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So geht es mit dem Bronner Pfarrhaus weiter

Das marode Bronner Gebäude könnte nach Sanierung und Umbau für die Kinderbetreuung genutzt werden - 22.04.2021 07:55 Uhr

In das sanierungsbedürftige Bronner Pfarrhaus könnte künftig der bisher eingruppige Kindergarten einziehen. Mit im Bild der Sprecher des Kirchenvorstandes, Reinhard Müller.

21.04.2021 © Foto: Rosi Thiem


Der Rathauschef war mit Fachleuten mehrfach selbst vor Ort, um mögliche Verwendungsmöglichkeiten für des sanierungsbedürftige Pfarrhaus auszuloten.

"Dort könnte eine Kindergartengruppe untergebracht werden", beschrieb der scheidende Bronner Interims-Pfarrer Jürgen Harder eine künftige Nutzungschance. Bislang logieren die Kinder im Feuerwehrhaus. Anliegen des nur noch bis Ende Juni in Bronn tätigen Harder war, "nach sehr, sehr intensiven Gesprächen ein halbwegs gutes Nutzungskonzept für das Pfarrhaus" auf die Beine zu stellen.

Dazu wäre es "ideal", wenn aus dem Pfarrhaus ein Kindergarten werden könnte. "Das wäre eine tolle Lösung." Dem erfahrenen Gemeindepfarrer Harder ist aber klar, dass für eine solche Nutzungsidee "vertretbare Kosten" die Voraussetzung wären. "Die genauen tatsächlichen Kosten müssen aber erst noch ermittelt werden." Grundsätzlich sei die eigentlich dringende Pfarrhaussanierung ein "sehr komplexes Thema".

Anbau und zweiter Fluchtweg

Vom Grundriss und der Größenordnung wäre das Pfarrhaus für einen Kindergarten geeignet, so Harder. Geklärt werden müssten jedoch ein möglicher Anbau, ein zweiter Fluchtweg sowie ebenerdige Fenster für die Kindergartennutzung.

Dekan Markus Rausch geht nach allerersten, vorläufigen Schätzungen von mindestens 700 000 Euro Baukosten aus. Zugleich weiß er: "Die evangelische Landeskirche ist nicht zuletzt wegen Corona sehr zurückhaltend bei großen Bauprojekten." Deshalb wäre auch er über eine Nutzung des Pfarrhauses als künftiges Kindergarten-Domizil "unglaublich froh".

Denn dann könnte die evangelische Kirchengemeinde Träger des Kindergartens bleiben. Die finanzielle Baulast läge dann aber bei der Stadt Pegnitz.

Nach anfänglicher Skepsis gab es auch vom evangelischen Kirchenvorstand in Bronn grünes Licht für die Umwandlung des Bronner Pfarrhauses in einen Kindergarten. "Wir sind jederzeit bereit dazu", erklärte der Sprecher des Kirchenvorstandes, Reinhard Müller, auf NN-Anfrage.

Im Pfarrhaus könnte der bisherige eingruppige Kindergarten laut Dekan "auf jeden Fall" untergebracht werden. Für eine zweite Gruppe – etwa die Kinderkrippe – müsste "längerfristig" ein Anbau an das Pfarrhaus errichtet werden. Noch ungeklärt ist, ob bis zu diesem Zeitpunkt acht Krippenkinder übergangsweise in eine Notgruppe nach Pegnitz gebracht werden müssen.

Erste Überlegungen, die Kinderkrippe im Gemeindehaus unterzubringen, wurden längst wieder verworfen. Denn das ginge zu Lasten der übrigen Gemeindeaktivitäten wie Jugendchor, Posaunenchor oder Bücherei. Gegenüber den NN machte der Pegnitzer Bürgermeister Nierhoff deutlich, dass es bereits Begehungen mit dem Jugendamt im Bronner Pfarrhaus gegeben habe. "Die Entscheidung für diese Variante ist aber noch abhängig von den zu erwartenden Kosten im Vergleich zu einem Neubau in Bronn auf der grünen Wiese", sagte er.

Auch müsse geklärt werden, wie sich die künftigen Eigentumsverhältnisse bezüglich des Pfarrhauses gestalten sollten. Bisher gehöre das Gebäude der kirchlichen Pfründestiftung.

Einsatz für Erhalt des Hauses

Nierhoff machte deutlich, dass ihm der Erhalt des denkmalgeschützten Bronner Pfarrhauses sehr am Herzen liege: "Ich bin voll drin in der Materie." Trotz aller nach wie vor bestehenden finanziellen Unwägbarkeiten kündigte der Rathauschef an: "Ich will schauen, dass wir das hinkriegen."

Ungeachtet dieser baulichen Herausforderungen stehen der Bronner Kirchengemeinde auch personelle Wechsel ins Haus. "Mein Interims-Dienst in Bronn endet Ende Juni", sagte Pfarrer Jürgen Harder. Der Springer im Kirchenkreis Bayreuth ist anschließend im Dekanat Kulmbach tätig.

Ganz anders Pfarrerin Heike Öffner auf der zweiten Pfarrstellen-Hälfte: "Ich arbeite sehr gerne hier." Aber auch sie bewohnt nicht das Bronner Pfarrhaus, sondern lebt mit ihrem Mann, ebenfalls Pfarrer, im Birker Pfarrhaus.

Wenn auch in der Zukunft kein Pfarrer im Bronner Pfarrhaus wohnen könne, sähe Dekan Markus Rausch darin keinen grundsätzlichen Nachteil bei Ausschreibungen. Das habe sich bereits in der Vergangenheit gezeigt. "Wir hatten zwei Angebote für Interimswohnungen", schilderte er seine Erfahrungen.

Zum momentanen Stand der Nachfolge von Pfarrer Harder gab der Dekan aber noch keine konkrete Auskunft. Rausch kündigte aber eine Entscheidung bis "Mitte Mai" an. Schon jetzt ist aber klar, dass das Pfarrhaus auch weiterhin nicht bewohnt werden kann.

FRANK HEIDLER

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