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Skiclub Pegnitz: Nicht nur zur Winterszeit

Vorsitzender Hannes Späth will mit seinem jungen Team den Verein ganzjährig attraktiver gestalten - 29.01.2021 10:19 Uhr

Nostalgischer Schnappschuss: Dieses Jahr wäre mal genug Schnee da gewesen für Skirennen auf der Piste in Bodendorf wie auf diesem Archivfoto von 2003 – aber heuer wurden die Wintersportler durch die Corona-Pandemie ausgebremst.

29.01.2021 © Foto: Irne Lenk


Momentan sei zwar die Schneelage gut, aber angesichts der Corona-Auflagen sei das Vereinsleben natürlich sehr eingeschränkt. So ist zwar die eigene Sportanlage in Bodendorf nicht geschlossen, aber wegen des nicht laufenden Skilifts bevölkern selbst am Wochenende nur eine Handvoll Jugendliche und Kinder mit Snowboards und Schlitten die Piste. Besser genutzt war die Loipe, die der SC von Bodendorf bis zum Pegnitzer Schlossberg für Langläufer gespurt hat.

Hannes Späth ist seit November 2019 im Amt, der 25-Jährige Leupser will mit seinem ähnlich jungen Team den Verein weiterentwickeln: "Das soll keine Kritik an unseren Vorgängern sein, der SC hat schon immer auf Innovation gesetzt und war bei der Übergabe sehr gut aufgestellt. Wir müssen also nicht alles über den Haufen werfen, aber es braucht immer wieder neue Impulse, um die Mitglieder bei der Stange zu halten."

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Bodendorf: Das Skiparadies direkt vor der Pegnitzer Haustür

1953 wurde der Skiclub Pegnitz gegründet. Seither "erfindet" sich der Verein immer wieder neu. Was sich nicht ändern soll: der Fokus auf die Ausbildung des Nachwuchses. Wir zeigen die schönsten Schnappschüsse aus den vergangenen Jahrzehnten.


Der Vorsitzende blickt da konkret auf die Zeit, in der man in unseren Breiten eben nicht Ski fahren kann, was angesichts des Klimawandels künftig wohl noch seltener der Fall sein wird, als es den Wintersportbegeisterten lieb sein dürfte. Neben bewährten Aktionen wie dem Pfingstzeltlager für den Nachwuchs rund um die Hütte in Bodendorf ruft Späth seine Vorstandsmitglieder zum Brainstorming auf, was noch möglich ist: "Ohne das mit jemandem abgesprochen zu haben, werfe ich jetzt einfach mal Begriffe wie Grasski, Mountainbiking, Wandern und ganz allgemein Naturerlebnisse in die Runde – was wir davon umsetzen können und wollen, muss man sehen."

Skisportler durch und durch: Hannes Späth ist mit 25 Jahren Vorsitzender des Vereins, bei dem er als kleiner Bub erstmals auf den geliebten Brettern stand.

29.01.2021


Über 700 Mitglieder

Über 700 Mitglieder hat der Skiclub und ist damit einer größeren weit und breit – ein Drittel von ihnen ist unter 18 Jahre alt. Die Ausbildung des Nachwuchses ist eine der zentralen Aufgaben des Vereins, wenn nicht gar die wichtigste.

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Als Pegnitz vor 50 Jahren ein Skisport-Mekka war

Schnee ist Mangelware in diesem Winter, der keiner ist. Skisport ist aktuell nicht einmal im Fichtelgebirge möglich, geschweige denn in Bodendorf. Vor einem halben Jahrhundert war das noch ganz anders. Die Hütte war beim Skilager mit über 50 Jugendlichen rappelvoll, jede Menge Vereins-Skilehrer brachten dem Nachwuchs unter Regie des Vorsitzenden Hermann Sommer die Grundlagen des Sports auf zwei Brettern bei. Noch größer war der Andrang beim Volksskitag, organisiert vom Sportreferenten der Stadt Karl Morg. Vom FC-Heim aus zogen über 200 Teilnehmer ihre Spuren durch den Schnee bis nach Büchenbach, wo das Gasthaus Herold die Massen nicht fassen konnte. Fotos: Hauck/Brendel


Auch Hannes Späth hat als Kind dort das Skifahren gelernt: "Ich war schon als kleiner Bub jeden Tag am Skihang in Bodendorf, da mein Vater sehr aktiv im Verein war und auch noch ist. Durch den Verein und vor allem meine Eltern bin ich schon sehr früh auf Skiern gestanden. Daher die Leidenschaft zum Skifahren." Und so ist er schon in jungen Jahren Vorsitzender des 1953 gegründeten Vereins.

Der seiner Meinung nach sehr gut aufgestellt ist: Sowohl was den technischen Betrieb in Bodendorf als auch die fachliche Betreuung angeht. Da habe man neben mehreren lizenzierten Übungleitern auch einen Skilehrer zu bieten. Für die Kinder stehe der spielerische Ansatz im Vordergrund, man wolle ja nicht nur Mitglieder gewinnen, sondern diese ja auch emotional an den Verein binden.

Tolle Rückmeldung

"Die meisten Kinder sind ja vor dem Kurs blutige Anfänger, und wenn man dann sieht, dass die Kleinen nach zwei Tagen den Hang runterfahren wie die Hasen, ist das eine tolle Rückmeldung und man weiß, warum man das macht", sagt der SC-Chef.

Neben der Jugendarbeit gebe es noch zwei weitere wichtige Säulen im Skiclub: die Sportsparte mit dem Fokus auf alpines Skifahren und Snowboardfahren und das schöne, große und viel genutzte Gelände in Bodendorf. Eine Skihütte mit Platz für rund 40 Gäste im Inneren, ein Skilift mit Bügeln, ein Pistenbully und ein Motorschlitten sowie eine "Garage" für die Fahrzeuge stehen zur Verfügung.

"Viele fleißige Ameisen"

Aktuell sei man in Hinsicht auf die Technik auf dem neuesten Stand, "aber natürlich gibt es auf so einer großen Sportstätte immer wieder etwas zu renovieren", so Späth. Mit viel Eigenleistung sei das zu schaffen, es gebe in der Vereinsfamilie "viele fleißige Ameisen". So habe man es stets geschafft, sowohl die Instandhaltung der Hütte als auch die Betreuung des Lifts mit Ehrenamtlichen zu bewerkstelligen – in der Zeit vor Corona und hoffentlich auch danach.

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Als Pegnitz vom Fliegen träumte: die Skisprungschanze in Hainbronn

Nur etwa ein Jahrzehnt lang boomte das Skispringen in Hainbronn, das damals noch nicht zu Pegnitz gehörte. Die Natur hat sich die Sportstätte inzwischen "einverleibt" - wir zeigen Fotos von einst und jetzt.


Heuer gab es im Hinblick auf den Sport ganze zwei Übungseinheiten in der Skigymnastik, ehe wieder der Vorhang fiel. Die Stadtmeisterschaft oder das beliebte Bierkrügelrennen wird es in diesem Winter nicht geben – auch wenn es die Skifreunde noch so juckt. Doch der nächste Winter in Bodendorf kommt bestimmt.

"Was gibt es Schöneres?"

Für einen Naturfreund wie Hannes Späth ist das besonders wichtig, auch wenn er ganzjährig unterwegs ist: "Ich bin sehr gerne an der frischen Luft und in den Bergen. Im Sommer zu Fuß beim Wandern und im Winter eben mit den Skiern. Bewegung und Ausblick, was gibt’s Schöneres?"

HOLGER PETER

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