Silke Launert will auch im Corona-Wahlkampf Präsenz zeigen

13.5.2021, 14:55 Uhr
Silke Launert ist erneut Direktkandidatin.

Silke Launert ist erneut Direktkandidatin. © Foto: Thomas Trutschel/Bundestag

"Ich hatte auf über 90 Prozent gehofft und bin nun erleichtert über das klare Bekenntnis", sagte Launert bei einer digitalen Pressekonferenz der CSU über das Wahlevent, das aus Hygieneschutzgründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hatte. Für die Politikerin ist es nun schon die zweite Nominierung als Bayreuther Direktkandidatin. Routine aber kommt nicht auf. Zu viel ist anders als vor vier Jahren.


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Allen voran Launerts Nominierungsergebnis. 2017 war Launert, die vorher Richterin in Hof war und dort wohnte, noch recht frisch in Bayreuth. Im neuen Wahlkreis hatte sie mehrere Gegenkandidaten, die sie in einer Kampfabstimmung schlug. Anders 2021: Die Kreisverbände Bayreuth-Stadt und Bayreuth-Land und die Vertreter der Forchheimer Gemeinden standen mit großer Mehrheit hinter ihr. Komplett anders als vor vier Jahren verlief auch die Nominierungsversammlung. In Corona-Zeiten kam es darauf an, möglichst schnell zu sein. "Der Wahlteil dauerte eine halbe Stunde, das Kommen und Gehen der Delegierten, die in Zeitfenstern aufgerufen wurden, jeweils rund zehn Minuten", sagte Launert, die auch keine wirkliche Rede hielt. "Alles hat gut geklappt", sagte CSU-Wahlkreisgeschäftsführer Sebastian Machnitzke, der für das Hygienekonzept verantwortlich war.

Im Vorfeld gab es kritische Stimmen. Warum keine digitale Wahlveranstaltung? Warum im Eisstadion, wo bei den Eishockeyspielen der Bayreuth Tigers keine Zuschauer zugelassen waren? Launert argumentierte, dass es Restzweifel an der Verfassungskonformität eines von den Regierungsparteien beschlossenen Gesetzes gebe, das digitale Wahlveranstaltungen erlaubt. Unter anderem hatte die AfD angekündigt, vor das Verfassungsgericht zu ziehen. Launert sagte, das Risiko sei zu groß. 

Tim Pargent, Landtagsabgeordneter der Grünen, kritisiert gegenüber der Redaktion: "Einem Gesetz zuzustimmen, an dem man selbst verfassungsrechtliche Bedenken hat, ist für mich eine parlamentarische Bankrott-Erklärung." Silke Launert sieht das anders, wie sie bei der Pressekonferenz verdeutlichte. "Das Gesetz war als Notfallmechanismus gedacht." Für höhere Inzidenzwerte. "Eine höhere Gewalt ist bei einer Inzidenz um die 100 nicht gegeben." Pargent habe sie nicht richtig verstanden, sagte Launert. Sie sei der Überzeugung, das Gesetz sei verfassungskonform. Durch ihre Erfahrung aus der Lebenswirklichkeit einer Richterin wisse sie aber: "Zwei Juristen, drei Meinungen."

Heuer ganz anders

Ganz anders als vor vier Jahren, als sie 46,5 Prozent der Erststimmen erhielt, wird diesmal auch Launerts Wahlkampf. "Veranstaltungen mit 50 Mann können nicht geplant werden." Dabei sei Launert der CSU-Spruch "Näher am Menschen" sehr wichtig. Sie habe gerne Kontakt zu den Leuten, um deren Probleme zu kennen. Und vermisse deshalb ein Erscheinen auf Festen. "Eine Kerwa-Tour mit der Jungen Union wird es diesmal nicht geben", sagte sie.

Im Wahlkampf will sie digitale Gesprächsformate anbieten, etwa einen Kindergipfel oder ein Event zu den steigenden Baustoffpreisen. "Dazu wird es im kleinen Kreis Präsenztermine geben. Wir brauchen den Austausch mit Ministern und Verantwortlichen." Und Launert will auch durch die Gemeinden ziehen, "damit mich Menschen draußen treffen können". Gerade in der Corona-Krise hätten viele Menschen wichtige Anliegen.


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Falls sie gewählt wird, weiß Launert schon, wo sie in den kommenden vier Jahren Schwerpunkte setzen will. "Das Handwerk muss gestärkt werden." Deshalb will sich Launert, die auch im Bayreuther Stadtrat sitzt, für die Sanierung der Gewerblichen Berufsschule einsetzen. "Wir dürfen keine Situation wie in Berlin kriegen, wo man gar keine Handwerker mehr bekommt." 

Zweites wichtiges Zukunftsprojekt sei die Bayreuther Bahnanbindung. Und zwar in alle Richtungen. "Wir brauchen eine bessere Franken-Sachsen-Magistrale, aber wir brauchen auch eine gute elektrifizierte Anbindung nach Lichtenfels und Bamberg." Immerhin sei Bayreuth Unistadt – und gehe der Trend unter Studenten weg vom Auto. "Die sind darauf angewiesen, dass sie aus ganz Deutschland gut hierher fahren können."

Genauso wichtig sei der Ausbau der Radwege. "Immer mehr steigen aufs E-Rad um. Die Gemeinden müssen besser angeschlossen sein." Das vierte große Thema für Launert: "Die von der CSU propagierte Versöhnung zwischen Ökonomie und Ökologie passt perfekt in unseren Wahlkreis, wo es noch bäuerliche Landwirtschaftsbetriebe gibt."

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