-0°

Freitag, 27.11.2020

|

Seit 1989 bewährt: Mobilität von Bürgern für Bürger

Das Bürgerbusgebiet Jura-Hochfläche wird ab Februar 2021 erweitert. Roadshow versucht, Fahrer zu gewinnen. - 19.10.2020 18:10 Uhr

Zum Startschuss der Roadshow trafen (von links) Jürgen Kreuzer vom Landratsamt Bayreuth, Waischenfelds Bürgermeister Thomas Thiem, Detlev Schmidt ebenfalls vom Landratsamt Bayreuth, Glashüttens Bürgermeister Sven Ruhl, Gemeinderätin Gertrud Langhirt, Landrat Florian Wiedemann, Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer, Plechs Bürgermeister Karl-Heinz Escher und stellvertretend für Betzenstein Zweiter Bürgermeister Peter Marschall.

19.10.2020 © Foto: Martin Burger


In einer zweiwöchigen Tour durch die Fränkische Schweiz hält der Bürgerbus an 18 verschiedenen Standorten, um mit interessierten Bürgern ins Gespräch zu kommen, diese zu motivieren und für die "Sache zu gewinnen". Das erklärt Landrat Florian Wiedemann. Er gab damit den Startschuss für die Roadshow.

Die Bürgerbusse seien eine Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre und nicht jeder hätte den Mut gehabt, dieses Projekt umzusetzen. "Ich hätte mich damals eventuell nicht getraut, das Ganze anzugehen, da bin ich ganz ehrlich", gab Wiedemann zu. Dennoch sei er glücklich darüber, dass das Konzept nun 30 Jahre funktioniert und nun sogar eine Verbesserung angestrebt werde.

Die Jura-Hochfläche soll mit ihren bisherigen Anlaufstellen — Hollfeld, Aufseß, Plankenfels, Waischenfeld und Ahorntal — nun um weitere Haltestellen erweitert werden und damit die "lang gewünschte" Nord-Süd-Verbindung herstellen. Ab Februar 2021 soll der Bürgerbus auch Pottenstein, Betzenstein, Plech, Glashütten und Mistelgau anfahren. "Das ist das neue Rückgrat des Bürgerbusses."

Einkaufen und zur Kirche

Wie bisher, werde auch künftig der Bürgerbus die notwendige Anbindung von kleinen Ortschaften gewährleisten. Und zwar an das jeweilige Gemeindezentrum, Nahversorger und zentrale Dienstleistungen. Aber auch die touristischen Einrichtungen sollen noch besser in das System mit aufgenommen werden. Gerade in Pottenstein, mit der Erlebnismeile und den vielen touristischen Angeboten, sei dies eine wichtige und notwendige Ergänzung.

Neben dem größeren Angebot soll es auch mehr Fahrten geben. Drei Kleinbusse, mit neun Sitzen, sollen künftig im Bürgerbusgebiet im Einsatz sein. Und das nicht nur vormittags, sondern auch nachmittags. Daraus ergeben sich mehr Fahrten, wie zum Beispiel acht tägliche Fahrtenpaare zwischen Waischenfeld und Pottenstein. "Da wachsen zwei Orte zusammen", ergänzt Detlev Schmidt, der Leiter der Regionalen Entwicklungsagentur.

Damit die Bürger ihre Mitbürger auch transportieren können, übernimmt der Landkreis weiterhin die Kosten für den Erwerb des Personenbeförderungsscheins.

Grundlage für den Betrieb sei jedoch das Prinzip der Ehrenamtlichkeit: Bürger fahren für Bürger. "Wir müssen nun Bürgerbus-Fahrer für das Projekt gewinnen, um dieses größere Angebot entsprechend abdecken zu können", erläutert Wiedemann. Als kleine Anreize wurde eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro eingeführt, zudem erhalten alle Fahrer die EhrenamtsCard, der Fahrweg mit dem eigenen Auto zu den Bussen werde mit 35 Cent pro Kilometer unterstützt und das Landratsamt plant gemeinsame Ausflüge mit den ehrenamtlichen Helfern.

"Ich bin überzeugt, dass wir Bürger finden werden und das aus Überzeugung", ist sich Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer sicher. "Es gibt viele, die sagen: Was kann ich tun und wie kann ich helfen, um die Situation zu verbessern?"

Das aktuelle Ziel: Bis Februar braucht es 30 Fahrer (Ehrenamtliche) für diese Touren. Falls dies gelingt, bestehe zusätzlich die Möglichkeit, an ausgewählten Wochenenden einen Shuttle-Bus einzusetzen. "Das ist eine drastische Erhöhung der Angebotsqualität, und damit verbunden, neue Zielgruppen zu erreichen", sagt Schmidt. "Es steht und fällt allerdings damit, ob es uns gelingt diese freiwilligen Fahrer zu akquirieren."

Natürlich sei man nicht ausschließlich davon abhängig, fügte er hinzu. Falls dies nicht gelinge, dann müsse man eben "etwas hinzukaufen".

Die Roadshow verzeichnete auch direkt einen kleinen Erfolg, als sich ein Interessent am Stand einfand und sich informieren wollte. "Der Herr meinte, dass er nur noch die Erlaubnis seiner Frau braucht", witzelte Schmidt. "Wenn er die hat, dann bringt er gleichzeitig noch einen Freund mit. Und schon haben wir zwei."

INFOInteressierte Bürger können sich an die Telefonnummer (09 21) 72 83 49 oder per Mail an juergen.kreuzer@lra-bt.bayern.de wenden.

MARTIN BURGER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pottenstein, Betzenstein, Plech