich als qualmender Topf auf dem Herd.

Im zweiten Quartal wurde die Wehr häufig wegen Bränden alarmiert. Mehrere Freiflächenbrände gab es Anfang April. Am 21. April fuhren die Auerbacher zur überörtlichen Unterstützung nach Pegnitz, wo ein Werkstattbrand bekämpft werden musste. Am 2. Mai löschten insgesamt zehn Feuerwehren aus einer Vielzahl von Strahlrohren teilweise unter Atemschutz einen Brand im Michelfelder Gewerbegebiet am Pferracher Berg. Ein Schuppen brannte Mitte Juni bei Michelfeld. Tags darauf half die Auerbacher Wehr den Kameraden in Neuhaus bei einem Dachstuhlbrand mit der Drehleiter und dem Atemschutz.


Auerbacher Feuerwehr war 2019 ordentlich gefordert


Im dritten Quartal wurde die Auerbacher Feuerwehr mehrfach von Brandmeldeanlagen alarmiert. Auch Ölspuren und eilige Türöffnungen wurden registriert. Mitte Juli kam es zu einem Gasaustritt in der Innenstadt. Die Einsatzstelle wurde abgesperrt und gegen Brand gesichert. Wenige Tage später unterstützten die Auerbacher die Neuhauser Kameraden beim Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens. Im August passierten mehrere schwere Unfälle. An der Einmündung von der Bundesstraße 85 zur Bundesstraße 470 musste ein junger Mann mit dem Rettungssatz aus seinem verunglückten Auto geholt werden. Bei Ranzenthal waren mehrere Fahrzeuge betroffen. Nach einem medizinischen Notfall drohte ein Auto in einen Weiher zu stürzten. Der Feuerwehr gelang es, das Fahrzeug zu sichern. Im Oktober war eine Frau mit ihrem Auto im Eschenbacher Weiher gelandet. Dabei war es wichtig, auslaufende Betriebsstoffe zu binden und den Verkehr auf der viel befahrenen Staatsstraße 2162 umzuleiten. Mehrmals wurde die Wehr im vierten Quartal wegen eines Brandes alarmiert. Ein Kellerbrand und eine verqualmte Wohnung im Innenstadtbereich sowie ein Zimmerbrand in Ranna forderten die aktiven Kameraden.

Häufig arbeiteten die Auerbacher Aktiven bei den Einsätzen mit anderen Ortswehren oder Feuerwehren im benachbarten Mittel- oder Oberfranken zusammen. Im Laufe des vergangenen Jahres wurden zwölf Personen aus misslicher Lage befreit, gerettet und den Rettungskräften übergeben.

Ausbildung komplett anders

Während die Einsätze routiniert abgewickelt wurden, musste sich die Feuerwehr in Sachen Ausbildung komplett umstellen. Die letzte gemeinsame Übung war am 10. März. Im zweiten Quartal wurden nicht nur die Ausrückordnung geändert und Hygienekonzepte erstellt, sondern Mitte Mai auch das erste Webinar durchgeführt. Der Übungsstopp dauerte bis zum 23. Juni. Danach konnten die Aktiven wenigstens in Kleingruppen und mit Mundschutz geschult werden, was allerdings mehr Übungstermine notwendig machte. Dies war möglich bis Anfang Oktober. Parallel zu den Präsenzübungen wurde der Ausbau der Webinare verstärkt. Bei den verschiedenen angebotenen Themen waren jeweils 30 bis 35 Aktive dabei. Die Kinderfeuerwehr konnte sich im Herbst nur einmal in kleinen, zeitversetzt startenden Gruppen treffen. Danach verschlechterten sich die Inzidenzwerte im Landkreis. Wie auch bei der Jugendgruppe gab es danach nur noch Distanzschulungen über soziale Medien.

"Das Übungs- und Einsatzjahr stellte für alle Aktiven und Führungskräfte der Feuerwehr Auerbach eine besondere Herausforderung dar", sagt Kommandant Sven Zocher über das Jahr 2020. Kontinuierlich musste die aktuelle Corona-Situation neu bewertet und angepasst werden.

Die Webinare werden auch im Jahr 2021 bis zur Besserung der Lage im 14-tägigen Rhythmus als Schulungsplattform angeboten. "Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft und damit die optimale Hilfe für die Betroffenen aufrechtzuerhalten!" Bedauerlich sei die notwendige soziale Distanz zwischen den Aktiven. Vielen Mitgliedern fehlen sowohl die Kameradschaft als auch die alljährlichen Vereinsveranstaltungen, so Kommandant Zocher.

BRIGITTE GRÜNER

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