Neue Heimat für Biene und Co

So aktiv ist der Bund Naturschutz in der Region

26.11.2021, 19:00 Uhr
Bei der Pflanzarbeit in der Siedlung Am Rabensteig. Im Bild Gertrud Burger (links), BN-Vorsitzende, und Alexandra Seer (rechts).

Bei der Pflanzarbeit in der Siedlung Am Rabensteig. Im Bild Gertrud Burger (links), BN-Vorsitzende, und Alexandra Seer (rechts). © Foto: privat

Auerbach (Oberpfalz) arbeitet nämlich eng mit dem BN Pegnitz zusammen und zudem hat man die schlummernde Ortsgruppe Oberes Pegnitztal (Mittelfranken) mit ins Boot geholt.

Gertrud Burger: "Wir haben seitdem einen Zusammenschluss und Transparenz bei unseren Aktivitäten beschlossen. So wissen wir voneinander und haben uns zugesagt, uns gegenseitig im Naturschutz in der Region zu unterstützen, um gemeinsam die Probleme angehen zu können." Das sei besonders wichtig, weil sich der Veldensteiner Forst und das Naturschutzgebiet Pegnitzau zwischen Ranna und Michelfeld auf drei Bezirke erstrecke.

Neubesiedlung von Lebensräumen

Jüngste Aktivität der Naturschützer ist ein "Trittstein-Biotop" in Auerbach. Dabei handelt es sich laut Burger um ein "künstlich angelegtes, inselartiges Überbrückungselement in einer für Arten vom Menschen zerstückelten Landschaft." Trittstein-Biotope fördern den "Genfluss" zwischen räumlich getrennten Populationen und ermöglichen Rück- und Neubesiedlungen von Lebensräumen. Dabei kann es sich um linienförmige (Hecken, Baumreihen, Böschungen), flächenhafte (Feldgehölze, Baum- und Gebüschgruppen, Kleingewässer) oder punktförmige Landschaftselemente (Einzelbäume) handeln, wie im Lexikon der Biologie zu lesen ist.

Konkret haben Burger und ihre Mitstreiter Werner Enders, Alexandra Seer und Franz Weber einen von der Stadt zur Verfügung gestellten Grünstreifen an der A.-F.-vom-Endt-Straße ökologisch aufgewertet, in dem sie die brachliegende Fläche mit diversen Anpflanzungen aufwerteten. "Auf Höhe der Kreuzungen sind ,verkehrsgerechte‘ Pflanzen vorgesehen, die nicht nur Streusalz vertragen, sondern auch niedrig genug sind, um die Sicht in die Kreuzung nicht zu beeinträchtigen", erklärt die BN-Ortsvorsitzende.

Weiter entfernt von den Stichstraßen werde eine zusammenhängende Hecke aus autochthonen Heckengehölzen angelegt. Dabei handle es sich um heimische Heckengehölze wie Hagebutte, Kornelkirsche oder Weißdorn, an deren Blüten, Früchten und Wachstum sich die heimischen Insekten und Vögel angepasst haben.

Gertrud Burger erklärt, dass man für das nachhaltige Projekt "Trittstein-Biotop" vom Landkreis Amberg-Sulzbach 80 Prozent Zuschuss (maximal 1000 Euro) bekommt. Mindestens genauso freue sie sich über die großzügige Spende der einheimischen Gärtnerei Rossbacher. "Als wir die ersten Pflanzen dort gekauft haben, hat uns die Gärtnerei spontan mehrere Pflanzen zusätzlich geschenkt." Die "Trittstein-Flächen" werden als Lebensraum gezielt für Vögel, Schmetterlinge, Bienen und andere Insektenarten optimiert. Ferner werden auch Insektenhotels und Nistkästen sowie Kräuterhochbeete und Sitzbänke aufgestellt. "Da kann man die Entwicklung dieser ökologischen Biotope beobachten und lässt sich dann vielleicht animieren, auch zu Hause im Garten so was zu machen."

Das Projekt der Naturschützer solle Anreize für Menschen setzen, die so auch selbst Pate für die Natur in ihrem engen Umfeld werden können, indem sie kleine Flächen betreuen und gießen. "Auch wer Pflanzen zur Verfügung stellen möchte oder die Biotope mitgestalten will, ist herzlich eingeladen", appelliert Gertrud Burger an die Auerbacher. Zum Beispiel geteilte Stauden seien sehr willkommen. "Wenn es das Wetter heuer nicht mehr zulässt, machen wir im Frühjahr weiter."

Wer mitmachen oder Pflanzen spenden will, kann sich per E-Mail an gertrudburger@googlemail.com wenden.

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